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Gewusst? 14 Dinge, die bei der Geburt passieren, die dir niemand verrät

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 27. Juni 2017
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What happens im Kreißsaal, stays im Kreißsaal!

Geburtsvorbereitungskurse, Hebammen-Gespräche, Magazine, Ratgeber - in der heutigen Zeit kann man so gefühlt alles über eine bevorstehende Geburt lesen und hören. Wirklich alles? Nein nicht ganz. Denn es gibt ein paar Details, die lassen eingesessene Mamas und das Fachpersonal gerne weg. Warum? Das kann ich euch auch nicht beantworten! Aber ich bin hier, um mal Tacheles zu reden.

Es soll euch um Gottes Willen nicht erschrecken oder Angst machen - es soll euch viel mehr auf einige Dinge vorbereiten, damit sie euch nicht ganz eiskalt erwischen.

1. Sie wecken dein Baby im Bauch

Wenn man es einmal mit Wehen ins Krankenhaus geschafft hat, ist das Erste, was Hebammen und Schwestern machen, ein CTG. Sie wollen hören und sehen, wie das Herz des kleinen Menschen in dir schlägt, wie stark deine Wehen sind und wie das Kind auf die Wehen reagiert.

Sollte das Kind nach Einschätzung der Hebammen schlafen, versuchen sie alles, um es zu wecken. Es wird am Bauch gerüttelt und geschüttelt und wenn das alles nicht hilft, dann greift die Hebamme auch schon mal zu Nierenschale und Löffel und trommelt das Kind mit ohrenbetäubendem Lärm wach.

2. Muttermund-Größen und Fruchtblasen

Selbstverständlich kontrollieren Hebammen im Zuge der ersten Untersuchungen auch, wie weit der Muttermund schon geöffnet ist (das Ziel sind 10 cm - dann geht's richtig los). Sollte die Fruchtblase zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplatzt sein, kann es passieren, dass die Hebamme sie bei der Untersuchung "aus Versehen" kaputt macht - und dann rutscht das Kind eine ordentliche Strecke nach unten.

3. Damm-Massagen

Wehen - das sei an dieser Stelle einfach mal gesagt - fühlen sich ein bisschen an, als müsste man aufs Klo. Der Druck nach unten ist am Anfang noch nicht so groß, wird aber mit fortschreitender Geburt immer stärker. Besonders der Druck auf den Damm (den Bereich zwischen Vagina und After) ist recht groß.

Deshalb - und weil der Bereich bei der Geburt besonders strapaziert wird - empfehlen Hebammen die Damm-Massage. Die kann man ein paar Wochen vor der Geburt schon zu Hause machen. Oder aber die engagierte Hebamme macht sie im Krankenhaus und ja, das kann unangenehm schmerzen.

4. Wehentropf und PDA

Respekt für alle Frauen, die ihre Kinder ohne PDA, also Rückenmarksanästhesie, auf die Welt gebracht haben - aber ich war dazu einfach nicht im Stande. Bei der Geburt meiner Tochter waren die Herztöne ein wenig besorgniserregend, die Ärzte hingen mich also an einen Wehentropf, um die Geburt zu beschleunigen. Und das, meine Lieben, war echt kein Spaß. Deshalb entschied ich mich kurzerhand für die PDA.

Die wiederum ist auch nicht das Gelbe vom Ei - aber hey, unter Schmerzen ist alles egal. Mit der PDA kann man nämlich nicht mehr aus dem Bett aufstehen. Deshalb hilf es alles nix und man bekommt einen Katheter gelegt.

5. Von wegen rosa-zarte Babyhaut

Nach den Schmerzen und all dem Pressen ist das Kind irgendwann da. Aber es ist nicht zart rosa, wie man es aus Film und Fernsehen kennt. Es ist auch ein bisschen - wie soll ich sagen? - bläulich und flutschig. Ich erinnere mich, dass die Hebamme bei meinem ersten Kind zu mir sagte: "Erschreck dich nicht, er ist ein bisschen blau und flutschig. Das ist normal. Aber halt ihn gut fest."

