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Taschengeld: Warum, wie viel und ab welchem Alter?


Auch die Kleinsten sollten schon lernen mit Geld umzugehen - Taschengeld: Warum, wie viel und ab welchem Alter?
Auch die Kleinsten sollten schon lernen mit Geld umzugehen
Manche Frauen schmeißen ihr Geld zum Fenster raus für neue Schuhe oder die Prada-Handtasche. Andere sparen fleißig auf einen Roadtrip durch die USA oder ein eigenes Haus. Auch Kinder müssen lernen mit Geld umzugehen und herausfinden, wieviel und für was sie ihr Taschengeld ausgeben wollen. Aber: Ab welchem Alter sollten Eltern den Kindern eigentlich Taschengeld geben? Und: Wie viel ist angemessen?

Taschengeld: Ja oder Nein?
Es gibt keine goldene Regel. Jedes Elternpaar muss selbst entscheiden, ob und wie viel Taschengeld es seinem Kind gibt. Das hängt natürlich auch von der finanziellen Situation der Eltern ab. Rechtlich gesehen sind Eltern nicht dazu verpflichtet, ihren Kindern Taschengeld zu zahlen. Trotzdem ist es aus erzieherischen Gründen wichtig, das Kind an den Umgang mit Geld zu gewöhnen: Entweder, indem man ihm regelmäßig (wöchentlich, monatlich) einen festen Betrag auszahlt oder man ihm zu besonderen Anlässen eine kleine Summe zusteckt (zum Geburtstag, der Extragroschen von Onkel Udo, ein Sparbuch von Oma...).

Ab welchem Alter sollte ich meinem Kind Taschengeld geben?
Es hat keinen Sinn, einem Kind ein wöchentliches oder monatliches Budget einzuräumen, wenn es noch nicht einmal versteht, was Geld überhaupt ist.
Ab 5 Jahren kann man einem Kind ab und zu einen Euro zustecken, damit es sich z.B. selbst ein Eis oder Süßigkeiten kaufen kann. Sie können im Alter von 7-8 Jahren mit einer kleineren Summen anfangen, da ihr Kind dann bereits die Grundrechenarten kennt.

Wie viel Taschengeld ist angemessen?
Der Umgang mit Taschengeld ist in den europäischen Ländern sehr unterschiedlich. In südlichen Ländern (Italien, Spanien) wird häufig nur zu großen Anlässen ein Geldpräsent überreicht. In Deutschland, Österreich, Dänemark, Luxemburg und anderen nordischen Ländern ist es üblich, Kindern schon früh regelmäßig Taschengeld zu geben. Aber wie viel Taschengeld sollte man den Kleinen zugestehen? Als Orientierungshilfe für Eltern geben die meisten regionalen Jugendämter und Familienberatungsstellen eine Tabelle mit üblichen Taschengeldbeträgen für jedes Alter heraus.

Im Durchschnitt werden folgende Beträge empfohlen*:

Für Grundschüler:

  • 6-7 Jahre: 2 Euro wöchentlich
  • 8-9 Jahre: 3 Euro wöchentlich
  • 10-11 Jahre: 14-16 Euro monatlich
Für Jugendliche:
  • 12-13 Jahre: 20-22 Euro monatlich
  • 14-15 Jahre: 25-30 Euro monatlich
  • 16-17 Jahre: 35-45 Euro monatlich

*Quellen: Stadt Köln

Taschengeld ist eine gute Gelegenheit, um Ihrem Kind zu erklären, dass Geld einen Wert hat und es auch davon abhängt, wie viel man verdient. Sie müssen schließlich auch haushalten und mit dem auskommen, was Sie haben.

Zahltag: Ihr Kind muss sich auf sie verlassen können. Teilen Sie das Taschengeld immer am gleichen Tag der Woche/ des Monats aus.
Zahltag: Ihr Kind muss sich auf sie verlassen können. Teilen Sie das Taschengeld immer am gleichen Tag der Woche/ des Monats aus.
Wie wird das Taschengeld ausgezahlt?

