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Liebe & Psychologie

3 Gründe, warum Schimpfen richtig gut für uns ist!

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 11. August 2017

Das ist doch mal eine gute Nachricht: An Fluchen und schimpfen ist rein gar nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil sogar. Wer wie ein Seemann flucht, der macht sozusagen Werbung für sich.

Wie oft wird uns schon als Kind gesagt, dass wir nicht fluchen sollen. Die kleine Tochter einer guten Freundin sagte mal zu mir, "Scheiße" und "Arschloch" seien "Toilettenwörter", also Wörter, die man nur heimlich in die Kloschüssel sagt und dann schnell runterspült.

Wie gut, dass ich diesem Kind jetzt jubilierend entgegnen kann, dass all die herrlichen Schimpfworte ganz und gar nicht böse und pfui und tabu sind, sondern - jawohl - eigentlich etwas echt Gutes.

Hier sind drei schlagkräftige Argumente, für das gepflegte Fluchen:

1. Beschimpfungen statt Aggressionen

Wer jemanden beschimpft, der lässt Dampf ab und sorgt somit dafür, dass es nicht zu Handgreiflichkeiten kommt. Es ist sozusagen eine Ersatzhandlung für Aggressivität. Durch das lautstarke Fluchen können wir unsere Wut rauslassen, um uns danach schnell wieder zu fangen. Und so ein gebrülltes "A***!" ist wahrlich tausendmal sozialer, als dem Anderen eins auf die Zwölf zu geben.

Und noch etwas spricht für die liebe Schimpferei: Wer seiner Aggressin in Form von Fluchen freien Lauf lässt, lebt auch gesünder. Man bekommt zumindest nicht so schnell ein Magengeschwür vor lauter Ärger.

2. Wer schimpft, ist ehrlich

Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen, die regelmäßig fluchen, tendenziell weniger lügen und betrügen. So konnten verschiedene Wissenschaftler aus Maastricht, Stanford, Hong Kong und Cambridge bestätigen, dass es einen "durchgehend positiven Zusammenhang zwischen Obszönität und Ehrlichkeit" gibt.

Wer schimpft, sagt meist frei heraus, was er denkt und fühlt. Ohne Rücksicht auf die Konsequenzen. Schließlich ist es ja aus dem Moment der Wut heraus, dass wir mit wüsten Schimpfworten um uns werfen. Schimpfende Menschen sind somit zwar unflätig, aber zumindest ehrlich.

3. Schimpfen hilft gegen den Schmerz

Wenn man sich so richtig mies das Schienbein am Tisch rammt, möchte man im ersten Affekt nicht selten gegen den Tisch treten. Weil das wiederum neuen Schmerz hervorrufen würde, sind wir klug genug, uns verbal abzureagieren. Wir brüllen einmal laut. Das machen wir ganz automatisch. Was jedoch jetzt in einer Studie herauskam: In dem Moment, wo wir laut brüllen und schimpfen, lässt auch der Schmerz nach und wir können ihn besser ertragen.

Forscher um Richard Stephens von der Universität in Keele führten mit 38 Männer und 29 Frauen folgenden Test durch: Die Probanden mussten ihre Hände in eiskaltes Wasser halten. Diejenigen, die ihrem Schmerz lautstark mit einem Schimpfwort Luft machten, empfanden die Schmerzen als erträglicher und könnten die Hände länger im Eiswasser lassen. Übrigens: Bei Frauen funktioniert das noch besser als bei Männern.

Drei gute Gründe, die zeigen: Es ist also gar nicht so schlimm, wenn das eigene Kind öfters mal "Toilettenwörter" sagt.

Video: Herrlich ehrlich: Diese Kinder verraten ganz ungeniert, wie ihre Mamas fluchen

von Fiona Rohde

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