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Yoga: Übungen für Körper und Geist

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 4. Februar 2008

Yoga stammt ursprünglich aus Indien. Die Disziplin zielt darauf ab mit körperlichen Übungen, Meditation und moralischer Askese eine Einheit aus Körper und Geist zu schaffen. In der westlichen Welt ist Yoga relativ neu und erfreut sich seit einigen Jahren über regen Zulauf – nicht zuletzt, weil viele Stars die Relaxmethode populär gemacht haben.

Herkunft und Philosophie
Yoga ist keine neue Erfindung. In Indien wird es schon seit dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung praktiziert. Das Wort „Yoga“ bedeutet in der der literarischen Sprache des alten Indien, der Sanskrit-Sprache, so viel wie „Einheit“.

Der indische Lehrmeister Patanjali, der heute als Gründer der Disziplin gilt, hat 400 Jahre v. Chr. das Referenzwerk Yoga Sutra verfasst. Diese Yoga-Bibel unterscheidet unter anderem acht Grundprinzipien, die mit den Ästen eines Baumes verglichen werden und gemeinsam das Yoga bilden:

- Yama: die Fähigkeit ohne Gewalt zu kommunizieren
- Niyama: die Selbstbeobachtung
- Asana: die Ausübung der Körperhaltungen (Yoga-Stellungen)
- Pranayama: die Atemkontrolle
- Pratyahara: die Konzentration auf die inneren Sinne
- Dharana: die Konzentration
- Dhyâna: die Meditation
- Samadhi: die Befreiung und letzte Stufe der Persönlichkeitsentfaltung

Die ersten fünf Elemente bilden die Grundlage für die Lehre des Hatha Yoga - einer eigenen Strömung, bei der Gesundheit und Konzentration durch eine gesunde Lebensführung und geeignete Körperhaltungen erreicht werden sollen.

Hatha Yoga: Die sportliche Variante
Die meisten Yoga-Kurse konzentrieren sich auf die körperliche Dimension des Yoga, also auf das Hatha Yoga. Die Lehre zielt darauf ab, den Körper auf traditionelle Art und Weise in einem guten Gesundheitszustand zu bewahren und den Geist zu disziplinieren. Dafür werden hauptsächlich drei Methoden eingesetzt:

- Körperhaltungen: vom Pflug über den Halbmond bis zum Schiff. Es gibt über 1.000 Yogastellungen. Die Übungen können statisch oder dynamisch (Bewegungsabläufe wie die berühmte „Begrüßung der Sonne“) sein und werden immer zwanglos und mit Rücksicht auf den Körper ausgeübt. Dabei wird insbesondere auf die Körperstellung und auf die Linie der Wirbelsäule geachtet.

- Atemübungen sind untrennbar mit den Körperhaltungen verbunden und lassen sich durch vier Hauptatmungsphasen charakterisieren: Einatmung, Atem anhalten mit vollen Lungen, Ausatmen und zuletzt Atem anhalten mit leeren Lungen. Bei einem Yoga-Kurs gibt es also mehrere Atmungsmöglichkeiten: die Konzentration auf die eine oder andere Atmungsphase, ein langsamer oder schneller Rhythmus, die Atmung durch ein oder beide Nasenlöcher, mit und ohne Geräusch oder mit einer unterschiedlich langen Ein- bzw. Ausatmungszeit.

- Entspannungstechnik: Diese Phase bildet meistens den Abschluss einer Yoga-Sitzung und findet in sitzender oder liegender Position statt. Sie wird von einer langsamen und tiefen Atmung, Suggestion oder von sehr sanften Tönen begleitet.


