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Liebe & Psychologie

Fingerspitzengefühl: So übst du Kritik, ohne dein Gegenüber zu verletzen!

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 17. Mai 2017

Wie kritisiert man eigentlich andere, so dass sie nicht verletzt sind und die Kritik auch wirklich annehmen können?

"Ich hasse es, wenn du so mit der Gabel in deinem Essen rumstocherst" - Kritik kann wie ein Schlag ins Gesicht sein. Und in dem Fall kann man kaum erwarten, dass unser Gegenüber die geäußerte Kritik auch annimmt. Aber es geht eben auch anders. Wir erklären euch, wie ihr konstruktiv Kritik äußert, und zwar so, dass sich auch etwas ändert und der andere in der Lage ist, damit umzugehen.

Hier die Regeln für gute Kritik:

1. Emotion raus

Versuche bei jeder Kritik die Wut rauszunehmen - soweit möglich. Atme zur Not erstmal durch und warte ein bisschen, bis du dich äußerst. So kannst du dich darauf konzentrieren möglichst sachlich und neutral zu argumentieren. Und du wirst sehen: Wenn man nicht aus der ersten Wut heraus lospoltert, kann man viel ruhiger mit dem anderen sprechen. Und nur das führt meist um Erfolg. Sonst brüllen sich A und B nur an, bis ihnen die Luft ausgeht, und nichts ändert sich.

2. Sich reinversetzen

Das beste Mittel, um den richtigen Ton zu treffen bei einer Kritik: Man muss sich nur kurz in den anderen reindenken. Wie würde man selbst reagieren? Wäre die Kritik annehmbar oder wäre man nur verletzt durch die offenen Worte? Meist merkt man dann sehr genau, wie offen und wie deutlich eine Kritik sein muss und wie nicht.

3. No-go-Formulierungen

Nicht anklagen, von wegen "Du tust immer ..." und "Du machst immer...", sondern versucht, die eigene Perspektive und Wahrnehmung in den Vordergrund zu stellen. Zum Beispiel: "Mich verletzt es, wenn du..." oder "Es wäre einfacher / angenehmer für mich, wenn du nicht..." Auch Worte wie "immer" und "nie" wirken nicht gerade deeskalierend in einem Streit. Oder wärt ihr bereit euch zu ändern, wenn euch jemand an den Kopf knallt "Du machst das IMMER falsch"? Sicherlich nicht.

4. Lösungen vorschlagen

Kritik nicht nur einfach deshalb äußern, weil man was loswerden muss. Man sollte auch immer daran interessiert sein, dass sich die Situation dadurch verbessert. Deshalb nach der Kritik direkt einen Lösungsvorschlag liefern, wie es besser laufen könnte. Wenn einen der Chef kritisiert, möchte man auch nicht hören, dass man unfähig ist, sondern vielleicht einen Vorschlag hören, was genau man verbessern sollte an seiner Arbeit und, wie man das am besten bewerkstelligt.

5. Überblick behalten

Oftmals kommt man vom Hölzchen aufs Stöckchen, wenn man miteinander diskutiert. Vor allem, wenn einer von beiden sich nur noch an konkreten Situationen festhält und diese dann bis ins kleinste Detail durchsprechen möchte. Oft geht es ja eher um das Prinzip und man sollte sich wirklich nicht so sehr mit Details aufhalten, sondern das Problem an sich sehen. Sonst endet der Streit nie. Deshalb versucht einen klaren Überblick zu behalten und resümiert von Zeit zu Zeit: "Eigentlich ging es ja darum, dass wir etwas ändern wollten. Lass uns doch bitte noch mal zum Grundproblem zurückkehren."

Und ganz nebenbei: Wer selbst von seinem Gegenüber erwartet, dass er nicht bei jeder kleinen Kritik völlig ausflippt, der sollte selbst auch daran arbeiten, besser mit Kritik umzugehen. Das ist nicht immer einfach. Das wissen wir alle. Aber es lohnt sich. Letztlich ist Kritik dazu da, dass die Situation sich zum Guten ändert. Es bleibt natürlich immer ein Restrisiko, dass man als Kritisierender eingeht. Denn, wer seine Kritik ungeschickt anbringt, der verändert die Situation eher zum Schlechten. Deshalb: Fingerspitzengefühl bitte!

von Fiona Rohde
Yippie-Momente - Diese kleinen Dinge machen uns richtig happy!

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