  • Bei kleinen Kindern wird das Taschengeld am besten wöchentlich ausgezahlt, danach monatlich. In der Regel wird der Betrag bar überreicht, bei Jugendlichen kann er aber auch auf ein Girokonto überwiesen werden.
  • Schaffen Sie von Anfang an klare Bedingungen: Bestimmen Sie einen gleich bleibenden Betrag und einen festen Zahltag (z.B. immer mittwochs, immer am 1. Samstag im Monat). Ganz wichtig: Halten Sie sich daran!
  • Legen Sie die Regeln fest: Das Geld gehört Ihrem Kind, es kann damit machen, was es will. Aber: Es gibt keinen Vorschuss und kein Extrageld.
  • Motivieren Sie Ihr Kind dazu, einen Teil des Geldes zu sparen, um sich einen besonderen Wunsch zu erfüllen (z.B. ein Spiel)
  • Verbieten Sie Ihrem Kind, gefährliche Dinge zu kaufen (das gilt vor allem für Jugendliche). Bei Verstößen (Zigaretten, Alkohol) wird das Taschengeld gestrichen!
Kein Geld für gute Noten! 
Schulische Leistungen dürfen nicht finanziell belohnt werden, denn Ihr Kind lernt für sein Leben. Dies gilt auch für Haushaltsarbeiten (Tisch decken, Geschirrspülmaschine ausräumen), denn es ist normal, dass jedes Familienmitglied im Haushalt mithilft. Sie können Ihrem Kind allerdings ein wenig Geld geben wenn Sie ihm eine außergewöhnliche Aufgabe anvertrauen. Zum Beispiel, wenn es beim Renovieren der Wohnung hilft.

Tipps für den Taschengeldalltag
  • Mischen Sie sich nicht ein wenn Ihr Kind „sein“ Geld für etwas ausgibt, das Sie für überflüssig halten! Auch Fehler wollen gelernt sein. Ihr Kind muss seine eigenen Erfahrungen machen (vorausgesetzt es besteht keine Gefahr).
  • Erhöhen Sie das Taschengeld jedes Jahr.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, wer was zahlt. Sie übernehmen alle notwendigen Anschaffungen (Kleidung, Kosten für den Sportverein, Schulbedarf, Bücher...). Ihr Kind muss für alle Extrawünsche selbst aufkommen: zusätzliche Ausgaben (ein neues Spiel für die Playstation, ein Handy), Süßigkeiten (Eis, Kaugummi), Zuzahlung für Markenartikel, Accessoires.
  • Nehmen Sie Ihr Kind zum Einkaufen mit und zeigen Sie ihm die Preisetiketten. Erklären Sie ihm, wie man Preise vergleicht, was das Leben kostet und wie man Geld richtig verwendet.

Ihr Kind will kein Taschengeld?
Es ist selten, aber kommt doch mal vor: Manche Kinder lehnen Taschengeld ab. Zum Beispiel, weil sie Angst vor dem Älterwerden haben oder noch nicht reif genug sind. Drängen Sie Ihrem Kind das Geld nicht auf! Warten Sie ab, bis es ein Spiel oder eine Süßigkeit haben möchte und erklären Sie ihm dann, dass dazu das Taschengeld da ist.

Tipps für Eltern:
> Familien- und Erziehungsberatung: www.bke-beratung.de
> Deutscher Kinderschutzbund: www.dksb.de
> Elterninitiative www.elternimnetz.de
> Elternberatung der AOK: www.starke-eltern.de

Tipps für Jugendliche:
> Taschengeldtraining, Schuldenfalle Handy: www.taschengeldgangster.de


Lesen Sie außerdem auf gofeminin.de:
> Erziehung im Wandel
> No-Gos in der Erziehung: Sätze, die sich Eltern verkneifen sollten
> Diskutieren Sie mit im Forum Familie - Großeltern


Veröffentlicht von Linda Chevreuil
am 13/06/2008 10:52:00
Die Lesernote: 4.1/5
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