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Madonna im Interview | |||||||||
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Bei den 68. Filmfestspielen von Venedig präsentierte Madonna ihren Film über das Leben von Wallis Simpson, jene Frau, für die Edward VIII. im Jahr 1936 auf den Thron von England verzichtete. Unser Redakteur Marco Spagnoli hat Madonna zum Interview in Venedig getroffen. Was hat Sie an Wallis Simpson so fasziniert? Sie ist zurzeit eine vielbesprochene Frau und tauchte zuletzt in dem Film "The King's Speech" auf. Madonna: Als ich damals geheiratet habe und nach England gezogen bin, hatte ich nicht sehr viele Freunde. Ich war in einer mir völlig fremden Umgebung und so begann ich, über Edward VIII. zu lesen. Ich hielt ihn für eine Shakespeare-Figur und war sehr überrascht davon, dass eine Person für die Liebe zu einer Frau, die im Grunde von allen nur gehasst wurde, auf den Thron verzichtete. Wallis Simpson wurde vieler Dinge beschuldigt. Sie war angeblich eine Ex-Prostituierte, eine Hexe und noch vieles mehr. Wenn Frauen ein gewisses Maß an Macht erreicht haben, werden Sie immer exrem harsch kritisiert oder sogar schlecht gemacht. Das ist eine sehr feministische Ansicht der Dinge ... Madonna: Ganz im Gegenteil. Ich bin keine Feministin, sondern eine Humanistin.
Madonna: Sicher. Auch ich habe eine gewisse Macht. Aber häufig überschätzen die Leute meine Möglichkeiten und fühlen sich von mir eingeschüchtert. Anstatt zu versuchen mich zu verstehen, entscheiden sie sich lieber dazu, Angst vor mir zu haben. Wer sind Ihre weiblichen Vorbilder? Madonna: Frida Kahlo, Martha Graham, Tina Modotti. Ich mag Künstlerinnen, Frauen, die für Freiheit kämpfen und politische Aktivistinnen, die es trotz ihres Lebens in einer Männergesellschaft geschafft haben, ihren Weg zu gehen und sich zu emanzipieren. Denken Sie doch mal an Elizabeth von England. Es gab immer wieder Stimmen, die behauptet haben, sie wäre in Wirklichkeit ein Mann. Wenn eine Frau viel Macht und keine Kinder hat, wird gleich gemunkelt, sie sei keine richtige Frau. Was halten Sie von Ruhm? Madonna: Wir leben in einer Welt, die besessen ist von Ruhm. Heute ist es sehr einfach, berühmt zu werden. Die Leute glauben ja sogar, dass sie, wenn sie ein Foto von einer Person sehen, die mit ihren Kindern im Garten spielt, etwas Intimes sehen. Das ist doch nur eine Illusion. In Wirklichkeit wissen diese Leute doch rein gar nichts über die Menschen da im Garten. Warum widmen Sie sich dem Kino? Madonna: Weil ich es genieße, mich weiterzuentwickeln und weil ich den Wunsch verspüre, meine Energie in ausdrucksstarke, ganz unterschiedliche Bereiche zu stecken. Ich habe ja nicht nur Filme gedreht, sondern auch Bücher für Kinder geschrieben und Klamotten designt. Hätten Sie jemals gedacht, dass Sie eines Tages selbst einmal Regie führen würden, nachdem Sie schon mit Sean Penn und Guy Ritchie, zwei sehr talentierten Regisseuren, verheiratet waren?
In Ihrem aktuellen Film wird behauptet, es mache keinen Sinn dafür zu kämpfen, Perfektion zu erreichen. Ein Konzept übrigens, das in der Vergangenheit bereits von Federico Fellini zum Ausdruck gebracht wurde. Madonna: Perfektion gibt es nicht. Trotzdem dürfen wir die Dinge nicht nur oberflächlich betrachten. Ein Buch sollte eben nicht aufgrund seines Covers beurteilt werden. Und genauso wenig sollte man glauben, man kenne eine Person, nur, weil man einen Artikel über sie gelesen hat. Genau wie im Fall dieses Interviews? Madonna: Genau wie in diesem Fall. Lesen Sie auch auf gofeminin.de: > Schaulaufen auf dem roten Teppich in Venedig > Noch mehr Stars, Filme, Musik und Bücher in unserer Kultur-Rubrik jw | |||||||||
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Inhaltsverzeichnis Madonna im Exklusiv-
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