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Pelz – eine Frage der Mode
Pelz wird von fast allen großen Modehäusern verarbeitet. Doch während sich echte Damen und Hollywood-Diven vor 50 Jahren noch stolz und selbstbewusst mit Luxus-Pelz schmückten, gibt das Thema Pelz heute Anlass zu Diskussionen.
Viele namhafte Designer bemühen sich mittlerweile um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Pelz. Demgegenüber stehen zahlreiche Organisationen, die das Tragen von Pelz am liebsten ganz verbieten wollen. Pelz, ob geerbt oder direkt vom Laufsteg, ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Aber auch ein Kleidungsstück, das man nur tragen sollte, nachdem man die Gewissensfrage geklärt hat.
Pelz – eine Frage des Gewissens
Pelz polarisiert. Und zwar so extrem wie kein zweites Kleidungs-Material. Zwischen der Pro-Pelz-Fraktion und den Pelz-Gegnern fliegen die Fetzen.
Müssen Tiere wirklich qualvoll verenden, nur damit der Mensch einem flüchtigen Modegeschmack nacheifern kann? Ist es verwerflich, den geerbten Pelz der Lieblingsoma aufzutragen? Macht sich unglaubwürdig, wer gegen Pelze wettert, gleichzeitig aber im Supermarkt zum Schnäppchenjäger wird? Ist Pelz als wärmendes Kleidungsstück nicht so alt wie die Menschheit? Sollte, wer Pelz verteufelt, auch automatisch auf Lederschuhe und Lederjacken verzichten? Diese Fragen muss und sollte jeder für sich selbst beantworten.
Während sich heute viele prominente Damen öffentlichkeitswirksam Pelz-Verzicht auf die Fahne schreiben, spricht das Deutsche Pelzinstitut von Pelzen im Wert von 970 Millionen Euro, die jedes Jahr über deutsche Ladentheken gehen. Und tatsächlich: Viele Frauen zeigen sich mittlerweile wieder gern im wärmenden Pelz. Vor allem in Dänemark und Finnland werden auf speziellen Farmen Tiere für die Pelzverarbeitung gezüchtet, hauptsächlich Nerze und Füchse.
„Pelz von glücklichen Nerzen“, ähnlich wie „Eier von glücklichen Hühnern“ bleibt dabei wohl eine Utopie, auch wenn sich die Pelzindustrie zunehmend für eine artgerechte Haltung und Artenschutz ausspricht. Auf dem deutschen Markt stammen ca. 60 Prozent aller Pelze von Zuchttieren. Während der Pelzmarkt in Russland eingebrochen ist, boomt der Markt in China. Unbestritten ist, dass die Haltungsbedingungen auf chinesischen Pelz-Farmen inakzeptabel grausam sind.
Pelz – eine Frage des Stils
Wer sich mit Anfang Zwanzig einen Pelz überstreift, sieht meistens eher madamig und verkleidet, denn schick aus. Zumindest wenn es sich um einen klassischen Pelzmantel handelt. Ein echter Pelz ist ein Statement, ein echter Pelz setzt Signale. Er passt daher besser zu Damen mit Lebenserfahrung und gereiftem Stil.
Pelzstolas, Pelzwesten und kurze Pelzjacken sehen hingegen auch an jüngeren Frauen gut aus. Stylisch und immer passend sind Mützen, Schals, Mäntel und Westen aus Fake Fur. Fake Fur gibt es in verschiedener Qualität und Ausführung, von günstig bis teuer. Und auch wenn Fake Fur vielleicht nicht ganz so kuschelig ist wie echter Pelz: beim Tragen erübrigt sich die Gewissensfrage.
Designer und Pelz
Karl Lagerfeld verarbeitet in seinen Kollektionen sehr gerne Pelz, auch Marc Jacobs präsentiert Pelz auf dem Laufsteg. Ebenso wie die großen Modehäuser Givenchy, Burberry oder Louis Vuitton. Designerin Diane von Fürstenberg trägt auch privat gern Pelz.
Andere Designer widersetzen sich offen und vehement dem Pelz-Trend, etwa Designerin Stella McCartney, die ihre eigene Popularität nutzt, um Pelz verarbeitende Designer öffentlich an den Pranger zu stellen. Stella McCartney zum Beispiel verzichtet in all ihren Kollektionen konsequenterweise auch auf die Verwendung von Leder. Ihr allererstes, selbst gefertigtes Kleidungsstück war übrigens eine Jacke aus Wildlederimitat.
Promis in Pelz / Promis gegen Pelz
Pelz wärmt, Pelz kann ziemlich stylisch aussehen. Von Mary-Kate Olsen über Eva Herzigova, Jennifer Lopez oder Lindsay Lohan - viele prominente Frauen lieben Pelz. IT-Girl und Beauty-Queen Kim Kardashian kombiniert ihre Pelz-Weste aus Fuchsfell mit schlichten schwarzen Klamotten. Auch Fashion-Queens wie Vogue-Chefin Anna Wintour oder Stylistin Rachel Zoe tragen gerne und stilsicher Pelz. Sie sehen Pelz als ein Kunstwerk, erschaffen von Künstlern, und als ein Naturprodukt mit langer Tradition.
Obwohl Pelz allmählich wieder gesellschaftsfähig ist, sind die Absatzzahlen von Pelz insgesamt rückläufig: Ein Verdienst, den sich vor allem die Tierschutz-Organisationen zuschreiben. Zu den prominentesten Pelz-Gegnern gehört PETA, eine Organisation, die mit spektakulären Kampagnen auf sich aufmerksam macht. So auch vor der Berliner Fashionweek 2010, als wie Höhlenmenschen verkleidete Aktivisten auf Plakaten verkündeten: „Pelz gehört in die Steinzeit!“ Vor der PETA-Kamera, ganz nach dem Motto „Lieber nackt als im Pelz“, posierten bereits Promis wie Natalie Imbruglia, Eva Mendes, Christina Applegate, Charlize Theron, Pamela Anderson und Cosma Shiva Hagen. Auch DSDS-Jurorin Nina Eichinger ließ sich für PETA ablichten.
Pelz-Fakten
- Zobel und Seeotter zählen, neben Chinchilla, zu den edelsten Pelzen
- Eine Persianer-Jacke besteht aus Pelz vom Karakul-Schaf.
- Winterjacken mit Pelzkragen (etwa vom In-Label Woolrich oder Belstaff) haben meist einen Pelz aus Koyoten-Fell.
- Für einen einzigen Nerz-Mantel müssen ca. 50 Nerze ihr Leben lassen.
- In einem Fuchspelz sind ca. 12 Füchse verarbeitet.
- Pelz ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar.
- Ein Qualitätspelz kann 20 Jahre, bei richtiger Pflege auch länger getragen werden.
- In Europa gibt es circa 6000 Pelztierzüchter.
- Der Preis eines Pelzes richtet sich nach der Seltenheit des Pelztieres, der Qualität des Pelzes und dem Verarbeitungsaufwand.
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