Persönliche Entwicklung
Ahnen­forschung: Eine Reise zu mir selbst

Ahnenforschung Stammbaum

   

Der Beginn der Ahnenforschung: Ein Foto der Großmutter © Beyond History - Ahnenforschung Stammbaum
Der Beginn der Ahnenforschung: Ein Foto der Großmutter © Beyond History
Mit 19 Jahren war ihr ein Bild der Großmutter in die Hand gefallen, damals auch 19. "Ich sah plötzlich mich selbst vor mir.", erinnert sie sich heute. "Ich wollte unbedingt wissen, wer diese Frau ist. Wie hat sie gelebt, welche Entscheidungen hat sie getroffen?"

Auf der Suche nach der eignen Familiengeschichte war sie dann auf viele Parallelen gestossen, deckte sogar Krankheitsbilder auf. "Plötzlich entsteht eine Verbundenheit, zu den Orten, der Lebensweise von damals und schließlich auch zu den Personen, die Generationen vor uns gelebt haben."

1000 Euro für die eigene Ahnenforschung
Die eigene Faszination machte Bentschneider dann zu ihrem Beruf. Sie ist heute professionelle Ahnenforscherin. Mehrere tausend Euro geben einige ihrer Kunden dafür aus.

Dabei entdeckt sie oft den Unterschied unter den Geschlechtern, selbst, wenn es um den eignen Stammbaum geht: "Männer machen das oft als Hobby, das sie mit dem eigenen Vater betreiben können. Frauen haben oft einen anderen Grund: Sie wollen wissen, wer ihre Eltern und Großeltern waren, etwa, wenn sie selbst adoptiert sind."

Um die eigene Familiengeschichte zu erforschen ist Systematik gefragt. "Je mehr Angaben es gibt, desto besser ist es natürlich.", so Bentschneider.

Ahnenforschung à la carte: Andrea Bentschneider  © Beyond  History
Ahnenforschung à la carte: Andrea Bentschneider © Beyond History
Ahnenforschung: Wie Puzzlen der eigenen Geschichte

Fotos, Tagebücher, Unterlagen, Todes- oder Geburtsnachrichten, Briefe: Am Anfang kann alles ein Anfang sein. Der Tipp der Ahnenforscher: Erst einmal sammeln.

Um voran zu kommen, müssen solche Informationen dann verizfiziert werden, mit Geburtsurkunden, Grundbucheinträgen oder Heiratsbescheinigungen abgeglichen werden. Personenstandsregister der Standesämter, Kirchen- und Stammbücher sind ebenso verlässliche Wegweiser. "Von dort aus gibt es immer wieder einen neuen Anhaltspunkt, etwa durch Angabe des Geburtsorts, oder des Standesamts oder die Namen der jeweiligen Eltern." Vieles ihrer Arbeit spielt sich deshalb in städtischen Archiven oder Büchereien ab.

Bei der eigenen Suche hilft oft auch das Internet: Auf Ahnenforschungsportalen, wie z.B. Ancestry.de kann der Nachname eingegeben werden, dann gibt es einen Abgleich mit den über vier Milliarden gesammelten historische Aufzeichnungen. Bisher wurden dort bereits 13 Millionen Familienstammbäume mit 1,4 Milliarden Namen erstellt und 30 Millionen Fotos und Geschichten hochgeladen. Allerdings kostet der Service zwischen 10 und 50 Euro, je nach Ausmaß der Suche.

So setzt sich das Puzzle langsam und Stück für Stück zusammen. "Ein bißchen Glück gehört natürlich auch dazu.", meint Bentschneider. Glück und Durchaltevermögen. Und Stephanie Simbeck ist überzeugt: "So richtig am Ende mit der Suche werde ich wohl nie sein. Aber mit jedem Puzzleteil, das dazukommt, werde ich ein Stück gewisser, ruhiger und natürlich stolzer. Die eigene Geschichte ist oft die faszinierendste."


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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 05/08/2010
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