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Schön schlank: Trainiere deinen gesamten Körper mit Pilates

von Redaktion Veröffentlicht am 4. Februar 2008

Fitness & Harmonie durch sanfte Gymnastik - was genau ist Pilates?

Neben Yoga zählt Pilates zu den beliebtesten Sportarten, gerade bei Frauen. Pilates ist eine sanfte Gymnastik, die mit über 500 Übungen und einer recht originellen Ausrüstung nicht nur darauf abzielt die Körpermuskulatur zu stärken und den Körper dehnbar und geschmeidig zu machen: Das Ganzkörpertraining soll auch zu innerer Balance und Wohlbefinden verhelfen.

Wie ist Pilates entstanden?

Der Name Pilates ist auf den Begründer dieser Bewegungslehre Joseph H. Pilates zurückzuführen. Der deutsche Sportler und Trainer geriet während des ersten Weltkrieges in England in Gefangenschaft und entwickelte dort in seiner Zelle die neue Gymnastikmethode. Er hatte sich seit seiner Jugend mit verschiedenen Bewegungslehren und Yoga beschäftigt. Nach seiner Freilassung eröffnete Pilates 1926 sein erstes Gymnastikstudio in New York, gemeinsam mit seiner Frau, der Krankenschwester Clara.

Was steckt hinter Pilates?

Wie Yoga zeichnet sich auch die Pilates-Methode durch eine ganzheitliche Sichtweise des Körpers aus. Sie zielt darauf ab, den Körper auf harmonische Weise zu entwickeln, Haltungsfehler zu korrigieren, die körperliche Vitalität wieder herzustellen und den Geist des Pilates-Schülers zu stimulieren.

Allen Übungen (insgesamt über 500) liegen die folgenden Grundprinzipien zu Grunde:

> Bewusste Atmung (Flankenatmung). Die Atmung ist das Fundament der Pilates-Methode. Bewusstes Atmen in den Brustkorb (auf keinen Fall durch Aufblähen des Bauches!) fördert die Konzentration, lockert Verspannungen und stärkt die Bauchmuskeln.
> Konzentration. Jede Bewegung, jeder Atemzug muss mental kontrolliert werden. Dank der Konzentration sollen Körper und Geist in Einklang gebracht werden.
> Kontrolle. Die Ausführungen der Bewegungen müssen perfekt kontrolliert sein und zwar in Raum und Zeit (jeder Körperteil, die Atmung, das Gleichgewicht, die Ruhephasen...).
> Bewegungsfluss. Beim Pilates ist der Körper fast ständig in Bewegung. Alle Übungen müssen in fließenden Bewegungen ausgeführt werden - möglichst langsam um die tiefen Körpermuskeln zu beanspruchen.
> Zentrierung. Unter Zentrierung versteht Pilates die Stärkung der Körpermitte:
das sogenannte Powerhouse. Es reicht vom Brustkorb bis zum Becken und umfasst alle wichtigen Organe. Bei allen Übungen wird der Bauch eingezogen um die tiefen Bauchmuskeln zu trainieren.
> Präzision. Die Übungen werden präzise aneinander gereiht. Dabei fördert die Konzentration die Präzision der Bewegungen.
> Ausrichtung. Die aufrechte Haltung garantiert die körpergerechte Belastung von Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken.
> Entspannung. Um zu relaxen und die Muskeln zu entspannen, die soeben beansprucht wurden .

Pilates in der Praxis

Die Pilates-Methode beruht auf der Idee, durch bestimmte, in einer ganz präzisen Reihenfolge aneinander gereihte Bewegungsabläufe verschiedene Positionen einzunehmen.
Das Ziel besteht darin, alle Muskelgruppen abwechselnd und in teilweise ungewöhnlichen Kombinationen zu aktivieren, wobei vor allem der untere Rumpfbereich (Bauch-, Becken- und Pomuskeln) beansprucht wird.

