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Seit Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben
worden sind werden die weiblichen Genitalien als lasterhaftes Objekt der Sünde und Begierde verteufelt und schamhaft versteckt. Auch wenn die intimsten Stellen einer Frau heutzutage kein Tabu mehr sind strahlen sie immer noch einen geheimnisvollen Reiz aus. Ein kleiner Überblick...
Die sichtbaren äußeren Geschlechtsorgane…
Im Gegensatz zum Mann befinden sich die Geschlechts- organe der Frau hauptsächlich im Körperinneren.
- Die weibliche Scham (Vulva) ist der Oberbegriff für
alle äußeren Genitalien der Frau, darunter auch die Schleimhäute. Diese Stelle wird in der Literatur mit poetischen und bildhaften Begriffen beschrieben und in der Malerei meistens schamhaft mit der Hand verdeckt.
- Am auffälligsten ist der Venushügel (Mons pubis): ein kleines Fettpolster über dem Schambein. Die charakteristische Schambehaarung auf dem Venushügel hat die Form einer umgekehrten Pyramide.
- Zwischen den Beinen befinden sich die großen und kleinen Schamlippen, die je nach Form mehr oder weniger sichtbar sind. Wenn die Schamlippen leicht geöffnet werden wird der so genannte Scheidenvorhof frei gelegt: Die Zone, in der sich die Öffnung der Harnröhre (durch die der Urin abgegeben wird) und etwas weiter hinten der Scheideneingang befindet.
- Die kleinen Schamlippen bilden vorne eine Falte (das Klitoris-Häubchen) um
die Klitoris zu schützen. Der erektile Knoten hat die Form einer Knospe und ist mit unendlich vielen Nervenenden ausgestattet. Die Klitoris ist eine wichtige Lustquelle der Frau.
… und die unsichtbaren Genitalien
Alle für die Fortpflanzung relevanten Geschlechtsorgane befinden sich im Inneren des weiblichen Körpers.
- Auf beiden Seiten des Unterleibs liegt je ein Eierstock (Ovar), in dem die Eizellen aufbewahrt werden.
- Der Eileiter führt vom Eierstock bis zur Gebärmutter (Uterus).
- Die Gebärmutter hat die Funktion, im Falle einer Befruchtung den Embryo zu empfangen. Die von den Eierstöcken abgesonderten Hormone beeinflussen die Veränderung der Gebärmutterschleimhaut. Im Falle einer Schwangerschaft verändert sich die Gebärmutterwand um das befruchtete Ei aufzunehmen.
- Die trichterförmige, ca. 8 cm tiefe Scheide (Vagina) ist sehr stark durchblutet und extrem elastisch. Deshalb kann der Mann beim Geschlechtsverkehr den Penis problemlos einführen. Bei einer Geburt wird das Baby ebenfalls durch die Scheide ausgestoßen.
- Kurz hinter dem Scheideneingang befindet sich eine kleine ringförmige Membran, die bei jeder Frau unterschiedlich stark ausgebildet ist: das Jungfernhäutchen. Das sagenumwobene Stückchen Haut ist nur bei (jungen) Frauen intakt, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Das Jungfernhäutchen ist nicht komplett zugewachsen sondern in der Mitte leicht geöffnet, damit das Regelblut einmal im Monat austreten kann. Normalerweise wird der Hautring beim ersten Geschlechtsverkehr eingerissen, was zu einer leichten Blutung führen kann. Es kann aber auch bei manchen Sportarten einreißen (Tanzen, Gymnastik...).
