Gesundheit

Woran erkenne ich einen guten Frauenarzt?

Woran erkenne ich einen guten Frauenarzt?
Wie stehen Sie zu Ihrem Frauenarzt? Glauben Sie ihm und tun Sie das, was er Ihnen sagt? So machen es die meisten Frauen und vertrauen ihrem Arzt. Und genau dieses Vertrauen ist in einer Arzt-Patienten-Beziehung wirklich wichtig. Denn in vielen Fällen kennt der Frauenarzt mehr intime Details über seine Patientin als manch eine gute Freundin.
Nicht nur, dass er weiß, wie Sie nackt aussehen. Von Problemen beim Sex über einen Kinderwunsch bis zu unangenehmen Krankheiten weiß der Frauenarzt genau über Sie Bescheid. Im tragischen Fall einer Fehlgeburt erlebt der Frauenarzt von der Freude über die Schwangerschaft bis zur Trauer danach alles mit. Ein gutes Verhältnis zu Ihrem Gynäkologen sollte also gegeben sein. Wenn Sie sich bisher nicht hundertprozentig wohl fühlen oder mit der Behandlung, dem Umgang, den Empfehlungen und dem Praxisteam nicht zufrieden sind, sollten Sie den Frauenarzt wechseln. Aber zu wem?
Frauenarzt
Was macht einen guten Frauenarzt aus?
Der Empfang
Die Praxis ist so organisiert, dass Sie in dringenden Fällen noch am gleichen Tag einen Termin bekommen können. Das Praxisteam begrüßt Sie freundlich und nimmt sich Zeit für Sie. Besonders wichtig ist, dass der Umgang mit Ihnen respektvoll verläuft, so dass Sie sich wohl fühlen. Dazu gehört, dass beispielsweise eine Urinprobe von der Toilette aus durchgereicht werden kann und Sie nicht gezwungen sind, mit dem Becher durch die Praxis zu laufen.
Der Frauenarzt selbst begrüßt Sie immer, wenn Sie noch bekleidet sind und bittet Sie zunächst zum Gespräch in ein Vorzimmer. Wenn schon die Arzthelferin sagt, dass Sie sich freimachen sollen und sie halb nackt auf den Arzt warten, ist dies ein schlechtes Zeichen. Im Vorabgespräch erkundigt sich der Arzt nach Ihrem Befinden, nach Schmerzen und eventuellen Fragen, die Ihnen auf der Seele brennen. Erst danach geht es auf den Behandlungsstuhl.
Frauenarzt Die Untersuchung
Sie müssen sich beim Frauenarzt nie ganz ausziehen. Für die Untersuchung der Brust genügt es, sich oben herum freizumachen. Für die Untersuchung des Genitalbereichs können Sie BH und Shirt oder Pulli anbehalten. Um sich weniger nackt zu fühlen, können Sie beispielsweise ein langes T-Shirt tragen.
Selbstverständlich sollte sein, dass sämtliche Instrumente desinfiziert sind, Spritzen frisch aus der Verpackung kommen und der Arzt nur mit Einmalhandschuhen untersucht. Idealerweise erklärt der Frauenarzt während der Untersuchung, was er gerade macht, was er sieht und ertastet. Tut er das nicht, sollte er zumindest auf Nachfragen hin ausführlich und nicht genervt antworten.
Die Behandlung
Liegt eine behandlungsbedürftige Krankheit vor, sollte der Arzt umfangreich über Therapiemöglichkeiten und Risiken aufklären; ebenso, wenn es um Vorsorgeuntersuchungen geht. Da viele Leistungen Zusatzkosten verursachen, sollte er genau erklären, was er warum empfiehlt und welche Kosten aufkommen. Und selbst wenn keine weitere Behandlung ansteht, denkt ein guter Arzt an Ihre Vorsorge und erinnert Sie daran, wann die nächste Vorsorgeuntersuchung ansteht.
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Kostenpflichtige Behandlungen beim Frauenarzt – welche sind wirklich nötig?

Ultraschall
Kosten: ca. 30 bis 70 Euro
Notwendigkeit: Bei Frauen mit Beschwerden oder einem familiären Risiko für Unterleibstumoren kann der Ultraschall genauere Auskünfte geben. Bei beschwerdefreien Frauen ist der Ultraschall durch die Vagina nicht nötig, eine Tastuntersuchung reicht, um Veränderungen festzustellen. Bei einem auffälligen Tastbefund zahlt die Kasse auch den Ultraschall. In der Schwangerschaft unternimmt ein guter Frauenarzt kostenlos zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, denn von der Krankenkasse bezahlt werden nur drei.
HPV-Test
Kosten: 50 bis 80 Euro
Notwendigkeit: Der HPV-Test kann bestimmte Viren aufspüren, die zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beitragen. Auch die gesetzliche Krebsfrüherkennung (PAP-Test) testet unter anderem auf Gebärmutterhalskrebs, daher ist der HPV-Test meist nicht zwingend erforderlich, denn ergibt der PAP-Test einen auffälligen Befund, kann dieser über den HPV-Test konkretisiert werden und wird dann auch von Krankenkassen übernommen.
Frauenarzt Hormonspiegeluntersuchung
Kosten: ca. 100 Euro
Notwendigkeit: Der Hormonspiegel der Frau ändert sich in den Wechseljahren gravierend. Hitzewallungen, Hautausschläge und ähnliches können daraus resultieren. Die Untersuchung durch den Frauenarzt kann sinnvoll sein, wenn der Verdacht auf Erkrankungen besteht, zum Beispiel bei Ausbleiben der Menstruation ohne Wechseljahressymptome. Allerdings hängt die Entscheidung für eine Hormonbehandlung vom subjektiven Beschwerdebild ab und ist unabhängig vom Hormonspiegel.
Zusatzbehandlungen – gut beraten!
Laut einer Studie der Stiftung Warentest sind die Frauenärzte Meister im "IGeLn", dem Verschreiben von kostenpflichtigen, Individuellen Gesundheitsleistungen. Ob eine zusätzliche Leistung bei Ihnen notwendig ist, können Sie nicht anhand einer Checkliste beurteilen.
Ob Ihr Frauenarzt Sie hinsichtlich einer Zusatzbehandlung gut informiert hat, können Sie aber herausfinden, indem Sie sich die folgenden Fragen stellen:
  • Hat mich der Arzt ausreichend über die Leistung beraten, warum Sie in meinem Fall sinnvoll ist, obwohl sie die Krankenkasse nicht bezahlt?
  • Hat der Arzt sachlich informiert, ohne Werbung zu machen oder Druck auszuüben?
  • Sind alle Fragen beantwortet und wurde mir Zeit zum Überlegen gegeben?
  • Haben ich einen schriftlichen Vertrag mit den voraussichtlichen Kosten bekommen und meine Einverständniserklärung abgegeben?

textkern/jw

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Veröffentlicht von
08.06.2010
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