Die meisten Pilates-Übungen werden, abgesehen von der unverzichtbaren Bodenmatte, ohne Hilfsmaterial durchgeführt.
Bei bestimmten Übungen werden jedoch auch die folgenden Accessoires benötigt:
> Ball. In der richtigen Größe (z.B. 65 cm Durchmesser bei einer Körpergröße von 1,65 m) hilft der Ball, die richtige Körperhaltung zu finden, um das Gleichgewicht zu halten und nicht hinzufallen.
> Gummiband oder Rubber Band. Um Dehn- und Resistenzübungen auszuführen.
> Reifen. Er wird zwischen die Beine geklemmt um die Schenkelmuskulatur zu trainieren.
> Schaumstoffnudel. Mit dieser mittelmäßig langen aber dicken Nudel werden Gleichgewichtsübungen durchgeführt.

> In den Fitnessstudios werden unter anderem folgenden Spezialgeräte eingesetzt: Reformer (gleitender Wagen, auf dem der Benutzer sitzen, knien, liegen oder stehen kann), Cadillac (gepolsterte Plattform, die von 4 Pfosten umgeben ist, die wiederum am oberen Ende über ein Rechteck miteinander verbunden sind) oder Wunda Chair (eine Box mit zwei Pedalen zur konträren oder simultanen Bewegungsmöglichkeit).

Für wen ist Pilates geeignet?

Pilates-Übungen sind anstrengend, aber sanft zum Körper: Es gibt weder plötzliche Bewegungen noch starke Aufprallschocks. Die Pilates-Methode ist damit für alle Menschen geeignet:
- Frauen und Männer, die keinen Sport treiben, sowie für LeistungssportlerInnen.
- Gestresste, müde Menschen.
- Personen, die unter Muskelverspannungen leiden.
- Schwangere oder junge Mütter, die gerade entbunden haben (nach Absprache mit einem Arzt).
- Ältere Personen oder Menschen, die sich von einer Verletzung rehabilitieren müssen (nach Absprache mit einem Arzt).
- Alle, die fit bleiben und auf sanfte Weise an ihrer Silhouette arbeiten möchten.

Pilates tut Körper und Seele gut. Denn Pilates...

...lindert Schmerzen, indem es die Tiefenmuskulatur stärkt, Becken und Rücken in die korrekte Position rückt und die Haltung verbessert.
...verfeinert die Körpersilhouette, indem es schwache Muskeln strafft und angespannte Muskeln entspannt.
...macht den Körper dehnbar und geschmeidig, indem es die Muskeln streckt und den Bewegungsspielraum der Gelenke vergrößert.
...verbessert Atem und Ausdauer, indem es eine langsamere und tiefere Atmung lehrt.
...korrigiert die Haltung, indem es dazu anregt, die richtigen Bewegungsabläufe auch im Alltag zu integrieren.
...begrenzt Alterungserscheinungen durch eine verbesserte Koordinierung.
...vertreibt Stress, da es zu Wohlgefühl, mentaler Stärke und innerer Harmonie führt.

Wie kann man Pilates lernen?

Es gibt keine offizielle Pilates-Organisation, doch in Deutschland haben sich zahlreiche Pilates-Institute zum Deutschen Pilates Verband vereinigt. Auf der offiziellen Homepages des Verbandes findet ihr ausgiebige Informationen zu Ausbildungsinstituten sowie zu lizensierten Trainern in eurer Umgebung.

Gut zu wissen: Für alle, die sich gerne zu Hause mit Pilates-Übungen fit halten möchten, gibt es im Handel zahlreiche DVDs und Bücher zum Thema und im Netz viele Videos. Doch trotz aller Lehrbücher und Videos ist es empfehlenswert, sich zum Einstieg von einem ausgebildeten Pilates-Lehrer die Grundkenntnisse der Pilates-Methode näher bringen zu lassen.

Falls ihr euch weiter infomieren möchtet, dann empfehlen wir "Das große Pilates-Buch" von Michaela Bimbi-Dresp, das ihr direkt bei Amazon bestellen könnt.

Hier bekommt ihr mal einen Einblick, wie eine Pilates-Session aussehen kann:

von Redaktion
Für den perfekten Start in den Tag: Der Yoga Sonnengruß

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