Bonding: Die erste Beziehung zum Baby
Endlich: Das Baby ist da!
Wie stellen Sie sich den ersten Kontakt mit Ihrem Kind vor?
Wenn bei der Geburt alles gut verläuft, wird Ihnen Ihr frisch geborenes Baby sofort auf den Bauch gelegt, noch bevor es untersucht wird, damit sich Mutter und Kind einmal "von außen" kennen lernen können.
Nun verbringen Sie und Ihr Partner im Kreißsaal mindestens zwei ungestörte Stunden mit Ihrem Baby.
Der erste Kontakt und die Entwicklung von Liebe und Zuneigung zwischen Mutter und Kind wird als Bonding (engl. für Bindung) bezeichnet.
Falls Sie erschöpft sind oder Ihr Kind aus medizinischen Gründen sofort nach der Entbindung untersucht werden muss, können Sie diese Zeit aber auch in den nächsten Stunden und Tagen in der Klinik und zu Hause genießen.
Wichtig sind jetzt viel Hautkontakt und ein stetiger Austausch zwischen Ihnen und Ihrem Baby, damit sein Urvertrauen gestärkt wird.
Starke Muttergefühle sind jedoch nicht bei jeder frisch gebackenen Mutter sofort da.
Selbst wenn Sie ungeduldig auf diesen Moment gewartet haben, kommt es häufig vor, dass die Verbindung zum eigenen Kind nicht gleich entsteht, denn es ist nicht unbedingt immer einfach.
Man darf nicht vergessen, dass das Baby unmittelbar nach der Entbindung durch die Strapazen der Austreibung häufig einen unförmigen Kopf hat und natürlich auch noch nicht gesäubert wurde.
Manche Mütter sind enttäuscht, weil das "echte Baby" anders aussieht, als das Kind, das sie sich während der Schwangerschaft vorgestellt haben. Außerdem ist es nicht einfach, eine Person, die man nicht kennt, von vornherein zu lieben.
Das erklärt unter anderem, warum eine Mutter nicht immer positiv auf den ersten Anblick ihres Babys reagiert. Meistens verwandelt sich die erste Emotion jedoch schnell in ein erfülltes Glücksgefühl.
Nach ein paar Tagen sieht Ihr Baby gleich viel schöner aus: Der Säugling verliert die Stigma der Geburt und die Verbindung zur Mutter wird schrittweise aufgebaut.
Der Mutterinstinkt entsteht erst durch den Kontakt mit dem Kind und ist nicht immer gleich automatisch vorhanden.
Die verwirrten Gefühle sind meistens bald verflogen, wenn Sie Ihr Baby erst eine Zeit lang in den Armen gehalten, ernährt, gewickelt und gestreichelt haben.
Das „Rooming in“ wird von vielen Kliniken als Ergänzung des Bondings angeboten.
Hier können Sie Ihr Kind 24 Stunden am Tag selbst pflegen und die erste gemeinsame Zeit genießen.
Auch der Vater und die Geschwister haben beim "Rooming in" die Möglichkeit, das neue Familienmitglied besser kennen zu lernen.