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Trauma durch Nachrichten im Fernsehen

Trauma durch Bilder: Das Gehirn unterscheidet nicht, ob wir fernsehen oder eche Augenzeugen sind. - Trauma durch Nachrichten im Fernsehen
Trauma durch Bilder: Das Gehirn unterscheidet nicht, ob wir fernsehen oder eche Augenzeugen sind.
Die Patientin nennt es Kopfkino. Sie erzählt von diesen schrecklichen, immer wiederkehrenden Bildern. Den Flugzeugen, die in das World Trade Center fliegen, den Menschen, die sich aus dem über 400 Meter hohen Wolkenkratzer stürzen. Sie erzählt so ausführlich, als wäre sie selbst in New York gewesen. Doch sie kennt die Bilder nur aus dem Fernsehen. Denn was die wenigsten wissen: Ein Trauma kann auch durch die bloßen Bilder der Fernsehnachrichten entstehen. Für unser Gehirn ist die Mattscheibe kein Schutzschild.

Die Bilder vom Terroranschlag am 11. September, todkranke Kinder in Somalia, Horrorszenarien bei den Überflutungen in Pakistan - tagtäglich fluten Bilder von grausamen Attentaten und verzweifelten Opfern unsere Wohnzimmer. Oft verschwinden sie auch dann nicht aus unseren Köpfen, wenn der Aus-Knopf der Fernbedienung längst betätigt wurde.

Das weiß auch Psychotherapeut und Trauma-Experte Christian Lüdke. „Die meisten Menschen unterschätzen die Wucht der Bilder, die sie täglich in den Nachrichten sehen“, sagt Lüdke. Irgendwann hatte er eine Patientin in seiner Praxis, die die Bilder von 9/11 nicht vergessen konnte. „Diese Bilder brennen sich in unsere Köpfe ein und können uns sogar mehrere Monate begleiten. Der schleichende Trauma-Prozess hat dann womöglich schon begonnen“, sagt der Experte.

Das Fatale daran: Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir die Bilder von unserer sicheren Wohnzimmercouch aus wahrnehmen oder tatsächlich selbst vor Ort sind. So belegte eine US-amerikanische Studie nach den Anschlägen vom 11. September, dass mehrere hunderttausend Amerikaner durch die bloßen Bilder ein Trauma erlitten haben.

Grausame Bilder: Was in unserem Kopf passiert
„Sehen wir die schrecklichen Bilder im Fernsehen, werden Stresshormone freigesetzt. Wir gehen in einen Bedrohungsmodus, Adrenalin wird ausgeschüttet, der Körper ist hellwach“, sagt Lüdke. „Für unseren Körper ist das eine fatale Stresssituation, die zu Schlaf- und Essstörungen, Albträumen oder sogar Angstzuständen und Depressionen führen kann.“

Dabei verändert sich auch das Sicherheitsgefühl: Menschen bleiben längere Zeit in Alarmbereitschaft, sie können Ängste entwickeln, die sie vorher nicht hatten und die vielleicht auch völlig unbegründet sind. So hat das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen herausgefunden, dass die meisten Befragten die Kriminalität in Deutschland viel höher einstufen als sie tatsächlich ist. Diese Fehleinschätzung hängt auch mit den dramatisierten Bildern der Fernsehnachrichten zusammen, so die Forscher.

Schutz vor Trauma: Wegschalten, bewegen, sich mit Alltäglichem ablenken.
Schutz vor Trauma: Wegschalten, bewegen, sich mit Alltäglichem ablenken.
Sich vor einem Trauma durch Bilder schützen

„Es klingt vielleicht banal“, sagt Trauma-Experte Lüdke, „aber schon das Wegschalten hilft. Man sollte kein schlechtes Gewissen haben. Helfen kann man ja mit Spenden immer noch.“ Jede Art von Ablenkung ist gut, so der Experte weiter. Sei es durch so etwas Alltägliches wie Abwaschen oder Kochen. Menschen entwickeln ihre ganz eigenen Selbstheilungsstrategien.

„Zudem baut auch jede Form von Bewegung Stresshormone ab“, sagt Lüdke. Also laufen, Fahrrad fahren, joggen. Auch die Berührung der Haut sichert die seelische Stabilität. So umklammern wir in Angstsituationen automatisch die Hand eines uns nahestehenden Menschen. Den Partner zu umarmen, der neben einem auf der Couch sitzt, kann auch helfen. „Lustigerweise hilft auch Singen dabei, Stresshormone im Körper zu reduzieren“, ergänzt Lüdke.


Aus schlechten Nachrichten lernen

Doch Schreckensmeldungen sind für unsere Psyche nicht nur schlecht. Sie können uns auch nützen. „Sehen wir, wie andere angesichts einer Bedrohung handeln, stärkt das unsere eigenen Bewältigungsmechanismen“, schreibt das Magazin 'Psychologie heute'. Wer in den Fernsehachrichten wiederholt gesehen hat, wie Menschen Flutwellen überlebten, indem sie eben nicht aus dem Haus nach draußen rannten, sondern auf ihre Dächer stiegen, der wird im Notfall schneller reagieren. „Forscher gehen davon aus, dass die Beschäftigung mit solchen Fragen tatsächlich Menschenleben retten kann“, so das Magazin.


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Veröffentlicht von der Liebe & Psychologie-Redaktion
am 04/10/2011
Die Lesernote:3.7/5 
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