Eine Quelle der Zärtlichkeit, der Sinnlichkeit und
lustvoller Erregung zugleich: Das Vorspiel ist ein fester Bestandteil des sexuellen Aktes. Wird es einfühlsam ausgeführt hilft es, das gegenseitige Vertrauen und die Intimität eines Paares zu stärken.
Eine Einladung zu innigenSinnesfreuden
Als Vorspiel bezeichnet man alle zwischen den Partnern ausgetauschten Zärtlichkeiten, die ohne Penetration stattfinden. Dazu gehören u.a. Küssen, Streicheln und orale Stimulierung - Gesten, die den Körper sanft auf den Geschlechtsverkehr einstimmen: Die Sinne werden geweckt (tasten, sehen, riechen) und senden Signale an Gehirn, Genitalien und diverse erogene Zonen. Resultat: Die Partner befinden sich in einem Zustand intensiver sexueller Erregung und sind bereit für den sexuellen Akt an sich.
Im Allgemeinen benötigen Frauen mehr Zeit als Männer um einen ausreichenden Erregungsgrad zu erlangen. Sobald dieser erzielt ist erleichtert die vaginale Lubrifikation (die Scheide wird feucht) die Penetration und garantiert so einen schmerzfreien Akt.
Die Techniken
Das Ziel des Vorspiels besteht darin, beide Partner auf die geteilten Sinnesfreuden vorzubereiten. Sowohl er als auch sie versucht den anderen so stark wie möglich zu erregen und durch sinnliche Zärtlichkeiten für den Geschlechtsverkehr in Stimmung zu bringen. Dabei beginnen die Partner meist mit nicht sexuellen Streicheleinheiten (Gesicht, Nacken, Ohrläppchen, Bauch, Rücken) um Spannungen zu lösen. Auch Massagen, Küsse und Koseworte helfen eine sinnliche Atmosphäre aufkommen
zu lassen. Es folgen erotischere Zärtlichkeiten in den erogenen Zonen und im Genitalbereich (Brüste, Po,...). Im Laufe des Vorspiels steigt die Lust aufgrund der immer sinnlicheren Liebkosungen (gegenseitige Masturbation, Cunnilingus, Fellatio in der 69-Stellung etc.) an. Die Erregung erreicht ihren entscheidenden Punkt wenn der Partner eine Erektion bekommt und die Scheide der Partnerin feucht wird: Der eigentliche Geschlechtsakt, d.h. die Penetration, kann beginnen.
Das Geheimnis eines gelungenen Vorspiels
Das Vorspiel ist für beide Partner die Gelegenheit zu entspannen, den Alltag und alles um sich herum zu vergessen um sich völlig fallen zu lassen und dem anderen hinzugeben. Diese den Geschlechtsakt einleitenden Zärtlichkeiten sind eine wundervolle Möglichkeit, dem Partner seine volle Aufmerksamkeit zu widmen.
Dabei kann es sehr romantisch – aber auch humorvoll und sexy zugehen. So können Sie das Vorspiel spannend gestalten:
- Denken Sie daran, dem Vorspiel mit verführerischen Szenarien und erotischen Spielen Würze zu verleihen.
- Er steht auf sexy Dessous? Dann steigern Sie seine Lust mit einem Striptease – der in einer verführerischen Nacktpose endet.
- Er (und Sie) sind empfänglicher für Stimulierungen der Tastsinne? Dann gönnen Sie ihm eine ausgiebige Massage mit einem sinnlich duftenden Massageöl oder, warum nicht, in einem warmen Schaumbad bevor Sie sich ins Schlafzimmer begeben...?
- Auch eine erotische Lesestunde kann stimulierend wirken: Lassen Sie sich von den fantasievollen Stellungen des Kamasutra inspirieren! Auch die Lektüre anderer erotischer Texte kann Sinne und Fantasien stimulieren.
- Stichwort Verhütung: Wussten Sie, dass das Überziehen des Kondoms eine äußerst sinnliche Angelegenheit sein kann? Denken Sie daran, wenn Sie das Präservativ mit dem Mund lasziv über den erregten Penis Ihres Liebsten stülpen
und langsam nach unten rollen...
Warum Frauen das Vorspiel lieben… und Männer weniger.
Frauen betrachten das Vorspiel als eine sinnliche und für einen gelungenen Geschlechtsakt absolut notwendige Einleitung. Für manche ist das Vorspiel sogar unverzichtbar um einen Orgasmus zu erlangen. Viele Männer hingegen schenken dem Vorspiel weitaus weniger Bedeutung. Schlimmer noch: Bei einigen erfolgt die Penetration sogar ohne jegliche Einleitung.
Die Gründe:
- Einige Spezialisten sind überzeugt, dass es für viele Männer immer noch als unmännlich gilt Gefühle zu zeigen. Sie ziehen es daher vor ihre weibliche, sensible Seite zu unterdrücken.
- Für andere ist dieser geschlechtsspezifische Unterschied schlicht und einfach darauf zurückzuführen, dass sich der männliche und weibliche sexuelle Zyklus voneinander unterscheiden:
Bei Männern steigt die Erregung oft schneller an (Erektion und Ejakulation) und geht mit einem triebhaften Lustempfinden einher.
Frauen benötigen häufig mehr Zeit um ihre Lust zu steigern und einen für die Vaginallubrifikation ausreichenden Erregungsgrad (eine unverzichtbare Bedingung um einen Orgasmus zu erlangen) zu erreichen.
Resultat: Mann und Frau haben oft Schwierigkeiten sich aufeinander abzustimmen und ihr Lustempfinden zu synchronisieren.
Und nach dem Geschlechtsverkehr?
Neben dem berühmten Vorspiel darf natürlich auch das zärtliche Nachspiel nicht vergessen werden um den Geschlechtsakt würdig ausklingen zu lassen. Sanfte Streicheleinheiten, innige Küsse und Kuscheln sind eine schöne Möglichkeit die beim sexuellen Akt entstandene Intimität weiter hinauszuzögern! Doch auch hier sind die Geschlechter unterschiedlicher Auffassung: Für Frauen ist das Nachspiel eine schöne Geste um dem Partner über die Lustgefühle hinaus Liebe und Respekt zu beweisen. Männer hingegen tendieren dazu, sich nach dem Akt erst einmal von der körperlichen Anstrengung zu erholen – und einzuschlafen. Doch auch das ist biologisch bedingt. Machen Sie ihm also nicht allzu große Vorwürfe...
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