Lustempfindliche Organe
Die Genitalien sind Fortpflanzungs- und Lustorgane zugleich, sie sind stimulierbar. Manche weibliche Körperzonen verändern sich kurzzeitig beim Sex: Wenn eine Frau erregt ist vergrößert sich das Volumen der kleinen Schamlippen. Sie füllen sich mit Blut, schwellen an und werden rot. Auch die Klitoris füllt sich bei einer Stimulation mit Blut und tritt aus dem Klitoris-Häubchen hervor. Die Scheide wird stärker durchblutet und produziert eine natürliche Gleitflüssigkeit um die Penetration zu erleichtern. Kurz vor dem Orgasmus ziehen sich die Scheidenmuskeln zusammen. Sobald die Erregungsphase abfällt nehmen die Organe wieder ihre ursprüngliche Form, Größe und Farbe an.
Der Monatszyklus
Die Funktionsweise der weiblichen Genitalien unterliegt einem Zyklus, der sich alle 28 Tage wiederholt. In der ersten Phase produzieren die Eierstöcke Hormone, um die Eizelle heranreifen zu lassen. In diesen 12-14 Tagen bereitet sich die Gebär- mutter darauf vor, eventuell eine Eizelle zu empfangen, die von einem Spermium befruchtet wurde. Wenn die Eizelle reif ist wird sie von einem der beiden Eierstöcke ausgestoßen. Dieser Vorgang wird als Eisprung (Ovulation) bezeichnet.
Die Eizelle hat nur eine Lebensdauer von wenigen Tagen und kann nur in dieser
Zeit befruchtet werden. Bei einer Schwangerschaft nistet sich der Embryo in der Gebärmutter ein. Ab der 9. Schwangerschaftswoche und bis zur Geburt spricht man dann von einem Fetus (Fötus). Wenn es nicht zu einer Befruchtung kommt stirbt die Eizelle ab, die Gebärmutterschleimhaut löst sich auf und wird zusammen mit ihren Blutbestandteilen durch die Scheide abgesondert. Dieser Vorgang heißt Menstruation (auch Monatsblutung bzw. Regel). Danach beginnen die Eierstöcke wieder mit der Hormonproduktion für die nächste Eizelle.
Wenn die biologische Uhr tickt
Eine Frau kann nur in einem bestimmten Zeitraum ihres Lebens Kinder bekommen, weil ihr Körper nur über eine begrenzte Menge an Eizellen verfügt, die ab der ersten Regel jeden Monat für eine potentielle Befruchtung heranreifen. Ein Mädchen trägt bei der Geburt bereits ca. 200.000 unreife Eizellen in den Eierstöcken. Wenn diese Menge aufgebraucht ist produzieren die Eierstöcke keine Hormone mehr und stellen ihre Tätigkeit ein. Mit der Menopause geht der zeugungsfähige Lebensabschnitt einer Frau definitiv zu Ende. Es gibt Behandlungsmethoden um die Beschwerden der Wechseljahre zu reduzieren. Es ist allerdings medizinisch unmöglich, die Gebär- funktion wieder in Gang zu setzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass eine Frau nach der Menopause keinen Sex mehr haben kann.
Die Infektions- und Krankheitsgefahr
Wie alle Körperorgane können auch die Genitalien von Krankheitserregern oder Viren befallen werden. Es gibt harmlose Erkrankungen (die Pilzinfektion Mykose oder eine Harnwegsentzündung...), die mit Antibiotika behandelt werden können. Eine gute Intimhygiene (Wasser + ein mildes seifenfreies Reinigungsgel) hilft dabei, bestimmten Infektionen vorzubeugen, schützt aber nicht vor sexuell über- tragbaren Krankheiten. Denn manche Infektionen sind deutlich ernsthafter und können zum Teil überhaupt nicht behandelt werden (zum Beispiel Aids). Alle Geschlechtskrankheiten sind ansteckend, insofern ist äußerste Vorsicht angesagt. Daher wird dringend empfohlen, eine effiziente Verhütungsmethode zu verwenden. Das beste Mittel ist nach wie vor das Kondom, denn es bietet gleichzeitig Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft und vor möglichen Sexualkrankheiten. Nur gesunde Geschlechtsorgane funktionieren gut und ermöglichen beiden Partnern ein erfülltes Liebesleben.
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