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Borderline-Persönlichkeitsstörung

   

Schwanken zwischen der Suche nach extremer Nähe und Distanz. - Borderline-Persönlichkeitsstörung
Schwanken zwischen der Suche nach extremer Nähe und Distanz.

Traumatische Erlebnisse führen dazu, dass die Patienten innerlich zerrissen sind und Schwierigkeiten haben, anderen Menschen zu vertrauen. Eine fatale Mischung: Zum einen haben Menschen mit einer Borderline-Symptomatik großes Bedürfnis nach Sicherheit, Einfühlung und Geliebtwerden. Auf der anderen Seite haben sie genauso große Angst, enttäuscht, abgelehnt und verlassen zu werden. 

Therapeut Claus Lechmann erklärt: „Dies kann dazu führen, dass sie schon bei kleinen Enttäuschungen heftig reagieren, manchmal beziehungsmäßige Präventivschläge führen, um ja nicht wieder die Erfahrung zu machen, verlassen und enttäuscht zu werden. Sie schwanken zwischen der Suche nach extremer Nähe und Distanzierung“. Viele Borderliner haben deshalb häufig wechselnde Beziehungen. Der Partner wird anfangs idealisiert und als die Rettung empfunden, dann jedoch schnell wieder abgewertet, wenn er die Erwartungen nicht erfüllen kann.

Hass gegen sich selbst
Auch gegen sich selbst richtet sich die Ablehnung. Zum einen durch exzessives, unvernünftiges Verhalten, mit dem sich die Betroffenen selbst gefährden, indem sie zum Beispiel übermäßig Drogen konsumieren oder den extremen Nervenkitzel in Gefahrensituationen suchen. Aber auch ganz konkret, indem sie sich selbst Schaden zufügen - körperlich: Schnittwunden, Brandverletzungen oder Suizidversuche. Ein Verhalten, das dem üblichen Überlebensinstinkt und Selbstschutz so ganz und gar zu widersprechen scheint.

Claus Lechmann: „Wenn seelischer Schmerz unerträglich wird, kann eine Selbstverletzung Druck nehmen, entlasten, ablenken. Es kann aber auch dazu dienen, sich überhaupt wieder zu spüren oder aber deutlich zu machen, wie sehr man gelitten hat oder immer noch leidet.“

Hilfe und Therapie
Eine Therapie kann bei den vielfältigen Verhaltensmustern und Ursachen nur sehr individuell erstellt werden. Zumal durch das fehlende emotionale Vertrauen auch die Zusammenarbeit mit einem Therapeuten oder Arzt schwierig sein kann. Wichtig ist es zunächst, dem Betroffenen zu helfen, sich selbst zu verstehen und sein oftmals auch für ihn selbst unverständliches Verhalten zu erklären.

Claus Lechmann sagt: „Auf der einen Seite lernen Patienten ihre Verhaltensmuster einzuordnen und aus der Lebensgeschichte heraus zu verstehen. Auch so unverständlich anmutende Verhaltensweisen wie z.B. das Ritzen bekommen dadurch einen verstehbaren Rahmen.“ Das sei besonders wichtig, da die Patienten sich oft selbst ablehnen und schlecht machen, so der Experte. „Weiterhin gilt es, andere Wege zu erlernen, wie sie mit heftigen Affekten umgehen können, ohne sich eben zu verletzen oder suizidal zu werden.“

Oft nimmt die Intensität der Persönlichkeitsstörung auch ab, sobald die Betroffenen älter werden und das private und berufliche Umfeld stabiler wird. Ist eine Stabilität erreicht, kann anschließend begonnen werden, die traumatischen Erfahrungen aufzuarbeiten, die die Störung letztendlich ausgelöst haben.

Weiter Infos zum Thema finden Sie auch unter: www.onmeda.de


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Veröffentlicht von
am 03/06/2012
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