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Sadomasochismus


 - Sadomasochismus

Für Anhänger von sadomasochistischen Praktiken
ist der Schmerz eine Lustquelle. Unterwerfung, Demütigung und Leiden werden im Rahmen eines sexuellen Macht-spiels zur Luststeigerung eingesetzt. Wie? Warum? Weshalb? Erfahren Sie mehr über das Phänomen...

Was ist Sadomasochismus?
Es handelt sich um eine sexuelle Praktik, bei der Schmerzen, Dominanz oder Erniedrigungen eingesetzt werden um ein neues Lusterlebnis herbei zu führen. Der Begriff Sadomasochismus setzt sich aus Sadismus und Masochismus zusammen.
Von Sadismus (vom französischen Erotikautor Marquis de Sade abgeleitet) spricht man, wenn eine Person das Objekt ihrer Begierde leiden lässt um Lust zu empfinden (Schmerzen zufügen).
Masochismus ist das umgekehrte Verhalten: Eine Person hat das Bedürfnis, eine gewisse Demütigung und körperliche Züchtigung auferlegt zu bekommen, um dieselbe Lust zu erleben (Schmerzen erhalten).
Die Partner entwickeln daher in der Beziehung eine Rollenverteilung als dominante und dominierte Person (Herr und Sklave) und praktizieren verbale Beleidigungen oder körperliche Misshandlungen, die beiden eine intensive Befriedigung verleihen.

Die Praktiken
Sadomasochismus sollte nicht mit Bondage (Fesselung) verwechselt werden:
Der Einsatz von Handschellen ist heute, wie das neckische Hintern versohlen, eine spielerische Methode um den Sexalltag aufzupeppen. Der echte Sadomaso (SM) befindet sich eine Stufe höher. Es ist eine bestimmte Inszenierung nötig, daher wird die Technik meist in speziellen Sadomaso-Clubs praktiziert. Jeder Partner verkleidet sich mit einem Kostüm, das seinen Status symbolisiert, und verwendet diverse Utensilien: Masken, Handschellen, Seile, Ketten, Peitschen...

Die dominante Person (Top, Herr, Domina) verlangt zuerst in einem Ritual die freiwillige Unterwerfung der dominierten Person (Bottom, Sklave). Wichtig: Die einvernehmliche Zustimmung beider Partner ist die Voraussetzung für den weiteren Verlauf des Machtspiels. Der „Top-Partner“ vollzieht nun unterschiedliche Rituale, um den „Bottom-Partner“ unter seine Herrschaft zu bringen. Im Hinblick auf die erwünschte Demütigung kann der Top-Partner den Bottom-Partner dazu zwingen, erniedrigende Positionen einzunehmen, ihn fesseln (um ihn besser dominieren zu können) und verbale Gewalt (Beleidigungen) oder körperliche Foltermethoden einsetzen: Auspeitschen, Objekte in die Körperöffnungen einführen (Vagina, Anus, Mund)... Bei manchen extremen Sadomaso-Strömungen kommt es zu deutlich ernsthafteren Verstümmelungen: Piercings, Tattoos, Hautritzungen oder sogar Verbrennungen.

Die Sadomaso-Anhänger
Die Praktik galt lange als normabweichendes und verwerfliches Verhalten und war deshalb auf bestimmte Milieus beschränkt, zum Beispiel auf die organisierte Prostitution. Der Boom der Partnertauschclubs und Bondage-Techniken hat dazu beigetragen, dass der Sadomasochismus seine Tabustellung verloren hat. Der echte SM, der Schmerzen bereitet, bleibt eine marginale Technik, auch wenn er immer mehr Neugierige anlockt: die Monotonie durchbrechen, eine Sexphantasie verwirklichen, die Lust des Partners anheizen, neue Gefühle ausprobieren... sind mögliche Gründe dafür, dass der Sadomaso-Club so manchem Pärchen einen kleinen Umweg wert ist.

Pervers oder sexuelle Selbstbestimmung?
Der Sadomasochismus wird von der Gesellschaft immer noch scharf verurteilt. Die Medizin nimmt ebenfalls eine ablehnende Stellung zu diesen Praktiken ein und geht davon aus, dass es sich um eine schwere psychische Krankheit handelt. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, einem waschechten Sadisten in die Hände zu fallen, weil die Spielregeln am Anfang immer von beiden Partnern festgelegt werden. Es handelt sich also um ein zeitlich begrenztes dominantes Verhalten, das im Einvernehmen beider Partner stattfindet und nicht um eine tatsächliche perverse Neigung, die keine Grenzen kennt.

Vorsicht, Gefahr!
Damit die Situation nicht außer Kontrolle gerät muss das Limit gemeinsam festgelegt werden: Manche Praktiken können gefährlich sein. Es liegt in der Natur der Sache, dass Gewalt zu Verletzungen führen kann. Für den Ernstfall wird oft ein Stichwort (Safeword) oder eine Geste vereinbart, um sofort aufzuhören, wenn sich einer der beiden unwohl fühlt (meist der Bottom-Partner). Die Sicherheit ist eine unerlässliche Bedingung für Sadomaso-Spiele. Es ist ebenfalls extrem wichtig, die Auswirkungen der Praktiken auf das psychologische Gleichgewicht einzuschätzen. Auch hier ist das Risiko für den Bottom-Partner am größten.

Die Gesetzliche Lage...
Es ist heutzutage selbstverständlich, dass jeder sein Sexualleben so gestaltet, wie er es möchte. Kann man sich daher alles erlauben, nur weil es in den Bereich der persönlichen Intimität fällt? In Deutschland ist Sadomasochismus legal wenn die Praktiken zwischen volljährigen Personen einvernehmlich praktiziert werden. Hier liegt die Grenze: Selbst wenn Sadomaso-Spiele grundsätzlich auf einer Herr-Sklave-Beziehung beruhen darf kein Partner den anderen ohne dessen Zustimmung misshandeln. Wenn die Handlungen nicht einvernehmlich stattfinden handelt es sich um eine Gewalttat und das Opfer hat somit auch das Recht, Anzeige wegen Körperverletzung, Beleidigung, Freiheitsberaubung oder sexueller Misshandlung zu erstatten.

Und die Gefühle ?
Die Tatsache, dass sich die Partner in der sexuellen Beziehung Gewalt und Erniedrigungen zugestehen, heißt nicht, dass es keine affektive Verbindung zwischen den beiden Akteuren gibt. Ganz im Gegenteil. Die Sadomaso-Rituale beruhen in erster Linie auf gegenseitigem Vertrauen. Deshalb werden die SM-Praktiken meistens in einer stabilen Partnerschaft praktiziert und weniger (wie oft angenommen) in freien Beziehungen oder Partnertauschclubs. Die Entscheidung, sich dem Sadomasochismus hinzugeben, wird von beiden Partnern gemeinsam getroffen, wie dies auch bei anderen Sextechniken der Fall ist. Sadomaso-Spiele schließen also nicht die Gefühle aus, die zwischen zwei Personen existieren.


Veröffentlicht von Linda Chevreuil
am 12/03/2008 11:14:00
Die Lesernote: 3.2/5
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Die besten User-Kommentare
: « ich lebe BDSM seid fast 8 Jahren nun ..... schade das der Kommentar nicht wirklich etwas aussagefähiger ist... »
: « Bin selbst SM-ler, und kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Der Text ist zu Allgemein, und etwas realitätsfremd... »
: « Dieser Artikel ist stark verallgemeinernd und in einigen Teilen sachlich falsch... »
: « Lächel, es gibt wohl sicher mehr Arten, BDSM zu praktizieren, als Stino-Sex... »
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