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Die Fruchtwasser-Untersuchung (Amniozentese)


 - Die Fruchtwasser-Untersuchung (Amniozentese)

Es kann sein, dass Ihr Frauenarzt Ihnen während der Schwangerschaft zu einer Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) rät. Warum ist das nötig? Hat mein Kind eine Anomalie? Hier finden Sie wichtige Informationen, um den Eingriff besser zu verstehen und gelassen aufzunehmen.

Was passiert bei der Amniozentese?
Aus der Fruchtblase (Amnion) wird mit einer Punktion eine Fruchtwasserprobe entnommen, in der sich Zellen des Babys befinden.

Was wird diagnostiziert?
Anhand der Fruchtwasserprobe wird die Anzahl der kindlichen Chromosome überprüft (Karyotyp), um festzustellen, ob eines der folgenden Risiken besteht:
- das Risiko einer chromosomalen Anomalie, die eine geschlechtsgebundene genetische Krankheit auslösen kann.
- das Risiko der Trisomie 21 (Down-Syndrom: Das Chromosom Nr. 21 ist nicht doppelt, sondern dreifach im Chromosomensatz vorhanden.)
- das Risiko einer Erbkrankheit
- das Risiko einer Fehlbildung des zentralen Nervensystems.

Wie verläuft die Untersuchung?
Die Untersuchung findet in einem Zentrum für Pränataldiagnostik statt. Der Arzt entnimmt mit einer hauchdünnen Hohlnadel durch die Bauchdecke der Mutter eine kleine Menge Amnionflüssigkeit (ca. 10-20 ml). Die Fruchtwasserpunktion findet unter Ultraschallkontrolle statt, um die Position des Babys zu bestimmen und um die manuellen Bewegungen des Eingriffs leiten zu können. Die Untersuchung verläuft relativ schnell und dauert meist nicht länger als 20 Minuten.

Fragen und Informationen
Der Arzt teilt Ihnen in der Sprechstunde vor dem Eingriff alle nötigen Informationen mit und erklärt Ihnen, was bei der Amniozentese genau passiert. Zögern Sie nicht, alle unklaren Punkte und Befürchtungen anzusprechen. Die Pränatalmediziner sind besonders dazu ausgebildet, mit den werdenden Eltern zu sprechen.

Ist die Fruchtwasserpunktur schmerzhaft?
Der Eingriff ist so gut wie schmerzlos. Der Einstich tut nicht mehr weh als eine Blutentnahme. Deshalb ist auch keine Narkose nötig. Die Untersuchung ist eher imponierend als schmerzhaft!

Wann wird die Untersuchung vorgenommen?
Die Fruchtwasseruntersuchung wird von der 14. Schwangerschaftswoche bis zum dritten Trimester durchgeführt wenn Hinweise auf ein mögliches Problem beim Fötus vorliegen. Vorher wird allerdings immer erst ein so genannter Triple-Test durchgeführt, d.h. eine Blutanalyse, bei der die Konzentration bestimmter Hormone im Blut bestimmt wird. Eine Abweichung von der normalen Hormonmenge kann eventuell auf eine Trisomie hinweisen. Der Triple-Test ermöglicht eine statistische Risikoeinschätzung, sagt aber nicht aus, ob Ihr Kind gesund ist oder nicht. Dies kann letztendlich nur bei einer Fruchtwasseruntersuchung festgestellt werden.

Welche Risiken bestehen?
Die Amniozentese ist ein chirurgischer Eingriff und somit - wie jedeOperation - mit Risiken verbunden. Es besteht die Gefahr, dass eine Fehlgeburt ausgelöst wird, auch wenn das statistische Risiko in Wirklichkeit relativ niedrig ist (0,5-1%). Es kann außerdem vorkommen, dass die Fruchtwasserprobe nicht interpretiert werden kann (z. B. weil in der entnommenen Flüssigkeit Blutspuren vorhanden sind). Um das Risiko einer Fehlgeburt zu verhindern, wird der Patientin eine halbe Stunde nach der Untersuchung vorbeugend eine Anti-D-Immunglobulin-Spritze verabreicht. Am Tag nach der Amniozentese sollte man sich in liegender Position ausruhen.

Wann wird eine Amniozentese empfohlen?
Allen werdenden Müttern, bei denen eine Risikoschwangerschaft vorliegt, wird zu einer Fruchtwasseruntersuchung geraten. Dazu gehören Frauen über 38, weil das Trisomie-Risiko bekanntlich mit zunehmendem Alter steigt, aber auch familiär vorbelastete Frauen (d.h. Frauen, die schon einmal einen Down-Syndrom Fall oder eine Erbkrankheit in der Familie hatten). Achtung: Die Untersuchung wird nicht von allen Krankenkassen übernommen. Erkundigen Sie sich vorher, welche Kosten erstattet werden.

Wann erhält man den Befund?
Man muss ca. 2 Wochen auf die Ergebnisse der Untersuchung warten.

Was passiert im Falle einer Anomalie?
Es wird systematisch eine Sprechstunde anberaumt. Sollte eine schwere Anomalie bestehen, wird den Eltern nach Rücksprache mit mehreren Ärzten ein therapeutischer Schwangerschaftsabbruch angeboten. Falls diese schmerzliche Hypothese eintreffen sollte, werden Sie vom gesamten Ärzte-Team unterstützt und bekommen professionelle Hilfe.


Veröffentlicht von Linda Chevreuil
am 12/06/2008 12:59:00
Die Lesernote: 5/5
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