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Liebe & Psychologie

Keine Lust auf Nichts? Wenn Antriebslosigkeit das Leben schwer macht

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 29. November 2017
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Den lieben langen Tag im Bett liegen, aus dem Fenster starren und trüben Gedanken nachhängen: Gerade im Herbst und Winter leiden viele unter Antriebslosigkeit. Was man dagegen tun und wer helfen kann, erfahrt ihr hier.

Es sind genau zwei Wörter, die ausdrücken, was antriebslose Menschen oft tief in sich empfinden: keine Lust. Keine Lust morgens aufzustehen - am liebsten würden sie den ganzen Tag zu Hause im Bett bleiben. Keine Lust sich mit Freunden zu treffen - für deren Sorgen und Freuden sie gerade kein Ohr haben.

Schön auf den Punkt gebracht hat das Gefühl der Antriebslosigkeit der Singer und Songwriter Clueso:

"Keine Lust aufzustehen, auch wenn der Tag sehr sanft beginnt. Du hälst dich seufzend über Wasser, bis der Horizont verschwimmt. Ein Blick aus deinem Fenster, doch deine Gegend scheint dir fremd."

Gerade in den Herbst- und Wintermonaten ist es normal, dass man sich öfter mal träge, müde und lustlos fühlt und die Antriebslosigkeit über die gute Laune und den Tatendrang siegt. So lange die positiven Tage die Oberhand behalten und die Niedergeschlagenheit nicht als Dauergast einzieht, muss sich niemand Sorgen machen.

Was tun, wenn die Antriebslosigkeit länger anhält?

Doch was, wenn die Antriebslosigkeit doch mal länger anhält und man das Gefühl hat, so kann es nicht weitergehen? "Wichtig ist erstmal zu wissen, dass es sich bei der Antriebslosigkeit bzw. dem Antriebsmangel nicht um eine Erkrankung, sondern um ein Symptom handelt", sagt Dr. Franziska van Hall, Oberärztin für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie an der Berliner Charité.

Will heißen: Eine längere Antriebslosigkeit kann darauf hinweisen, dass etwas in unserem Körper nicht in Ordnung ist. "Langanhaltende Antriebslosigkeit", sagt die Expertin, "kann auf einen Infekt, eine Mangelernährung, auf eine Blutarmut oder zum Beispiel auch auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen."

Antriebslosen Menschen fehlt die Fähigkeit zur Initiativbildung, sie können sich nicht aufraffen, Sachen anzugehen. Allerdings muss man unterscheiden zwischen einer milderen Form der Antriebsschwäche und einer starken Form des Antriebsmangels. "Bei letzterem können die Betroffenen ihren Aufgaben gar nicht mehr nachkommen, sie pflegen sich nicht mehr, hören im Extremfall sogar auf zu essen und zu trinken", sagt Dr. van Hall. Wer das bei sich feststellt, sollte sich unbedingt Hilfe holen, entweder bei seinem behandelnden Psychologen oder ganz einfach erstmal beim Hausarzt.

Ist Antriebslosigkeit sowas wie eine Depression?

Direkt Angst haben, dass es sich bei der Antriebslosigkeit um eine Depression handelt, muss man übrigens nicht, denn dafür müssen mehrere Kriterien erfüllt sein. Laut Dr. van Hall unter anderem diese hier:

  • man fühlt sich über einen langen Zeitraum deprimiert oder gereizt
  • man leider unter einem Freudverlust, Dinge, die einem früher Spaß gemacht haben, tun das nicht mehr
  • man zeigt wenig bis gar kein Interesse mehr an seiner Umwelt, an Freunden und an der Familie
  • man leidet unter körperlichen Beschwerden wie Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, Gewichts- oder Libidoverlust
  • man hat Suizidgedanken

Frische Luft, ganz viel Licht und Bewegung

Wer unter einer leichten, jahreszeitbedingten und/oder nur kurz anhaltenden Antriebslosigkeit leidet, der kann laut Dr. van Hall mit wenigen Tricks erreichen, dass es ihm bald wieder besser geht: "Viel an die frische Luft gehen, die Mittagspause nutzen, um Licht zu tanken und durch etwas Bewegung den Kreislauf in Schwung zu halten, das hilft super!"

Auch ganz wichtig ist es laut Dr. van Hall, soziale Kontakte zu pflegen, sich aufzuraffen und Freunde zu treffen. Helfen soll es auch, schöne Dinge zu planen, die man dann auch wirklich durchführt: "Es bringt nichts, etwas zu planen, wozu man gar keine Lust hat. Das sorgt nur für schlechte Stimmung." Außerdem rät sie zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und zu regelmäßigen Sporteinheiten.

> Weitere Informationen rund um die Themen Depression, Müdigkeit und Erschöpfung findet ihr auf onmeda.de

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