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Eine Panne im Bett gehört zu den Erlebnissen, die sich jeder Mann gerne ersparen würde. Niemand spricht gerne offen über Erektionsprobleme. Dabei kommt die erektile Dysfunktion (ED) viel häufiger vor, als man denkt. Egal ob die Störung gelegentlich oder dauerhaft auftritt: Ihr Bettgenosse hüllt sich lieber in pein- liches Schweigen statt eine Lösung zu finden.
Was versteht man unter einer Erektionsstörung?
Das umgangssprachliche Wort "Impotenz" hat eine abwertende Konnotation und wurde daher von dem Begriff "erektile Dysfunktion" (ED) abgelöst.
Unter Erektionsstörung versteht man die Unfähigkeit oder Schwierigkeit, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, sodass ein erfüllter Geschlechtsverkehr unmöglich ist. Falls dies bei Ihrem Partner bisher nur einmal vorgekommen ist besteht kein Grund zur Panik. Man spricht erst von einer ED wenn sich die Insuffizienz wiederholt und länger als drei Monate andauert. Gut zu wissen: Vorzeitiger Samenerguss oder Unfruchtbarkeit gehören nicht in die Kategorie der Erektionsstörungen.
Ein paar Zahlen
Eine Erektionsstörung tritt meistens bei Männern über 40 auf. In Deutschland sind schätzungsweise zwischen 4 und 6 Millionen Männer von der chronischen sexuellen Störung betroffen. Eine Umfrage der Universitätsklinik Köln (KEED) ergab, dass durchschnittlich 19,2% der 30-80-Jährigen an einer erektilen Dysfunktion leiden. Das Phänomen betrifft also alle Altersgruppen, auch wenn die Häufigkeit mit fortgeschrittenem Alter zunimmt. Nur 2,3% der befragten Männer unter 40 haben eine Erektionsstörung. Danach steigen die Zahlen deutlich an: 9,5% im Alter von 40-49, 15,7% im Alter von 50-59, 34,4% im Alter von 60-69 und 53,4% im Alter von 70-80.* Egal ob es sich um eine vorübergehende Ermüdungserscheinung oder eine echte Dysfunktion handelt: Die Männer neigen letztendlich dazu, ihre Manneskraft in Frage zu stellen.
(*Quelle: Impotenz Selbsthilfe).
Die Ursachen der Funktionsstörung
Organische Ursachen
- Hormone: Über 50 begünstigt ein Testosteron-Defizit das Auftreten von Erektionsstörungen.
- Neurologische Ursachen betreffen Männer, die an einem Nervenleiden erkrankt sind. Zum Beispiel: multiple Sklerose (MS), Querschnittslähmung oder Schlaganfall. Aber auch Diabetes-Patienten und Männer, bei denen eine Prostatektomie durch-geführt wurde, gehören zu dieser Kategorie. Denn diese Krankheiten verursachen häufig eine Unterbrechung der neurologischen Verbindung zwischen Gehirn und Penis.
- Alle Herz-Kreislauf-Beschwerden lösen Erektionsstörungen aus, weil die Schwellkörper des Penis als Folgeerscheinung der Durchblutungsstörung nur unzureichend mit Blut gefüllt werden. Zum Beispiel: Bluthochdruck, Alkohol, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel.
- Medikamentöse Ursachen: Manche Behandlungen können zu Dysfunktionen führen. Dies trifft auf Antidepressiva, Hormonbehandlungen, neuroleptische Arzneimittel, blutdrucksenkende Medikamente und Antikonvulsiva zu.
Psychologische Ursachen
- Individuelle Ursachen hängen mit dem persönlichen Zustand der Person zusammen. Zum Beispiel: Stress, Angstgefühle, Depressionen, Versagensängste.
- Ursachen in der Beziehung: Konflikte innerhalb der Beziehung, eine Trennung oder eine negative Einstellung der Partnerin können zu Erektionsstörungen führen.
Wie reagiert man am besten auf eine Panne im Bett?
