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Nach 30 Jahren Nikka Costa | ||||||
Nikka Costa war so etwas wie der erste mediale Kinderstar in den USA. Als Miley Cirus noch nicht einmal angedacht, geschweige denn gezeugt war, sang Nikka Costa sich schon in die Charts. Auch in Europa. Mit fünf Jahren nahm sie ihre erste Single auf, mit acht machte sie ihre erste Welttournee. Ihre Songs belegten wochenlang die ersten Plätze in den USA, Spanien und Frankreich. Sie war ein internationaler Star bevor sie richtig schreiben konnte. Die Musikerkarriere war ihr so etwas wie in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater Don Costa war als Musiker, Songschreiber und Produzent erfolgreich. Berühmte Musiker gingen bei der Familie ein und aus, als sie nach einem Aufenthalt in Japan, wo Nikki geboren wurde, wieder in die USA zurückkehrten. Frank Sinatra war nicht nur ihr Gesangspartner, sondern auch ihr Patenonkel. Nikka Costa: Eine Hochzeit, mehrere Bands und 30 Jahre später Fast 30 Jahre nachdem Nikka Costa ihre erste Single in Deutschland veröffentlicht hat, steigt sie jetzt wieder in den deutschen Charts ein. "Ching, ching, ching" ist die erste Auskopplung ihres Albums "Pro Whoa!" Die Kombination zeigt: Tiefsinnigkeit hat erst einmal keinen Platz, mit Hochdruck wird an ihrer zweiten Karriere gebastelt. Jetzt, als Erwachsene, als hübsche Frau Mitte 30, als Mutter einer Tochter. Bei ihrem Besuch in Berlin wirkt sie müde. Sie entschuldigt sich, sie habe schlecht geschlafen. Aber es sind nicht nur die dunklen Augenringe oder wie sie bei jeder Antwort die ersten Wörter des Satzes in die Länge zieht, dazwischen missmutig ihren gelben und roten Humus auf ein Brot schaufelt und in den Mund schiebt als sei es Medizin. Nikka Costa wirkt, als habe sie eigentlich keine Lust mehr.
Der Nikka-Costa Sound: Erst Funk, jetzt Elektro Als ein Song von ihr in einer Tommy Hilfiger Werbung spielte, wurde man auch in den USA wieder auf sie aufmerksam. Nikka tourte mit Lenny Kravitz, sang mit Mark Ronson, lieferte Soundtracks zu Johnny Depps Film "Blow" und zur Serie "Grey's Anatamony". Ihren eigenen Stil hatte sie nun, groovy, in Richtung Funk, sogar mit HipHop Elementen arbeitet sie. Das war Tanzmusik, aber mit Gewicht. Sie passte zu Nikki, einer kleinen, drahtigen Person mit wildem Lockenkopf und großen grünen Blitze-Augen. Sie passte auch zu Nikkas funkiger Stimme, an der sie in den letzten Jahren hart gearbeitet hat. Umso überraschender nun das neue Album. "Pro Whoa!" ist reinster Seicht-Pop mit viel Elektro, keine Höhen und Tiefen, keine Gefühlsausschläge. Auch das ist Tanzmusik. Aber sie hat keine Seele. Es hat etwas von Varieté-Theater, Folge 836. Nikka Costa scheint auch hier nicht ihren Weg gefunden zu haben, auch wenn sie erklärt: "Als Musikerin will ich ausprobieren, mich immer weiterentwickeln." In der ersten Single "Ching, ching, ching" lästert Nikka Costa über Menschen, die berühmt werden wollen, ohne viel dafür tun zu wollen. "Früher wurde noch wert darauf gelegt, dass man gut ist in dem, was man macht. Heute ist es viel oberflächlicher geworden. Jeder kann heute berühmt werden", erklärt sie. "Ich will zeigen, dass Musik zu machen, gute Musik, eine Leidenschaft sein muss. Und es ist verdammt harte Arbeit." Und das weiß wohl niemand so gut wie Nikka Costa selbst. Das Video zu "Ching, ching, ching" können Sie sich hier ansehen. "Pro Whoa!" ist am 1.Oktober bei EMI Music erschienen. Lesen Sie weiter auf goFeminin.de: > Till Brönner, der Mann mit dem X-Faktor > Graziella Schazad: Feel Who I Am > Lily Allen: Wer ist sie wirklich? smb | ||||||
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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 21/10/2010 | ||||||
Inhaltsverzeichnis Nikka Costa: Ein Kinderstar wird erwachsen
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