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Das ist die 4. SSW (Schwanger­schafts­woche) auf einen Blick

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 1. Januar 2016

Das passiert in der 4. Schwangerschaftswoche bei Mama & Baby ...

Nachdem die Eizelle in der vorigen Woche befruchtet wurde, nistet sie sich am Anfang der 4. SSW in der Gebärmutter ein. Das kann sich durch die sogenannte Einnistungsblutung bemerkbar machen, die viele Frauen glauben lässt, nicht schwanger zu sein und ihre Periode zu bekommen. Aber nicht jede Frau hat diese Einnistungsblutung.

Die befruchtete Eizelle kommt ungefähr drei Tage vor der Einnistung schon in der Gebärmutter an. Wenn sie sich nicht einnisten kann – z.B. weil die Schleimhaut nicht ausreichend aufgebaut ist – wird sie in der kommenden Woche mit der Regelblutung ausgeschwemmt und es beginnt der nächste Menstruationszyklus.

Kann sie sich hingegen einnisten, nennt man das "erfolgreiche Empfängnis". Schwangerschaftstests sind jetzt aber noch sehr ungenau. Wirkliche Gewissheit kann nur ein Bluttest geben, den der Frauenarzt machen kann. Aber Geduld: In der nächsten Woche kann ein Urintest aus Drogeriemarkt oder Apotheke Aufschluss darüber geben, ob eine Schwangerschaft besteht oder nicht.

Schwangerschaftstest oder nicht: Es gibt Frauen, die schon in der 4. Schwangerschaftswoche Veränderungen an sich beobachten, oft ohne zu wissen, dass sie schwanger sind. Hormonell bedingte Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein können schon früh in der Schwangerschaft auftreten. Das hält oft die ersten drei Schwangerschaftsmonate an, wird aber im zweiten Drittel der Schwangerschaft, also ab der 13. SSW, meistens besser.

Das Baby in der 4. SSW

Etwa sieben Tage nach der Befruchtung nistet sich die Eizelle (jetzt: Keimblase) in der Gebärmutter ein. Jetzt greift das Alles-oder-Nichts-Prinzip: Wenn äußere Einflüsse den Embryo schädigen, versucht der Organismus, diese Schäden zu beheben. Gelingt das nicht, stoppt die Entwicklung und die Schwangerschaft endet. Gelingt es, entwickelt sich der Embryo normal weiter.

Bevor der Embryo sich wirklich einnisten kann, muss er noch aus der Eihülle ausschlüpfen. Dann bohrt er sich in die Schleimhaut der Gebärmutter ein, damit der Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und anderen wichtigen Substanzen beginnen kann. Jetzt bilden sich die Fruchtwasserhöhle, der Dottersack und der Mutterkuchen (Plazenta).

Die Zellen des Embryos sind jetzt noch pluripotent, das bedeutet, aus jeder Zelle des Ungeborenen kann sich jedes Organ entwickeln. In der 4. Schwangerschaftswoche aber beginnen die Zellen, sich zu spezialisieren: Aus den Zellen, die den Embryo bilden (Embryoblasten), entwickelt sich eine rundliche Keimscheibe, die sich aus den drei sogenannten Keimblättern zusammensetzt:

  • Entoderm (inneres Keimblatt)
  • Mesoderm (mittleres Keimblatt)
  • Ektoderm (äußeres Keimblatt)

Wenn Embryo, Fruchtwasserhöhle, Dottersack und Plazenta völlig von der Gebärmutterschleimhaut bedeckt sind, ist die Einnistung abgeschlossen und der kleine Mensch beginnt zu wachsen. Auch wenn er jetzt nur etwa 0,5 mm misst: In rund neun Monaten wird er ungefähr 3.300 Gramm wiegen und etwa 52 Zentimeter groß sein!

Die Plazenta

Die Plazenta ist ein Organ, das es nur während der Schwangerschaft gibt. Sie entwickelt sich parallel mit dem Baby und versorgt es mit Sauerstoff, Nährstoffen, Vitaminen und anderen wichtigen Substanzen. Außerdem kann das Baby über die Platzenta seine Stoffwechselprodukte entsorgen.

In der Plazenta grenzen die Blutgefäße der werdenden Mutter an die des Babys, damit lebensnotwendige Nährstoffe und Sauerstoff ausgetauscht werden können. Die Plazenta dient außerdem als Schutz vor vielen Bakterien und Schadstoffen. Leider können dennoch einige Schadstoffe und außerdem Alkohol, Zigarettengifte und Drogen ungefiltert zum Baby gelangen. Alkohol, Zigaretten und Drogen sollten daher in der Schwangerschaft völlig tabu sein.

Zum Ende der Schwangerschaft hin beginnt der Mutterkuchen, nach und nach Kalzium einzulagern und zu altern. Darauf liegt das besondere Augenmerk der Frauenärzte, wenn der Geburtstermin überschritten wird, denn je mehr Kalzium eingelagert wurde, desto schlechter kann die Plazenta das Baby versorgen. Bei der Geburt, kurz nachdem das Baby auf der Welt ist, wird die Plazenta dann als sogenannte Nachgeburt ausgestoßen, denn dann hat sie keine Funktion mehr.

Die Mutter in der 4. SSW

Im Körper der werdenden Mutter tut sich in der 4. SSW jede Menge. Die Gebärmutter ist optimal für die Keimzelle vorbereitet und die Hormone, die in den ersten Wochen der Schwangerschaft die körperlichen Veränderungen steuern, können jetzt schon typische Schwangerschaftsbeschwerden heraufbeschwören: Von der verstopften Nase über starken Speichelfluss bis zur emotionalen Berg- und Talfahrt, auf die vor allem der werdende Papa und das Umfeld der Schwangeren vorbereitet sein sollten.

Dank des Gelbkörperhormons Progesteron laufen alle Prozesse des Körpers jetzt viel langsamer ab. Das schützt das Baby und die Schwangerschaft, bedeutet aber gleichzeitig, dass die werdende Mutter jetzt oft müde und schlapp ist und auch öfter Verstopfung haben kann.

Die Hormone lassen auch Gebärmutter und Brüste wachsen - tatsächlich bemerken viele Schwangere schon sehr früh, dass die Brüste größer werden und ziehen.

Raucherinnen sollten besonders achtgeben: In dieser Phase der Schwangerschaft ist das Baby sehr empfindlich. Spätestens jetzt sollte das Rauchen also völlig eingestellt werden - und bitte wirklich völlig! Reduzieren reicht nicht. Keine Sorge: Das ungeborene Kind wird keine Entzugserscheinungen bekommen, wenn man von heute auf morgen mit dem Rauchen aufhört. Das sind nur Geschichten, um sich die eine oder andere Zigarette schönzureden.

Auch Alkohol und Drogen können in den ersten Schwangerschaftswochen die größten Schäden anrichten und sollten selbstverständlich nicht konsumiert werden.

Beschwerden oder Schmerzen sollten immer vom Frauenarzt abgeklärt werden: Lieber einmal zu häufig zum Arzt als einmal zu wenig, auch wenn sich die meisten Beschwerden als unbedenklich herausstellen. Medikamente oder Präparate dürfen nicht in Eigenregie eingenommen werden - auch wenn es sich "nur" um Naturprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel handelt. Beispiel Tee: Es gibt Kräutertees, die Wehen auslösen können. Andererseits gibt es Medikamente, die auch in der Schwangerschaft eingenommen werden können - jede Behandlung sollte daher mit Frauenarzt oder Hebamme besprochen werden.

Weitere Schwangerschaftswochen im Überblick:

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