6. Und da kommt noch mehr

Irgendwie ist es ja logisch, dass nach der Geburt auch das raus muss, was das Kind die letzten 40+ Wochen versorgt hat. Komisch ist das dann aber trotzdem irgendwie. Vor allem der Moment, wenn die Hebamme sich über die Plazenta beugt, sie noch mal aufklappt und schließlich sagt: "Sieht gut aus. Alles draußen." (Tatsächlich ist das aber sehr wichtig, denn sonst kann es zu Entzündungen kommen.)

7. Und noch mehr...

Nach der Geburt trägt man überdimensionale Damenbinden, oh ja, das tut man. Denn, wie eine bekannte Gynäkologin mir das mal erklärt hat, da, wo einst die Plazenta war, ist jetzt eine Wunde und die muss heilen. Deshalb auch die Windel-ähnlichen-Binden

8. Man wird gefragt, ob man schon auf Klo war

Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, aber bei so einer Geburt kann auch etwas reißen. Und weil Ärzte das dann nähen - an sehr unangenehmen Stellen - muss sicher gestellt werden, dass diese Narben nicht die anderen Körperfunktionen beeinträchtigen. Deshalb fragen einen Hebammen und Schwestern einfach frei von der Leber weg, ob man denn heute schon auf Toilette gewesen sei. Einfach so.

9. Stillen will geübt sein

Bei manchen Frauen und Babys klappt das mit dem Stillen scheinbar ganz von selbst - bei vielen ist das aber nicht so. An dieser Stelle ist Scham oder Eitelkeit völlig fehl am Platz und man sollte sich schon gar nicht von anderen unter Druck setzen lassen. Schwestern und Hebammen stehen mit Rat und Tat zur Seite. Sie helfen gern, manchmal ein bisschen rabiat, aber alles im Sinne des Kindes.

10. Bindung zwischen Mama und Kind

Rund 24 Stunden nach der Geburt wird dem kleinen Menschlein deutlich, dass es nicht mehr in Mamas Bauch ist. Da fehlen Mamas Wärme, Herzschlag, Geräusche des Bauches, das leichte Wiegen - stattdessen liegt das Baby (oft, aber nicht immer) getrennt von Mama in einem Wagen neben ihrem Bett. Kein Wunder also, dass es weint und weint und vielleicht nur an der Brust einschlafen kann. Am besten hilft da nur, dass man es hält, eng an die Brust schmiegt und Ruhe bewahrt.

11. Kindspech

Ich war super überrascht (weil ich vermutlich nicht genug Ratgeber gelesen hatte), dass die erste Windel meines Sohnes eine schwarze Masse enthielt, die man nicht einfach mit warmem Wasser und einem Tuch wegwischen konnte. Das so genannte Kindspech - völlig normal und absolut nicht besorgniserregend - lässt sich aber mit Öl und einem Tuch super leicht entfernen.

12. Windelgeschosse

Man lernt sehr schnell, dass man beim Windeln wechseln direkt und wirklich unmittelbar die nächste Windel bereit haben sollte. Denn kaum spürt der Nachwuchs eine frische Brise, legt er los. Und da kleine Babys oft von Blähungen gebeutelt sind, ist besonders hintenrum ein Druck, den man nicht unterschätzen sollte.

13. Wenn das Stillen schließlich klappt

Die Kleine entwickeln sich in kürzester Zeit zu einem Supersauger. Man kann sich kaum vorstellen, wie sehr es schmerzen kann, wenn man das Kind einfach von der Brust nehmen will. Macht nicht den Fehler und zieht einfach... oh nein.

14. Tausend andere Dinge

Es gibt mit Sicherheit noch unzählige Dinge, die eigentlich auch in diese Liste gehören, die ich jetzt aber vergessen habe. Was aber ganz wichtig ist: Jedes Geburtserlebnis, jede Mama und jedes Baby sind ganz individuell. Jede Erfahrung ist eine ganz eigene und kann nur schwer verallgemeinert werden. Aber einen kleinen Vorgeschmack auf das, was euch im Krankenhaus und zu Hause dann erwartet habt ihr jetzt trotzdem bekommen.

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