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Liebe & Psychologie

Traumhafte Erotik – Erotik in der Traumanalyse

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 14. November 2008

Erotische Träume scheinen bisweilen die geheimsten sexuellen Phantasien eines Menschen zu offenbaren. Wohl kaum ein Mensch, der nicht bereits einmal im Traum sexuelle Handlungen erlebte. Dabei sind es nicht zwangsläufig, wie häufig vermutet, verdrängte Sexphantasien oder eine unterdrückte Sexualität an sich. Stattdessen übernimmt das Unterbewusstsein hier die Regie über die sexuelle Handlung als Grundbedürfnis des Menschen.

Über die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Körperlichkeit wird hierbei versucht, ein Ausgleich zum verstandesbetonten Wachzustand zu schaffen, in dem für Leidenschaften jeglicher Art kein oder nur wenig Platz ist. Die Traumanalyse betrachtet die Deutung von erotischen Träumen im engen Zusammenhang mit den real vorherrschenden Lebensumständen. Auch die persönliche Einstellung zu Sexualität und Liebe spielen eine maßgebliche Rolle. Während der Sex ohne die Liebe für viele Menschen nicht denkbar ist, können andere durchaus Liebe und Sexualität trennen und sehen die Sexualität eher in der Leidenschaft begründet, die sowohl durch Liebe als auch durch Triebhaftigkeit hervorgerufen werden kann. Und seien wir ehrlich: Wer hat nicht schon einmal diesen sexuellen Reiz gegenüber einem anderen Menschen empfunden, ohne gleich verliebt zu sein!?

Ursachen erotischer Träume

Erotische Träume können vielerlei Hintergründe haben: Einer der Gründe kann sicherlich in unterdrückten Trieben oder nicht ausgelebte sexuellen Phantasien zu finden sein. Aber auch ein beglückendes sexuelles Erlebnis in der Realität kann Auslöser für erotische Träume sein. Das Erlebte wird somit ebenso verarbeitet und verinnerlicht, wie jede andere Erfahrung auch vom Unterbewusstsein verarbeitet werden muss.

Was bedeuten erotische Träume?

In der Regel sind erotische Träume im Zusammenhang mit einer glücklichen Beziehung ein Zeichen, das in der Traumanalyse mit anhaltendem Glück und Zufriedenheit gedeutet werden kann - auch wenn der Sexpartner im Traum ein unbekanntes oder gar fremdes Gesicht hatte. Die empfundenen Gefühle während des erotischen Traumes spielen dabei ebenfalls eine Rolle und können entsprechend für die Realität übersetzt werden. Positive Gefühle im Traum zeigen günstige Zeiten in der Liebe.

Umgekehrt sieht die Traumanalyse negative Gefühle als Warnung: Ein im Traum bewusstes Fremdgehen muss dabei allerdings nicht gleich heißen, dass man den Partner nicht mehr liebt. Aber vielleicht hat der Alltag auch im Bett ein wenig Einzug gehalten, weshalb sich der (oder die) Träumende nach mehr Spannung und Leidenschaft sehnt? Vergleichbar ist es in der Traumanalyse zu deuten, wenn der erotische Traum vorrangig mit der Beobachtung anderer einhergeht. Ist die eigene Partnerschaft langweilig geworden oder fehlt der gemeinsame Austausch? Möglicherweise ist auch die Kommunikation eingeschlafen und es fehlt nicht nur der sexuelle, sondern auch der geistige Austausch zwischen den Partnern.

Hemmungen, Hindernisse und Unterbrechungen in erotischen Träumen

Ein beglückendes sexuelles Erlebnis im Traum ist weitestgehend positiv zu betrachten. Was ist jedoch, wenn der erotische Traum nicht zum Abschluss kommt, die sexuelle Spannung zum Traumpartner zwar aufgebaut, aber nicht ausgelebt wird oder der eigentliche Akt im Traum unter Unterbrechungen leidet?

In solchen Traumbildern sieht die Traumanalyse die eigentlichen Hemmungen, die eigene Sexualität auszuleben. Die Art der Unterbrechung ist dabei ebenso genau zu betrachten wie die Gefühle: Häufig sind offenbarte Hemmungen in der Traumanalyse nicht allein auf die Sexualität beschränkt, sondern stehen gleichzeitig in einem engen Zusammenhang mit dem Ausleben des eigenen „Ich“, der freien Entfaltung der Persönlichkeit sowie der Kreativität. Die Sexualität im Traum steht für jegliche Form der Leidenschaft - in der körperlichen ebenso wie in der geistigen Betrachtungsweise.

Seitensprung und Orgien in erotischen Träumen

Mit Liebe und Gefühlen kaum mehr viel zu tun hat der Seitensprung oder die ausgelebte Orgie im Traum. Hierbei geht es nach der Traumanalyse häufig um tatsächliche Begierden, die man in unserer Gesellschaft nicht offen ausleben kann. Die persönliche Sexualität nimmt hierbei Formen an, bei der ein nach außen Treten der Begierden zu „Schimpf und Schade“ durch das Umfeld führen kann. Man kann diese Art der erotischen Träume auch als eine Warnung ansehen, seine Begierden zu zügeln und sich selbst diskreter zu verhalten.

Diese Warnung kann auch in erotischen Träumen gesehen werden, bei denen die sexuelle Aktivität im Traumdenken als Seitensprung empfunden wird. Typische Aspekte sind ein im Traum empfundenes, schlechtes Gewissen, das Wissen um einen vorhandenen Partner oder der „Reiz des Verbotenen“, wobei die realen Umstände, ob der Träumer wirklich in einer Partnerschaft ist oder nicht, bei solchen Träumen eher irrelevant ist.

Emotion als Schlüssel zur Traumanalyse

Wie wohl kaum ein anderer Bereich in der Traumanalyse zeigen erotische Träume die emotionalen Seiten eines Menschen. Die vielfältigen Traummotive bilden ein komplexes System, welches dem tiefsten Inneren eines Menschen entspricht. Da werden ersehnte, aber versteckte Leidenschaften ebenso ausgelebt wie eigene Erlebnisse wieder ins Gedächtnis gerufen. Die Gefühlswelt des Träumers liegt in der Deutung offen wie die Worte eines Buches.

Tief aus dem Innersten steigen die Bilder auf und vereinen die Gefühlswelt mit den ureigensten Trieben. Entsprechend bergen erotische Träume ebenso, wenn nicht sogar mehr als alle anderen Traumarten, vielfältige Deutungsvarianten, die stets persönlich für den Träumenden gedeutet werden müssen, um eine schlüssige Aussage durch die Traumanalyse zu erhalten.

von der gofeminin-Redaktion

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