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Eine Hausgeburt ist heutzutage relativ selten, auch wenn sich manche Paare aus persönlichen oder philosophischen Gründen eine natürliche Entbindung wünschen. In Deutschland finden laut dem Geburtshilfeverein QUAG nur 1-2 % der Geburten außerhalb der Klinik statt. Hier erfahren Sie mehr über die Vorteile und Risiken einer Hausgeburt!
Eine freie Entscheidung
Sie können Ihrem Frauenarzt mitteilen, dass Sie in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus entbinden möchten. In Deutschland besteht eine freie Geburtswahl. Allerdings kann Ihr Gynäkologe eine Hausgeburt ablehnen. In diesem Fall leitet er Sie an einen Arzt oder eine Hebamme weiter, die eine außerklinische Entbindung durchführen.
Medizinische Voraussetzungen
Eine Hausgeburt kann nur in Erwägung gezogen werden, wenn es sich um eine physiologische, also um eine "normale" Geburt handelt, d.h. wenn keine Risiken bekannt sind, die gegen eine außerklinische Entbindung sprechen.
Wenn die Geburt potentiell problematisch verlaufen könnte oder wenn eine Risikoschwangerschaft besteht (Steißlage, Zwillinge, Mehrlingsgeburten, Fehllage der Plazenta, Diabetes, Bluthochdruck...) ist eine Hausgeburt nicht möglich.
Falls unmittelbar vor oder während der Geburt Komplikationen auftreten sollten, wird die Geburt in ein Krankenhaus verlegt.
Wie läuft eine Hausgeburt ab?
Auf ganz natürliche Art und Weise! Bei einer Hausgeburt wird keine Peridural- anästhesie verabreicht... Der entbindende Arzt oder die Hebamme kommt allerdings mit einem Notfallkoffer für Mutter und Kind ins Haus und kontrolliert unter Umständen den Herzton des Kindes und die Wehen mit einem mobilen CTG-Gerät (Cardiotokograph). Die Entbindung wird von dem Geburtshelfer (Arzt oder Hebamme) durchgeführt, der die werdende Mutter in den letzten 9 Monaten betreut hat und daher den gesamten Schwangerschaftsverlauf kennt.
Hinweis: Nur wenige Ärzte sind dazu bereit, eine Hausgeburt zu betreuen. Die meisten außerklinischen Entbindungen werden daher von einer Hebamme praktiziert. Nähere Einzelheiten dazu erfahren Sie beim Bund deutscher Hebammen (BDH) oder bei der Vereinigung freiberuflicher Hebammen (BFHD).
Risiken
Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass immer ein Risiko besteht. Viele Ärzte haben deshalb Bedenken und lehnen diese Entbindungsform ab. Während des Geburtsverlaufs kann zum Beispiel eine unvorhergesehene Hämorraghie auftreten oder es kann sich herausstellen, dass ein Kaiserschnitt nötig ist. Die Hebamme erklärt Ihnen alle Vor- und Nachteile einer Hausgeburt. Oftmals müssen die Eltern auch in einer schriftlichen Erklärung bestätigen, dass sie
über die Risiken informiert wurden.
Ein Krankenhaus für alle Fälle
Es ist unverzichtbar, alle nötigen Vorkehrungen zu treffen, falls die Geburt eventuell doch in ein nächstgelegenes Krankenhaus verlegt werden muss. Deshalb sollten Sie sich auch bei einer Hausgeburt rechtzeitig vorher in einem Krankenhaus anmelden, eine Kontrolluntersuchung in der Klink akzeptieren und dort auch den Mutterpass bzw. alle sonstigen medizinischen Unterlagen (Blutgruppenausweis, Laborwerte, Ultraschallaufnahmen) vorlegen. Die Hebamme, die die Hausgeburt vornehmen wird, kann Ihnen sicherlich ein Krankenhaus empfehlen, mit dem sie regelmäßig zusammenarbeitet.
Denken Sie auch daran, eine Rufbereitschaft mit der Geburtsklinik zu vereinbaren und einen Krankentransport für den Notfall zu organisieren.
Legen Sie sich am besten die Telefonnummer eines Ambulanz-Dienstes griffbereit zurecht.
Vorteile
Die Geburt findet in einer gewohnten Umgebung statt. Das ist für die Mutter psychologisch viel beruhigender als die nüchterne Krankenhausatmosphäre.
Der Vater wird vollständig in die Geburt seines Kindes mit eingebunden. Die Mutter erlebt die Geburt als natürliches Ereignis, anders als in der technisierten und medikalisierten Welt der Klinik.
Ein guter Kompromiss zwischen Hausgeburt und stationärer Entbindung ist ein Geburtshaus. Dort wird ebenfalls eine heimelige Stimmung geboten und es existiert eine grundlegende medizinische Ausstattung (Herzton-Wehenschreiber CTG, Sauerstoff, Notfallmedikamente).
Kosten
Eine Hausgeburt kostet weniger als eine Klinikgeburt. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel alle direkten Gebühren, insbesondere das Honorar der Hebamme. Die Kosten für die Rufbereitschaft der Hebamme und der Klink (jeweils ca. 200-300 Euro) müssen allerdings privat getragen werden. Erkundigen Sie sich vorher unbedingt danach, welche Leistungen erstattet werden und welche Kosten Sie selbst zahlen müssen.
Weitere Informationen
- Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V. (QUAG)
- Liste der Geburtshäuser und Hebammensuche
- Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V.
Lesen Sie außerdem auf goFeminin.de:
> Entbinden, aber wo? Der Geburtsort
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