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Angst vor der Geburt

Sie sind keine Heldin, denn wenn Sie Blut sehen, wird Ihnen ganz anders? Sie fürchten sich vor den Schmerzen bei der Geburt und sehen sich jetzt schon wie in den Filmen mit einem roten Kopf schreiend im Kreißsaal liegen? Im kollektiven Bewusstsein wird die Entbindung allzu oft mit Schmerzen gleich gesetzt.

Diese schmerzhafte Vision der Geburt wird zusätzlich noch von Frauen genährt, die völlig übertriebene Horrorgeschichten von den erlittenen Schmerzen in der Nachgeburtsphase erzählen.

Seit ein paar Jahren wird das Thema Schmerz jedoch von einem neuen Denkansatz geprägt: Die Medizin setzt sich zunehmend mit der Schmerzdimension auseinander und tendiert immer mehr dazu, den Schmerz zu reduzieren und ihm damit sein "schlimmes Ausmaß“ zu nehmen.

Die Periduralanästhesie macht die Presswehen in der Austreibungsphase heutzutage nahezu schmerzlos.

Auch alternative Methoden ohne medizinischen Eingriff helfen dabei, die Geburtsphasen und den Schmerz positiv zu bewältigen (Atemtechniken, Yoga, Haptonomie oder pränataler Gesang).

Wenn Sie sich ausreichend damit befassen, sind Sie sicherlich gleich viel beruhigter und können der Geburt gelassen entgegensehen.

Doch der Schmerz alleine ist nicht das Problem, denn viele Frauen haben auch Angst davor, der Herausforderung einer Geburt nicht gewachsen zu sein und fürchten sich davor, zu versagen. Die Vorstellung, dass man in der heutigen Gesellschaft immer perfekt funktionieren und voll leistungsfähig sein muss, schürt diese Ängste noch zusätzlich.  Sie haben das Recht, Schwäche zu zeigen!

Für manche Frauen ist auch die Anwesenheit des Partners ein Stressfaktor, denn sie machen sich Gedanken darüber, wie sie in der nicht gerade sehr attraktiven Entbindungspose von ihrem Mann wahrgenommen werden. Die Anwesenheit des Partners während der Geburt sollte jedoch für die Mutter eine Unterstützung sein und nicht zu einer Belastung werden.

Für Frauen ist die Geburt ein sehr intensiver Augenblick, da sie plötzlich mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert werden. Oft kommen dadurch auch verborgene Ängste zum Vorschein: Die Angst davor, Mutter zu werden, alte Stereotypen zu reproduzieren oder mit der neuen Verantwortung nicht fertig zu werden. Manche Frauen kommen sich auf einmal völlig unfähig vor, würden am liebsten alles rückgängig machen und legen in manchen Fällen sogar ein sehr infantiles Verhalten an den Tag.

Die Hebammen sind dazu da, schwangeren Frauen in dieser Situation zu helfen,  ihnen zu versichern, dass sie absolut fähig sind, Mutter zu sein und trotzdem Ängste haben dürfen.
 



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