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Best friends forever: Das Geheimnis langer Freundschaften

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 20. März 2017

Freunde sind etwas Wunderbares. Deshalb sollte man eine Freundschaft auch pflegen - aber wie geht das eigentlich? Und wie kriegt man das neben Job, Familie, Hobbys und Co. eigentlich noch hin?

Oft stehen sie uns ähnlich nah wie unsere Lebenspartner. Sie sehen uns nicht durch die rosarote Brille, sondern ziemlich klar und nüchtern - und mögen uns trotzdem!

Best friends forever: Das klingt toll, ist aber leider nicht immer so einfach. Denn auch unter guten Freunden kommt es zu Verunsicherungen, Streit und Enttäuschungen. Zum Beispiel, weil einer viel investiert und der andere sich wenig dankbar zeigt. Gründe gibt es viele, weshalb Freundschaften zerbrechen.

Freundschaften pflegen

Wie also pflegt man eine Freundschaft, damit eben das nicht passiert? Was machen Menschen richtig, die ein Leben lang eng verbunden sind? "Freundschaft ist immer ein Geben und Nehmen", erklärt der Berliner Psychotherapeut und Buchautor Dr. Wolfgang Krüger. "Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man Freundschaften auch gestalten und pflegen muss. Und das nicht nur in guten Zeiten, sondern auch oder gerade in Krisenzeiten. Hier zeigt sich meist, wer ein wahrer Freund ist und wer nicht."

Dabei muss man nicht Übermenschliches leisten, um eine Freundschaft zu erhalten. "Letztlich reicht es, wenn wir uns pro Woche ein bis zwei Stunden Zeit füreinander nehmen, uns verabreden und uns ehrlich erkundigen, wie es dem anderen geht", sagt der Experte. "Je mehr wir bereit sind, uns dem anderen zu öffnen und mitzuteilen, desto mehr gewinnt die Freundschaft an Tiefe."

Wie man eine Freundschaft pflegen und ihr Tiefe geben kann? Hier kommen fünf Tipps vom Experten!

1. Tipp: Interesse zeigen

"Freundschaften leben immer vom Interesse am anderen", sagt Experte Dr. Wolfgang Krüger. Echtem Interesse. "Wir sollten nicht nur fragen: Wie geht es dir? Sondern wir sollten auch fragen: Was beschäftigt dich? Was ist schon lange dein Lebensthema und wie kann ich dich dabei unterstützen?" Aus Erfahrung weiß jeder: Ein Freund, der wirklich zuhören kann, ist Gold wert.

2. Tipp: Nachfragen

Abgesehen von unseren Sandkastenfreunden aus Kindertagen kennen wir viele Freunde nur halb, weil wir sie erst im Erwachsenenalter kennengelernt haben. Von unserer Kindheit wissen sie oft nichts. Das kann man ändern, sagt Dr. Wolfgang Krüger. "Warum setzt man sich nicht mit seinen Freunden zusammen und schaut sich alte Kindheitsfotos an, erzählt Geschichten, damit der andere einen Einblick in die eigene Welt bekommt?"

3. Tipp: Wertschätzung mitteilen

"Warum teilen wir dem besten Freund oder der besten Freundin nicht mit, was wir an ihr schätzen, was die fünf Eigenschaften sind, die wir nicht mehr missen wollen? In einer Partnerschaft ist man mit Liebesbekundungen immer sehr aufmerksam und erfinderisch", sagt der Experte. "Aber auch unter guten Freunden sollte man sich sagen, was man aneinander schätzt und mag. Deshalb einfach mal der besten Freundin eine Nachricht oder einen kleinen Brief schreiben."

4. Tipp: Gruppen bilden

Freundschaften brauchen auch gemeinsame Erlebnisse, betont der Experte. "Leider kann man aus Zeitgründen nicht immer jeden Freund einzeln treffen. Deshalb sind Freundeskreise wichtig, mit denen man zusammen schöne Dinge unternimmt, zum Beispiel, indem man ins Kino geht oder eine Radtour macht." Sein Tipp: "Einfach mal so ein Treffen unter Freunden organisieren. So bekommt man mehrere Freunde auf einmal unter einen Hut und das Gruppenerlebnis sorgt für gemeinsame, schöne Momente. Nichts verbindet mehr!"

5. Tipp: Konflikte offen angehen

Konflikte kommen in jeder Freundschaft vor. Hier sagt der Experte: "Wenn einen schon länger etwas an dem anderen stört, muss man es geschickt ansprechen, sonst zieht man sich auf Dauer zurück und die Freundschaft dünnt langsam aus." Hier macht, wie so oft, der Ton die Musik. "Wichtig ist hierbei eine diplomatische Streitkultur, indem man beispielsweise die beste Freundin fragt: 'Ich treffe mich wirklich gerne mit dir, aber zwischendurch gehst du immer an dein Handy und telefonierst. Ich empfinde das als störend. Wie siehst du das?'"

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von Fiona Rohde

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