Yoga: Gesundheit auf der Matte
Hatha-Yoga hat vor allem den Vorteil, dass es für alle Menschen und Altersgruppen geeignet ist: für Männern und Frauen, für Schwangere, Jungen und Alte, Gesunde oder Kranke. Es gibt keinen Wettbewerbsdruck und es werden keine spezifischen Fähigkeiten vorausgesetzt. Alles hängt vom Willen, von der Konzentration und der Ausdauer ab, die jeder Einzelne in die Ausübung der Körperhaltungen und Bewegungsabläufe investiert.Und obwohl Yoga ursprünglich auf eine religiöse Praktik zurückgeht erfordert es keine besonderen philosophischen oder religiösen Kenntnisse.

Yoga hat zahlreiche wohltuende Auswirkungen auf unsere Gesundheit: Stärkung der Muskeln, Geschmeidigkeit, Gleichgewichtssinn, Kräftigung der Bauchmuskeln, Reduzierung des Körperfetts.

Außerdem verbessert Yoga unsere allgemeine Gesundheit: Es fördert die Ausscheidung von Giftstoffen, stimuliert die vitalen Organe (Atmungs-, Verdauungs-, und Sexualorgane...), verbessert die Herzfunktion und steigert die Ausdauer.

Darüber hinaus wirken sich Yoga-Übungen entscheidend auf die mentale Gesundheit aus. Denn Yoga fördert die Willenskraft sowie die Konzentrationsfähigkeit. Stress und Angstgefühle können wir mit dauerhaftem Üben abbauen - und schon nach ein paar Sitzungen verbreitet sich ein tiefes Wohlbefinden, das sich auch positiv auf unser Verhalten im Alltag und die Beziehungen zu unseren Mitmenschen auswirkt.

Vom Ashtanga Yoga bis zum Bikram Yoga: Eine Disziplin - viele Strömungen
Vom Ashtanga Yoga bis zum Bikram Yoga: Eine Disziplin - viele Strömungen
Da das Hatha-Yoga seit einigen Jahren einen unglaublichen Erfolgsboom erlebt, entwickelt sich die Disziplin permanent weiter. Auch wenn sich die Übungen der Körperhaltungen und Bewegungsabläufe nicht ändern: Es entfalten sich immer mehr unterschiedliche Yoga-Lehren, die die einzelnen Körper- und Atemübungen mehr oder weniger sanft oder sportlich beziehungsweise ruhig oder bewegungsreich miteinander kombinieren.

Die häufigsten Varianten sind:
Ashtanga Yoga: Gleichschaltung der Atmung mit einer schnellen Abfolge von immer anspruchsvolleren Körperhaltungen)
Integral Yoga: Körperhaltungen, Meditation und Entspannungstechniken sind im Gleichgewicht
Vini-Yoga: die Bewegung wird in die Atmung integriert
Pränatales Yoga: für schwangere Frauen sehr gut geeignet
Bikram-Yoga: wird in einem heißen Raum bei 40 Grad Celsius praktiziert.

Wo finde ich gute Yoga-Kurse?
Es gibt in Deutschland keinen Dachverband für alle Yoga-Praktizierenden. Die Yoga-Trainer haben sich allerdings im Bundesverband der Yogalehrenden (BDY) zusammengeschlossen und bieten auf ihrer Internetseite Informationen zur Yoga-Ausbildung sowie eine Suchmaschine der Verbandstrainer. Die Yoga-Ausbildung allerdings ist kaum geregelt: Es gibt zum Beispiel kein staatliches Diplom. Jede Yoga-Schule bürgt also für die Qualität ihrer Trainer.

Unser Tipp: Falls Sie Yoga-Anfänger sind, melden Sie sich am Besten in einem Fitness-Club, bei der Volkshochschule oder einem Verein für einen der zahlreichen Yoga-Kurse an, da diese Organisationen die Trainer vorher sorgfältig auswählen. Wie immer geht auch hier nichts über gute Empfehlungen: Erkundigen Sie sich in Ihrem Familien- und Freundeskreis nach einem guten Yoga-Kurs oder probieren Sie die Disziplin bei einer oder mehreren kostenlosen Probesitzungen aus, um herauszufinden, ob Ihnen der Kurs gefällt, bevor Sie sich definitiv anmelden.

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von Linda Chevreuil

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