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Soll ich oder soll ich nicht? 6 wichtige Fakten zur Fruchtwasseruntersuchung

Diane Buckstegge
von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 11. Februar 2016

Hoffentlich ist das Baby gesund! Diesen Gedanken haben wohl alle werdenden Mamis, wenn sie über eine Fruchtwasseruntersuchung nachdenken.

Trisomie 21 ist nur eine der Krankheiten, mit denen ein Kind auf die Welt kommen kann. Mit einer Fruchtwasseruntersuchung, auch Amniozentese genannt, kann schon vor der Geburt festgestellt werden, ob das Baby an einer Chromosomenstörung erkrankt ist oder nicht. Viele werdenden Mamis denken deswegen über diese Untersuchung nach - schrecken aber vor den Risiken zurück, die die Fruchtwasseruntersuchung mit sich bringt.

Die Antworten auf die folgenden sechs Fragen helfen euch bei eurer Entscheidung für oder gegen eine Untersuchung.

1. Was genau passiert bei einer Fruchtwasseruntersuchung?

Wie der Name schon sagt, wird bei einer Fruchtwasseruntersuchung das Fruchtwasser untersucht, in dem das Baby heranwächst. Sie findet zwischen der 14. und 20. Schwangerschaftswoche statt. Um an das Fruchtwasser zu gelangen, führt der Arzt eine dünne Hohlnadel durch die Bauchdecke und die Gebärmutterwand in die Fruchtblase ein. Das piekst ein wenig, ist aber nicht schmerzhaft.

Damit das Risiko der Fruchtwasseruntersuchung so gering wie möglich gehalten wird, wird vorher per Ultraschall geschaut, wie groß das Kind ist und wo genau sich Kind und Plazenta befinden. Auch während der Untersuchung kontrolliert der Arzt mit dem Ultraschallgerät, wo er die Nadel einführt und achtet darauf, weder das Kind noch die Plazenta zu berühren.

Das entnommene Fruchtwasser wird an ein Labor geschickt, das die Anzahl der Chromosomen bestimmt sowie das Geschlecht des Kindes. Bis die Ergebnisse der Fruchtwasseruntersuchung vorliegen, vergehen in der Regel zwei Wochen. Neben dem klassischen Test gibt es einen Schnelltest, dessen Ergebnisse schon nach zwei Tagen vorliegen. Hierbei werden jedoch nur die häufigsten Chromosomenabweichungen geprüft.

2. Welche Risiken sind mit der Fruchtwasseruntersuchung verbunden?

Ein kleiner Pieks und schon weiß man mit 99,9 prozentiger Sicherheit , ob das Baby gesund auf die Welt kommt oder nicht. Ganz so einfach ist es leider nicht. Die Fruchtwasseruntersuchung ist mit einigen Risiken für Mama und Baby verbunden. Das sind die typischen Risiken:

  • Fehlgeburt
  • vorzeitiger Blasensprung
  • Infektionen
  • vorübergehender Fruchtwasserabgang
  • vaginale Blutungen

Das Risiko einer Fehlgeburt, ausgelöst durch eine Fruchtwasseruntersuchung, beträgt ab der 16. Schwangerschaftswoche 0,4 bis 1 Prozent. Davor ist es etwas höher, da weniger Fruchtwasser vorhanden ist.

Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, sollte sich die werdende Mami nach dem Eingriff zwei Tage schonen.

3. Wer sollte eine Fruchtwasseruntersuchung in Betracht ziehen?

Junge, gesunde Frauen müssen sich nicht mit dem Thema Fruchtwasseruntersuchung auseinandersetzen, solange der Arzt keine Auffälligkeiten bemerkt.

Bei Frauen über 35 sieht es leider anders aus. Das Risiko, dass ein Kind mit Chromosomenschädigung zur Welt kommt, ist bei einer Frau über 35 Jahre größer als die Wahrscheinlichkeit, dass durch die Fruchtwasseruntersuchung etwas passiert.

Ihr solltet außerdem über eine Fruchtwasseruntersuchung nachdenken, wenn in der Familie Erbkrankheiten vorkommen oder es bei vorhergegangenen Schwangerschaften Komplikationen gegeben hat.

4. In welchen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Fruchtwasseruntersuchung?

Liegt keine Notwendigkeit für eine Fruchtwasseruntersuchung vor, muss die werdende Mama die Kosten selber tragen. Bei Frauen über 35 Jahren, wenn Erbkrankheiten vorliegen oder der Verdacht auf einen Gendefekt besteht, übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

5. Was passiert nach der Fruchtwasseruntersuchung?

Die zwei Wochen, bis man das Ergebnis der Fruchtwasseruntersuchung in den Händen hält, können ganz schön lang werden. Insbesondere, wenn die Untersuchung aufgrund eines Verdachts vom Arzt empfohlen wurde.

Ist der Befund negativ, kann die werdende Mama aufatmen. Das Kind wird mit einer Sicherheit von 99,9 Prozent gesund zur Welt kommen. Liegt tatsächlich eine Krankheit vor, muss sie eine Entscheidung treffen, die schwerer nicht sein kann. Das Kind behalten oder abtreiben. Da es für eine Ausschabung zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft zu spät ist, wird ein ein wehenförderndes Mittel gespritzt und das Kind auf natürlichem Weg auf die Welt gebracht.

Tipp: Holt euch Hilfe bei der Entscheidung für oder gegen ein Baby. Lasst euch von eurem Frauenarzt beraten und informiert euch, wie der Alltag mit einem Baby mit Trisomie 21 aussehen wird. Informationen bekommt ihr unter anderem auf der Internetseite down-syndrom-netzwerk.de. Auch euer Frauenarzt kann euch sicherlich Adressen und Ansprechpartner nennen.

6. Gibt es Alternativen zur Fruchtwasseruntersuchung?

Wer keine Fruchtwasseruntersuchung möchte und bereit ist die Kosten von 500 bis 900 Euro selber zu tragen, kann auch mit dem nichtinvasiven Pränataltest - einem Bluttest - bestimmen lassen, ob der Gendefekt Trisomie 21 vorliegt. Mit diesem Test sollen keinerlei Risiken verbunden sein.

Auf einen Blick: Ultraschallbilder einer Schwangerschaft

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