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Sexsucht

Wenn Stars von ihrer Sexsucht sprechen, kokettieren sie oft mit ihrer Potenz - Sexsucht
Wenn Stars von ihrer Sexsucht sprechen, kokettieren sie oft mit ihrer Potenz
Unter den Abhängigkeiten, in die Menschen geraten können, ist sie sicher die schickste: Sexsucht. Assoziiert man Drogen- und Alkoholsüchtige schnell mit vergammelten Junkies und Obdachlosen, so denkt man bei Sexsucht an sexy Stars wie Tiger Woods, Lindsay Lohan oder David Duchovny. Deren Bekenntnis zur Sexsucht schmälerte ihre Beliebtheit keineswegs. Wer schön und reich ist und mit jedem ins Bett gehen kann, dem wird gern verziehen, dass er davon nie genug haben kann. Und wenn ein Bushido oder Usher im Interview freiwillig herausplappert, er sei süchtig nach Sex, mag man sich fragen, ob die Betroffenen wirklich an einer Krankheit leiden oder gerne mit ihrer Potenz kokettieren wollen.

Doch ist die Sexsucht wirklich harmlos? Wo beginnt Sexsucht und wie gefährlich kann sie werden?

Was ist Sexsucht eigentlich?
Sexsucht gehört zu den sogenannten nicht stoffgebundenen Süchten, wie auch die Spielsucht oder Kaufsucht. Sexsucht tritt laut Schätzungen bei etwa 1-3% der Erwachsenen auf und äußert sich in exzessivem sexuellen Verhalten mit sich selbst und anderen. Ein gesteigertes sexuelles Verlangen allein muss noch keine Sexsucht bedeuten. Erst, wenn der Betroffene unter seiner Sexualität leidet und Suchtmerkmale wie Realitätsverlust und gestörtes Sozialverhalten auftreten, wird von einer Sucht gesprochen. Oft besteht im Zusammenhang mit Sexsucht eine Doppelsucht, zum Beispiel mit Alkohol oder Drogen.

Sexsucht hat ähnliche Merkmale wie andere Süchte: Übelkeit, Aggressivität, Zittern und Rückzug aus dem Sozialleben
Sexsucht hat ähnliche Merkmale wie andere Süchte: Übelkeit, Aggressivität, Zittern und Rückzug aus dem Sozialleben
Merkmale der Sexsucht:

  • sexuelle Aktivität nimmt an Wichtigkeit zu und verdrängt andere Interessen
  • Steigerung der Häufigkeit oder Intensität des sexuellen Verkehrs
  • Brechen aller Vorsätze
  • Kontrollverlust
  • Nicht Aufhören-Können trotz negativer Konsequenzen
  • Dominanz sexueller Gedanken
  • Minderwertigkeitsgefühle wegen des eigenen Sexualverhaltens
  • Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem eigenen sexuellen Verlangen
  • Sex als Flucht vor Problemen
  • Rückzug aus dem Sozialleben
  • Körperliche Entzugserscheinungen wie Übelkeit, Zittern, Reizbarkeit und Aggressivität
Warum ist Sexsucht gefährlich?
Sexsucht kann das Leben eines Menschen zerstören, denn der Sexsüchtige ist nicht mehr in der Lage, sein Leben so zu kontrollieren, wie er es möchte. Sexuelle Themen werden in seinem Alltag immer wichtiger, und auch wenn er dadurch lieb gewonnene Menschen oder Interessen verliert, kann er damit nicht aufhören. So können Partner, Beruf oder Freundschaften der Sexsucht zum Opfer fallen.

Erkenntnis ist auch im Falle von Sexsucht der erste Schritt zur Besserung
Erkenntnis ist auch im Falle von Sexsucht der erste Schritt zur Besserung
Die ständige Suche nach Befriedigung führt zu einer Überreizung, viele Sexsüchtige erleben nur schwer einen Höhepunkt. Durch die ständige unbefriedigte Lust tritt ein Leergefühl bis hin zur Depression ein. Mit ständig neuen Partnern wird versucht, dem entgegenzuwirken, so dass eine feste Partnerschaft kaum mehr möglich ist.

Was kann man gegen Sexsucht  tun?
Um eine Sexsucht behandeln zu können, müssen zunächst die Ursachen erkannt werden. Viele Betroffene verfallen aus einer Einsamkeit heraus in die Krankheit, sie versuchen, fehlende Zuwendung und Nähe durch körperliche Liebe auszugleichen. Wurde das Thema Sexualität in der Kindheit tabuisiert, kann auch der Reiz des Verbotenen die Neigung zur Sexsucht verstärken. Auch Missbrauch in der Kindheit kann später zu Sexsucht führen.

Der erste Schritt ist die Erkenntnis der Sexsucht. In einer Selbsthilfegruppe kann versucht werden, sich dem Thema mithilfe anderer Betroffener zu nähern. Je nach Intensität der Krankheit werden weitere Maßnahmen und Therapien herangezogen.

Selbsthilfegruppen bieten Hilfe bei Sexsucht
Selbsthilfegruppen bieten Hilfe bei Sexsucht
Eine erfolgreiche Behandlung der Sexsucht geht meist über mehrere Jahre und bedarf einer intensiven Psychotherapie. Hierbei wird die sexuelle Familiengeschichte erarbeitet und über das Suchtmittel Sex diskutiert.

Es geht darum, eine gesunde Beziehung zu sich selbst aufzubauen, um dann wieder Beziehungen zu anderen eingehen zu können. Gefühle müssen neu erlernt werden.

Selbsthilfegruppen bei Sexsucht

Für Betroffene:
SLAA, Anonyme Sex- und Liebessüchtige
www.slaa.de

Für Angehörige:
S-Anon Kontaktstelle Deutschland

Postfach 110545
28085 Bremen
Telefon: 0175-6840010
http://www.sanon.org/german/ge-default.htm




  

Veröffentlicht von
am 28/10/2010
Die Lesernote:2.9/5 
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