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Vorsicht in der Schwangerschaft: Lakritz kann deinem Baby schaden

Jane Schmitt
von Jane Schmitt Veröffentlicht am 4. März 2017
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Finnische Langzeitstudie hat ergeben: Gelüste hin oder her - zu viel Lakritz kann dein Kind nachhaltig schädigen!

Eine Langzeitstudie aus Finnland hat ergeben, dass der Verzehr von Lakritz in der Schwangerschaft das Kind schädigen kann.

Viele Schwangere haben unerklärliche Gelüste auf allerlei Nahrungsmittel, die sie im nicht-schwangeren Zustand vielleicht gar nicht so gerne mögen. Auch unvorstellbare Kombinationen wie Schokolade mit Essiggurken beispielsweise, verwundern die Schwangere selbst und ihr Umfeld doch sehr. Dennoch sind es genau diese Umstände, die die lustigen Schwangerschafts-Anekdoten bescheren, die später erzählt werden.

Schwangere sollten auf Lakritz oder Bärendreck verzichten. © iStock

Schwangere sollten auf Lakritz verzichten

Allerdings gibt es bestimmte Lebensmittel auf die eine werdende Mutter während der Schwangerschaft verzichten sollte, eines davon ist Lakritz. Die herbe schwarze Süßigkeit sollte höchstens in kleinen Mengen gegessen werden. (Das gilt im Übrigen auch für Salzlakritz und Salmiakpastillen.) Denn zu viel Lakritz kann dem Baby schaden und die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen. Das hat eine lang angelegte Studie aus Finnland ergeben. Die Autorin Katri Räikkönen rät Schwangeren von Lakritz ab, weil dadurch die körperliche und kognitive Entwicklung des Kindes nachhaltig geschädigt werden kann.

Welche Schäden kann Lakritze in der Schwangerschaft verursachen?

Kinder können vermutlich ihr Leben lang unter den Folgen eines übermäßigen Lakritzkonsums der Mutter während der Schwangerschaft leiden. Unter anderem haben die finnischen Forscher festgestellt, dass Jugendliche in Intelligenztests im Durchschnitt um bis zu sieben IQ-Punkte schlechter abschneiden. Auch die Gedächtnisleistung wird durch den Lakritzgenuss in der Schwangerschaft negativ beeinflusst.

Zusätzlich stellten die Forscher nachstehende Folgen für die Kinder fest:

- Schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen
- Schwierigkeiten bei der Konzentration
- ein begrenzter Wortschatz
- erhöhtes Aggressionspotenzial
- Mädchen erreichen früher die Pubertät

Gerade bei Mädchen wurde festgestellt, dass diese früher in die Pubertät kommen und sich diese auch schneller entwickelt.

Das Problem bei Lakritz ist der im Süßholz-Extrakt enthaltene Stoff namens Glycyrrhizin. Dieser Stoff beeinträchtigt die schützende Barrierefunktion der Plazenta. Diese schützt das Kind vor bestimmten Stoffen, damit diese nicht oder nur in kleinen Mengen zum Fötus gelangen. Das in Lakritz enthaltene Glycyrrhizin beeinträchtigt diese Schutzfunktion. Das Stresshormon Cortisol kann dann in erhöhten Mengen zum Kind vordringen.

Auf die Entwicklung des Babys spielt das Stresshormon zwar keine entscheidende Rolle, allerdings wirken sich große Mengen Cortisol dennoch schädlich auf den Fötus aus und es könnte eine Erklärung für diverse Beeinträchtigungen des Kindes sein. Dazu muss jedoch noch weiter geforscht werden, um die Folgen abzuklären.

Wie viel Lakritz in der Schwangerschaft?

Als riskante Menge sehen die Forscher mehr als 250 g Lakritz beziehungsweise 500 mg Glycyrrhizin pro Woche. Kleinere Mengen bis zu 125 g Lakritz beziehungsweise 249 mg Glycyrrhizin pro Woche scheinen für das Kind ungefährlich zu sein.

Nach der Studienveröffentlichung hat Finnland reagiert und ​gibt wegen Lakritz offizielle Warnhinweise an Schwangere aus.

Also ja, man kann in der Schwangerschaft Lakritz essen. Eine Schwangere muss also nicht vollständig auf den Genuss von Lakritz verzichten, sollte jedoch genau im Auge behalten wie viel Lakritze sie isst.

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