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Liebe & Psychologie

Dating in den 90ern vs. heute: War früher echt alles besser?

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 5. Januar 2017

Früher war alles besser? Von wegen. Es war total kompliziert!

Zugegeben: Das Verabreden und Kennenlernen hat heute vieles von seinem Charme verloren, weil WhatsApp, Chat und Tinder eben doch recht schnörkellos und unromantisch sind. Aber Romantik hin oder her: Es war doch irgendwie alles sehr viel komplizierter in den 90ern.

Zum Glück haben uns selbst die größten Schwierigkeiten nicht davon abgehalten, uns Hals über Kopf zu verlieben, zu daten und wunderbare Zeiten zu verbringen. Umso schöner, dass man heute drüber schmunzeln kann, wie schrecklich aufwändig das damals noch alles war. Wer diese Zeiten auch durchlitten hat, der darf hier noch mal in Erinnerungen schwelgen:

1. Stalken unmöglich!

Hat man sich früher in einen Kerl verguckt, war es wie heute. Man fragte sich: Wie heißt er mit vollem Namen? Kennt ihn jemand, den ich kenne? ​Und: Wie sehe ich ihn wieder?

Aber in den 90ern wusstest du ganz genau: Wenn du ihn jetzt nicht ansprichst, war es das. Finito. Ende. Ihn kurz mal googeln, schauen ob er in der Freundesliste von X oder Y ist und wie er mit vollem Namen heißt? Sehr lustig. Finde das mal ohne Facebook und Instagram heraus! Genau. Extrem schwierig bis unmöglich. Da half nur eins: Ran an den Mann oder für immer alleine bleiben. Denn die nächste Party war meist Wochen entfernt und unter der Woche unverfänglich Kontakt aufnehmen kaum möglich. Kein Whatsapp, kein Chat, keine Facebook, kein Snapchat in Sicht...

2. Unverbindlich Kontakt aufnehmen?

Haha. Und die Betonung liegt auf "unverbindlich". Mal kurz eine unverfängliche SMS schicken, ein Bild von einem seiner Kumpels liken, damit er sieht, dass ihr euch kennt, ein mega tolles Profilbild hochladen und hoffen, dass er es sieht. Dumm nur, dass all das in den 90ern wegfiel. Damals blieb nur eins: Ihn anrufen.

3. Kurz mal anrufen

"Kurz mal anrufen" hieß in den 90ern leider nicht, ihn abends gemütlich vom Bett aus mit dem Handy anzurufen. Nein. Das Grauen hatte einen Namen: Festnetz! Und so ein Festnetztelefon hatte gleich mehrere Haken. Punkt 1: Es gehörte meist seinen Eltern, weshalb nach spätestens 15 Minuten Gespräch die ersten Ansagen aus dem Off kamen, wie teuer das "Stundengespräch" sei. Punkt 2: Das Kabel (Stichwort Festnetz) war immer zu kurz und man kam mit dem Telefon nicht weit genug, damit die Eltern NICHT ständig alles mithören konnten. Privatsphäre? Fehlanzeige! Und es gab noch Punkt 3. Und das war der schlimmste...

4. Der kleine Haken: "Ist der XY da?"

Wenn er noch bei seinen Eltern wohnte, bedeutete das auch, dass er nicht immer der Erste war, der zum Telefonhörer griff. Meist führte kein Weg an seinen (neugierigen) Eltern vorbei. Ein oder zwei mal konnte man durchaus noch vor Schreck auflegen (bei den alten Telefonen konnte man ja keine Nummer angezeigt bekommen). Aber irgendwann hatte man dann seine Eltern oder seine Geschwister dran und stammelte sich einen zurecht.

5. Die Verabredung

Auch das hier war in den 90ern nur was für Mutige. Denn per SMS oder Whatsapp Nachricht ging hier gar nichts. Und wer keine Zettelchen quer durch den Klassenraum schicken wollte, der musste sich mündlich verabreden. Von Angesicht zu Angesicht.

6. Malheure

Und wenn es dann wirklich zum heiß ersehnten Date kam, dann konnte man nicht kurz vorher fragen, wenn man die Straße nicht gefunden hat oder Bescheid geben, wenn man sich um 15 Minuten verspätet. Wie viele wunderbare Liebesbeziehungen sind wohl an genau diesem Punkt gescheitert, dass einer von beiden zu spät war und der andere schon stinkwütend abgerauscht, nur weil man eben keine schnelle SMS schicken konnte?

7. Kurze Rückmeldung?

Und auch nach dem Date war Ende Gelände. Egal ob 20 Minuten danach oder drei Tage später: Seinem Date eine kurze Rückmeldung geben, wie toll man das Treffen fand, ging nicht. Schnell eine kleine Nachricht, gespickt mit Smileys an den richtigen Stellen, und schon mal das nächste Date einfahren: nicht möglich! In den 90ern blieb nur eins: Direkt nach dem Date bei ihm zuhause anrufen. Nicht immer einfach, denn wohnte man noch bei seinen Eltern galt die "Halb-zehn-Regel". Wer nach 21:30 Uhr anrief, war bei den Eltern unten durch. Oder bekam beim beherzten Griff zum Telefon von seinen eigenen Eltern zu hören: "Du willst doch so spät nicht mehr da anrufen? Das hat doch sicher Zeit bis morgen!" Und so musste man ohne jede kleine nette Handy-Botschaft allein ins Bett und von ihm träumen.

Wer jetzt allerdings denkt, heute sei deshalb alles einfach, der irrt. Denn auch wenn es alle technischen Möglichkeiten für einen einfachen Einstieg ins Dating gibt, so wirklich einfach macht das das Ding mit der Liebe leider auch nicht.

Weiter lesen: Was Frauen und Männer beim Flirten einfach falsch machen!

von Fiona Rohde

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