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Mutterschutz & Co.: Diese Infos sollten alle Schwangeren kennen

von Redaktion Veröffentlicht am 1. Januar 2016

Endlich schwanger, juchu! Als werdende Mami müsst ihr allerdings einiges wissen rund um den Mutterschutz sowie eure Rechte und Pflichten im Job.

Eine Schwangerschaft ist eine ziemliche Belastung für den Körper. Der werdenden Mutter stehen deswegen im Job einige Vergünstigungen zu, die im Mutterschutzgesetz geregelt werden. Das ist wichtig, damit der Job nicht die Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet. Die wichtigsten Punkte haben wir hier für euch zusammengefasst. Und natürlich auch eure Pflichten eurem Arbeitgeber gegenüber, genau wie Infos zur Dauer des Mutterschutzes und zur Elternzeit.

Viele Schwangere interessieren sich besonders für den Mutterschutz und seine Dauer. Sie müssen schließlich planen, ab wann sie nicht mehr Arbeiten gehen müssen und auch wie es nach der Geburt weitergeht.

Der Mutterschutz und seine Dauer

Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Entbindung - bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen nach der Entbindung. Während der Schutzfrist nach der Geburt besteht absolutes Beschäftigungsverbot.

Übrigens: Das Mutterschutzgesetz soll bis Ende 2016 ein bisschen modernisiert werden. Der Mutterschutz soll danach später beginnen können, wenn die Schwangere länger arbeiten möchte. Die Dauer des Mutterschutzes nach der Geburt eines behinderten Kindes soll von acht auf zwölf Wochen verlängert werden.

Im Mutterschutz habt ihr Anspruch auf Mutterschaftsgeld (bei Krankenkasse beantragen!) sowie einen Arbeitgeberzuschuss. Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss machen meist ungefähr so viel aus wie euer letztes Nettoeinkommen.

Nach dem Mutterschutz: Anspruch auf Elternzeit

Nach der Mutterschutzfrist habt ihr die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Diese ist für jedes Elternteil höchstens drei Jahre lang und endet grundsätzlich mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Ist der Arbeitgeber einverstanden, kann aber ein Anteil von bis zu einem Jahr auch später noch genommen werden - bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes. Während dieser Zeit habt ihr Anspruch auf Elterngeld.

Weitere Infos rund um Schwangerschaft & Job

Arbeitgeber informieren

Es gibt keinen festen Zeitpunkt, bis zu dem man seinen Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert haben muss. Aber es ist gut, das Gespräch so früh wie möglich zu suchen. Die meisten Schwangeren warten bis zum Ende des ersten Trimesters, also dem Zeitpunkt, ab dem die kritische Phase der Schwangerschaft vorbei und das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich gesunken ist.

Übrigens: Der Arbeitgeber kann verlangen, dass ihr die Schwangerschaft per Attest nachweist.

Diese Arbeiten sind während der Schwangerschaft tabu

Während der Schwangerschaft dürfen keine Arbeiten verrichtet werden, die die Gesundheit des ungeborenen Kindes gefährden könnten. So darf man zum Beispiel keine Nachtarbeit mehr leisten, nicht mehr mit gefährlichen Stoffen hantieren und nicht am Fließband arbeiten.

Außerdem tabu: Arbeiten, bei denen man Dämpfen, Kälte, Hitze, Nässe, Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt ist. Auch dürft ihr keinen Job ausführen, bei dem ihr euch häufig strecken und beugen und regelmäßig mehr als fünf Kilogramm tragen müsst. Mehr als vier Stunden Stehen sind ebenso verboten.

Sonderpausen für Schwangere

Sonderpausen für Schwangere gibt es nicht, aber ihr solltet während der Arbeit auf ausreichende Erholungspausen achten!

Gut zu wissen: Der Arbeitgeber muss euch für Arztbesuche freistellen. Diese Zeit muss übrigens nicht vor- oder nachgearbeitet werden.

Kündigungsschutz in der Schwangerschaft

Kündigung wegen Schwangerschaft? Das ist zum Glück verboten. Während der gesamten Schwangerschaft und auch bis zu vier Monate danach ist eine Kündigung nicht zulässig.

Allerdings muss eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Dem Arbeitgeber war zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt.
  • Der Arbeitgeber wurde innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung über die Schwangerschaft oder die Entbindung informiert.

Wenn der Arbeitgeber von der Schwangerschaft weiß und euch trotzdem kündigt, könnt ihr innerhalb von drei Wochen Klage beim Arbeitsgericht einreichen. Entweder gebt ihr die Klage dazu mündlich vor Gericht zu Protokoll - oder ihr beauftragt einen Rechtsanwalt.

Achtung: Die Kosten für diesen müsst ihr selbst bezahlen, auch wenn ihr den Prozess gegen den Arbeitgeber gewinnt.

Rechte von Schwangeren in der Ausbildung

Auszubildende, die während ihrer Lehre schwanger werden, haben im Grunde genommen fast die gleichen Rechte wie Angestellte.

Zusatzinfo: Ist abzusehen, dass die Auszubildende durch die Schwangerschaft länger fehlt, sodass sie die Abschlussprüfungen nicht schaffen kann, kann sie bei der Aufsichtsstelle einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit stellen.

Nach der Lehre hat sie keinen Anspruch auf Übernahme - es sei denn, diese war bereits vor der Schwangerschaft mit dem Ausbilder besprochen.

Recht von Schwangeren, die selbstständig arbeiten

Ohne finanzielle Rücklagen ist es für Selbstständige oft schwierig, lange mit ihrer Arbeit auszusetzen. Deswegen arbeiten viele Selbstständige oft auch während der Mutterschutzfristen. Denn der Mutterschutz gilt nur für Arbeitnehmerinnen - und nicht für Selbstständige.

Bei freiwillig gesetzlich Versicherten ist wichtig, dass sie eine Krankentagegeldversicherung abschließen. Dann erhalten sie in den 14 Wochen der Mutterschutzfristen Mutterschaftsgeld, das der Höhe des Krankengeldes entspricht. Private Versicherungen zahlen oft nur eine Entbindungspauschale.

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