Freundschaft

Neid

  

Niemand gibt gern zu, dass er Neid verspürt. - Neid
Niemand gibt gern zu, dass er Neid verspürt.
Neid ist ein Thema, über das man ungern spricht. Wer gibt schon zu, dass er einer anderen Person etwas neidet? Doch auch, wenn kaum jemand darüber spricht: Das Gefühl von Neid kennt jeder. Man neidet einem anderen Menschen den Job oder das höhere Gehalt, man neidet jemandem sein Liebesglück oder die tolle Familie. Auch Statussymbole wie das schicke neue Auto oder ein teures Designerkleid sind Projektionsflächen für Neid.

Unter Freundinnen ist das Thema Neid besonders verpönt. Der besten Freundin gönnt man alles. Was wäre man denn für eine Freundin, wenn man der anderen etwas neiden würde? Die Realität einer Freundschaft sieht jedoch meistens ganz anders aus: Gerade die Beziehung zur besten Freundin ist häufig Anlass für Neid-Attacken. Natürlich gibt das kaum eine Freundin offen zu. Neid in einer Freundschaft scheint ein absolutes Tabu-Thema zu sein.

Woran aber kann es liegen, dass vor allem die Beziehung zur besten Freundin so anfällig für Neid ist? Psychologen vermuten, dass es unter anderem daran liegt, dass sich Frauen besonders stark miteinander vergleichen: Je inniger die Beziehung der beiden ist, desto mehr Vergleichspunkte findet man und desto eher wiederum beneidet man die andere um etwas. So kann eine Freundschaft zum Konkurrenzkampf werden und im schlimmsten Fall sogar in einem bösen Streit mit vielen Vorwürfen auseinander gehen. Neid macht uns persönlich unzufrieden oder noch schlimmer: Neid führt uns unsere vielleicht bis dahin noch unbewussten Gründe für unsere Unzufriedenheit vor Augen.

Was genau ist Neid und woher kommt er?

Neid wird in vielen Fällen bereits in der Kindheit ausgeprägt.
Neid wird in vielen Fällen bereits in der Kindheit ausgeprägt.
Neid ist das Gefühl, jemand anderem seine wie auch immer geartete Besserstellung zu verübeln. Neid ist eine der ältesten beschriebenen Emotionen in der Geschichte des Menschen überhaupt. Bereits in der Bibel ist der Neid eine der sieben Todsünden und Anlass für tragische Konflikte mit tödlichem Ausgang wie etwa die Geschichte von Kain und Abel. Die moderne Psychologie geht davon aus, dass besonders jene Menschen, die in ihrer Kindheit ihren Geschwistern gegenüber von den Eltern benachteiligt wurden, später eher mit Neidgefühlen zu kämpfen haben als andere. Das Kind könnte die Bevorzugung der Geschwister als persönlichen Makel auffassen; als Erwachsener bieten dann das mangelnde Selbstwertgefühl und der innere Kampf gegen das Gefühl von Ungerechtigkeit die ideale Angriffsfläche für Neid und Missgunst.

Neidet ein Mensch einem anderen etwas, geht er davon aus, dass dieser mit seinem eigenen Leben zufriedener ist als er selbst. Der neue Freund der besten Freundin, ihre schlanke Figur, ihre schicke Wohnung mit den teuren Möbeln und der lukrative Job - all das bündelt sich in den Gedanken eines neidischen Menschen zu einem Bild, das ihm nur eins zeigt: Hier geht es jemandem besser als mir und das gefällt mir nicht. Dass dieser angeblich glücklichere Mensch natürlich auch nicht immer zufrieden ist und für seinen tollen Job vielleicht auch vieles entbehren muss, nimmt der Neider nicht wahr - er sieht nämlich nur das, was er selbst nicht hat.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Kann Neid auch etwas Positives sein?




jw

 
  

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