Bleiben Sie positiv! Denken Sie nicht gleich, dass die Störung mit seinen Gefühlen oder seiner Lust für Sie zusammenhängt. Entschärfen Sie die Situation ohne seine Männlichkeit anzuzweifeln. Es muss eine gemeinsame Kommunikation hergestellt werden damit er die Probleme bewältigen kann. Signalisieren Sie ihm, dass Sie zu Zweit nach einer Lösung suchen werden! Bevor Sie eine ärztliche Untersuchung in Erwägung ziehen können Sie erst neue Spiele ausprobieren, bei denen das beste Stück Ihres Partners nicht unbedingt gebraucht wird: Massagen, Zärtlichkeiten, Streichen oder Küsse. Das hilft ihm dabei, sich auf die Gefühle seines Körpers
zu konzentrieren und sich dadurch leichter zu entspannen... Wenn die Probleme anhalten, sollten Sie zum Arzt gehen.
Wer ist dafür zuständig?
- Der Hausarzt ist die erste Ansprechperson, an die Sie sich wenden sollten.
Selbst wenn Ihr Partner Hemmungen hat, sich seinem Arzt anzuvertrauen sollten Sie ihn dazu motivieren, eine medizinische Beratung in Anspruch zu nehmen. Bestimmte Erektionsstörungen sind manchmal ein Hinweis auf schwerwiegendere Krankheiten. Der Arzt fragt den Patienten in der Sprechstunde, wie häufig die Störungen auftreten und welche Krankheiten in der Vergangenheit aufgetreten sind. Danach folgt eine körperliche Untersuchung der externen Geschlechtsorgane und der Prostata. Es können auch zusätzliche Untersuchungen verschrieben werden. Je nach Behandlung wird der Patient eventuell an einen Urologen weiter verwiesen.
- Ein Sexologe: Dieser Beruf ist in Deutschland noch relativ unbekannt und nicht genau definiert. Insofern sollten Sie sich vorher genau über den Sexologen informieren, den Sie aufsuchen möchten, damit Sie nicht auf einen Scharlatan hereinfallen. Wenn der Sexualberater kein ausgebildeter Arzt ist, bietet er Ihnen entweder eine Beratung mit Tipps oder eine individuelle Psychotherapie bzw. eine Paarpsychotherapie an.
Die Wunderpillen
Die medikamentöse Behandlung ist rezeptpflichtig. Die so genannten PDE-5-Hemmer sorgen dafür, den Blutfluss im Penis oder im zentralen Nervensystem zu erhöhen um alle Voraussetzungen für eine Erektion zu schaffen. Die Wirkstoffe tragen dazu bei, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, wobei trotzdem eine sexuelle Stimulation nötig ist.
- Wirkstoff Sildenafil (Marke: Viagra ®): Mit Abstand das bekannteste Potenzmittel! Die Wirkung macht sich nach ca. einer halben Stunde bemerkbar und hält ungefähr 3-4 Stunden lang an.
- Der Wirkstoff Vardenafil (Marke: Levitra ®) wird 25 Minuten vor dem Verkehr eingenommen. Die Erektion bleibt in der Regel 4-5 Stunden lang bestehen.
- Wirkstoff Tadalafil (Marke: Cialis ®): Anders als ihre Konkurrenten kann diese Pille 12 Stunden vor dem Sex geschluckt werden. Die Wirkung hält nach der Einnahme bis zu 36 Stunden an!
WICHTIG: Es darf auf keinen Fall mehr als eine Pille pro Tag eingenommen werden! Die verschiedenen Präparate dürfen nicht gemischt werden! Diese Medikamente sind nicht für Patienten mit einer schweren Herzschwäche, Nierenleiden oder einer schweren Angina Pectoris geeignet. Fragen Sie Ihren Arzt!
Mechanische Behandlungsmöglichkeiten
In diesem Zusammenhang hat sich die Vakuum-Penis-Pumpe als effizientes Hilfsmittel bewährt. Der Penis wird in ein durchsichtiges Plastikrohr gelegt. Dann wird mit einem Pumpmechanismus Unterdruck erzeugt, der die Durchblutung der Schwellkörper bewirkt. Der Penis erreicht somit wieder die übliche Versteifung. An der Peniswurzel befindet sich ein Gummiring, der die Erektion auch dann aufrecht erhält wenn das Gerät entfernt wurde. Die Penis- oder Potenzpumpe wird vor allem dann empfohlen, wenn sich die medikamentöse Behandlung als erfolglos erweist.
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