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Welche Konfektionsgröße ist die Richtige? | |||||||||
Kennen Sie das auch: Je nachdem, in welchem Bekleidungsgeschäft sie einkaufen oder zu welcher Marke Sie greifen, ändert sich plötzlich wie von Zauberhand Ihre Konfektionsgröße.
Keine Angst, Sie haben nicht auf dem Weg von einem Geschäft in das nächste fünf Kilo zugenommen, vielmehr begründet sich dieser Effekt dadurch, dass sich mittlerweile ein buntes Durcheinander von deutschen, französischen, englischen, amerikanischen und italienischen Konfektionsgrößen ergeben hat, bei dem man schnell mal den Überblick verlieren kann. Die deutschen Konfektionsgrößen
Wenn man die deutschen Größenangaben für Kleidung betrachtet, fällt auf, dass die Normalgrößen einer geraden Zahl zugeordnet sind, die zwischen 32 und 44 liegt. Diese Zahlen wirken auf den ersten Blick willkürlich, sind sie aber nicht. Vielmehr dient der Brustumfang als Ausgangspunkt einer kleinen Rechenaufgabe: Beträgt der Brustumfang einer Frau zum Beispiel 92 cm, wird dieser Wert halbiert und die Zahl sechs von diesem Ergebnis abgezogen. Die Dame aus unserem Beispiel käme dann auf den Wert 40, was somit ihrer Kleidergröße entspricht. Ist sie allerdings sehr viel größer als der Durchschnitt der deutschen Frauen - hier wird ein Wert von 164 cm bis 170 cm als Standard angenommen - kommt für sie auch eine Langgröße in Frage. Die entsprechende Kleidergröße erhält man dann durch die Multiplikation der Normalgröße mit der Zahl zwei. Umgekehrt teilt man die Normalgröße - hier also 40 - durch zwei, wenn man die Kurzgröße für kleine Frauen erhalten möchte.
Die Kleidung ist natürlich nicht nur an die Brustgröße angepasst, bei steigender Kleidergröße verändern sich auch die entsprechenden Werte für das Verhältnis von Hüfte und Taille. Soweit die graue Theorie, natürlich fallen die Kleidungsstücke je nach Label und Hersteller immer noch geringfügig anders aus. Trotzdem sollte es vielen Frauen möglich sein, auf diese Weise ihre Konfektionsgröße zu errechnen und passende Kleidung zu finden.
Konfektionsgrößen international
Genauso wie die Deutschen ihr spezielles System zur Errechnung der Kleidergrößen haben, haben auch andere Nationen ihre eigenen komplizierten Rechenaufgaben, bei denen aus einem Ausgangswert eine Konfektionsgröße errechnet werden soll. Besonders der Kauf von amerikanischen Jeans stellt frau oftmals auf eine harte Probe. Zumeist handelt es sich hierbei um Angaben in der Maßeinheit Zoll, die zum einen die Bundweite und zum anderen die Beinlänge beschreiben. Um also von einer amerikanischen Jeansgröße auf die eigenen Körpermaße zu schließen, muss man im Grunde nur von Zoll in Zentimeter umrechnen. Ein Zoll beträgt 25,4 mm, sodass eine Multiplikation der amerikanischen Größe mit 2,54 verrät, welche Angabe in Zentimetern hinter der rätselhaften Zahl steckt.
Als Europäer sind wir aber nicht nur von den Konfektionsgrößensystemen der Amerikaner betroffen, auch unsere Nachbarn tragen dazu bei, dass wir beim Kauf von Kleidung - speziell im Urlaub in Frankreich, Italien und England - immer wieder ins Grübeln geraten. Zur Orientierung kann gesagt werden, dass man - oh Schreck - in Italien und Frankreich immer zu größeren Zahlen greifen muss als in heimischen Gefilden. In England hingegen sieht sich eine deutsche Frau, die die Konfektionsgröße 38 trägt, mit einer rätselhaften 12 konfrontiert. Hier wird dem Umstand Rechnung getragen, dass sich die Frauen der einzelnen Nationen sogar innerhalb Europas anhand ihrer Statur unterscheiden und somit unterschiedliche Standardwerte für die Berechnung herangezogen werden.
Wer es genau wissen möchte: Hilfe im Chaos können spezielle Umrechnungstabellen bieten, wie sie sich in einigen Geschäften befinden oder wie sie im Internet einsehbar sind. Wer sich diesen Zahlenwust ersparen möchte, ist bestens beraten, sich die Kleidung genau anzusehen und einfach mal anzuprobieren: Zumeist braucht frau ohnehin nur einen Blick um abschätzen zu können, ob das entsprechende Kleidungsstück passen könnte oder nicht. Außerdem macht das lustige Probieren eine Shopping-Tour erst zum richtigen Shopping-Erlebnis. Ein Weg aus dem Konfektionsgrößen-Chaos?
Einen Ausweg aus dem Chaos der Konfektionsgrößen könnte ihre Vereinheitlichung auf europäischer Ebene liefern. Alle maßgeblichen Längen und Umfänge würden dann auf Basis einer EU-Norm namens EN 13402 angegeben. Jedes Kleidungsstück bekommt hierbei mehrere Zahlen zugeordnet, die dafür sorgen sollen, dass man schneller erkennt, welches Kleidungsstück passen könnte. Ein Kleid, zum Beispiel, wird mit Angaben über Hüft-, Taillen- und Brustumfang ausgestattet sein. Darüber hinaus steht es den Herstellern frei, weitere Maße anzugeben. Ob das nun aber tatsächlich für die gewünschte Erleichterung beim Shoppen sorgt oder ob der neue Zahlenwust und die Codierung zur weiteren Verwirrung beitragen werden, bleibt abzuwarten.
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Veröffentlicht von der Mode-Redaktion am 14/11/2008 08:50:00 | |||||||||
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