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Komplett ausgebrannt: Burnout-Syndrom erkennen & vermeiden

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 2. Juni 2017
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Stress im Berufsleben und in der Familie – beides zehrt an unseren Nerven und kann auf Dauer belastend werden. Und zwar so sehr, dass sich ein Zustand totaler Erschöpfung einstellt.

Früher gab es für diese Art Ausgebranntsein keinen wirklichen Begriff. Mittlerweile haben Medizin und Psychologie das Phänomen als Krankheit anerkannt und ihm einen Namen gegeben: Burnout-Syndrom.

Am Beginn eines jeden Burnout-Syndroms steht der totale und kraftraubende Einsatz für eine Sache: Sei es der eigene Job oder der Alltagsstress zwischen Haushalt, To do-Listen und Familie. Irgendwann steht man nur noch unter Strom und verliert jedes Maß, was den eigenen körperlichen und psychischen Einsatz anbelangt. Das, was man pro Tag erledigen und stemmen muss, steht über allem und verdrängt jeden Gedanken an Entspannung und Ausgleich. Schon in dieser ersten Phase treten immer wieder Erschöpfungssymptome auf, die allerdings meist ignoriert werden. Und so geht es immer weiter - bis schließlich gar nichts mehr geht.

Symptome des Burnout-Syndroms

Was die körperliche Gesundheit angeht, haben Betroffene mit unterschiedlichen Beschwerden zu rechnen: Das Immunsystem spielt nicht mehr mit und der eigene Körper wird für viele kleinere Krankheiten anfällig. Auch Schlafstörungen sowie Magengeschwüre und Kreislaufprobleme können plötzlich auftreten. Das alles scheint erstmal unauffällig. Oft denkt man, das geht vorüber, ist halt gerade eine anstrengende Phase - aber dem ist leider nicht so.

Denn wird nichts geändert an der Stresssituation, kann sich der gesundheitliche Zustand der Betroffenen rapide verschlechtern, sodass auch schwerwiegende Erkrankungen, zum Beispiel des Herzens, Folge des Burnout-Syndroms sein können. Viele Betroffene müssen erst einen totalen Zusammenbruch erleiden, bis sie verstehen, dass es so nicht mehr weitergeht und dass sie etwas Entscheidendes ändern müssen.

Wer schließlich und endlich die Folgen eines Burnout-Syndroms in vollem Maße zu spüren bekommt, hat zumeist neben den körperlichen auch mit psychischen Beschwerden zu kämpfen. Auf der psychischen Ebene sind die Symptome leicht nachzuvollziehen: Depressive Verstimmungen, innere Leere, Reizbarkeit, Nervosität, Ängste und Ohnmachtgefühle machen sich breit. Oft wechseln sich diese Gefühlslagen und psychischen Symptome ab, weshalb man das Burnout-Syndrom auch häufig in unterschiedliche Phasen einteilt.

Phasen des Burnout-Syndroms

So unterschiedlich die Symptome des Burnouts sein können, so unterschiedlich sind auch die Phasen des Burnout-Syndroms. Leider konnte sich die Medizin bisher auf keine allgemein gültige Einteilung der Burnout-Phasen einigen, viele verschiedene Phasentheorien wurden entwickelt.

Die Schwierigkeit bei der Bestimmung der Burnout-Phasen besteht darin, dass es keinen typischen Verlauf gibt: Schon allein der Beruf der Betroffenen kann beeinflussen, welche Phasen sie durchlaufen. Verallgemeinert lässt sich aber folgendes zusammenfassen: Zu Beginn sind Burnout-Patienten sehr engagiert und enthusiastisch - da aber kein Mensch über einen langen Zeitraum mehr als 100 Prozent leisten kann, folgen schnell Stagnation und Frustration. Ändert sich an dem Zustand nichts, ziehen sich die Betroffenen beruflich wie privat immer mehr zurück, sie werden apathisch, passiv, isolieren sich. Hält dieser Zustand längere Zeit an, spricht man vom Burnout.

Timeout beim Burnout

Ein Burnout geht in aller Regel mit einem Timeout einher. Die Betroffenen müssen sich häufig eine Auszeit gönnen, um die körperlichen Beschwerden in den Griff zu bekommen und wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Die konkreten Behandlungen, die die Regeneration unterstützen, sind dabei individuell unterschiedlich und zugeschnitten auf die speziellen Verhältnisse, die zum Entstehen des Burnouts geführt haben. Innerhalb einer Psychotherapie können diese Hintergründe aufgearbeitet werden. Zusätzlich können Seminare eine geeignete Gelegenheit bieten zu erlernen, wie man neue Strukturen in seinen Alltag und sein Berufsleben einbringt, ohne erneut Opfer einer totalen Überforderung zu werden.

Burnout vermeiden

In der heutigen Arbeitswelt ist es wichtig die Zeichen einer Überforderung und übermäßigen Stresses, also die Anzeichen für Burnout, rechtzeitig zu erkennen bzw. ihnen rechtzeitig vorzubeugen. Meist haben Angehörige und Freunde einen besseren Blick auf den eigenen Zustand, sodass man ihre Bedenken ernstnehmen sollte.

Das Problem: Bei vielen Burnout-Betroffenen spielt sich angesichts von Stress und Überforderung vieles im eigenen Kopf ab. Man hat schlichtweg zu hohe Ansprüche an sich selbst. In diesem Bereich muss man seiner Gesundheit zuliebe Abstriche machen und sich eingestehen, nicht alles perfekt und zur Zufriedenheit aller erledigen zu können.

Zudem sollte man sich frühzeitig einen Ausgleich zu der alltäglichen Belastung schaffen und nicht nur für die Arbeit leben. Das Privatleben mit all seinen schönen Seiten – Familie, Hobbys, Freunde – sollte einen festen Stellenwert zugesprochen bekommen. Hinzu kommt das, was allgemein gilt: Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung tragen dazu bei, dass Stress uns nicht so schnell etwas anhaben kann.

Last but not least sollte man sich ernsthaft Gedanken über seine berufliche und private Situation machen. Die Frage, ob dieser Beruf der Richtige ist und ob all das, was man sich täglich aufbürdet tragbar ist, sollten wir uns ehrlich stellen.

Mehr medizinische Infos zum Burnout-Syndrom findet ihr auch hier auf onmeda.de.

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