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Interview mit Daimlers Diversity Managerin

Frauen in Führung Quote

Frauen in die Führung - ob mit oder ohne Quote - Frauen in Führung Quote
Frauen in die Führung - ob mit oder ohne Quote
Mehr Frauen in der Führung - es ist das Thema der Politik, schon seit Monaten. Und immer wieder kommt sie dabei ins Gespräch: die Quote. Gefürchtet, gehasst, verspottet und dann wieder hoch gelobt scheint die Frauenquote für Unternehmen nicht mehr wegzudenken.

Zuletzt forderten nun die Justizminister der Bundesländer eine Quote. Sie wollen einen Gesetzesvorschlag dafür ausarbeiten. Und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder machte klar: Fünf Jahre haben die deutschen Unternehmen noch. Wenn sie bis dann nicht sichtbar mehr Frauen in Führung vorzeigen können, soll eine gesetzliche Quote (etwa wie in Norwegen) kommen. Aber was sagen die "Betroffenen" eigentlich selbst dazu? Wird der Wirtschaft nun Angst und Bange vor einer gesetzlichen Quote?

Ursula Schwarzenbart, Diversity Managerin bei der Daimler AG erklärt im Interview mit goFeminin.de warum sie sich - ganz im Gegenteil - sogar auch für eine Quote per Gesetz aussprechen würde. Und warum der Autobauer kein Problem mit den Drohungen der Ministerin hat.

Familienministerin Schröder gibt der Wirtschaft fünf Jahre Zeit, mehr Frauen in Top-Positionen zu bekommen, sonst kommt die Quote. Fühlt sich Daimler unter Druck gesetzt?
Nein, überhaupt nicht. Das liegt aber auch daran, dass wir uns auf der sicheren Seite fühlen. Wir haben bereits 2006 festgelegt: Bis 2020 soll es 20 Prozent Frauen in Führungspositionen geben. Im Moment ist das 1 Prozent mehr pro Jahr, was auf den ersten Blick nun nicht viel erscheint. Aber nach innen ist es ein gewaltiger Kraftakt. In realen Zahlen bedeutet es nämlich jährlich 100 Frauen in Führungspositionen zu bringen.

Ministerin Schröder fordert 20 Prozent schon bis zum Jahr 2015...
Ja, und ich kann gut verstehen, dass sie hier ein wenig fordernd werden muss. Ich weiss aber auch, dass wir tatsächlich länger brauchen werden, nicht zuletzt aus unseren eigenen Erfahrungen. Die ersten zwei, drei Prozent schafft man noch ganz schnell. Dann verlangsamt sich der Prozess.

Ministerin Schröder sagt, es sei möglich.
Wie gesagt, ich kann sie gut verstehen. Aber es wird länger dauern. Oder es geschieht etwas, was ich für falsch halte: Dass Frauen in diese Positionen kommen, die nicht die nötige Qualifikation haben. Das würde letzten Endes kontraproduktiv wirken. Wir wollen eine nachhaltige Veränderung erreichen, eine neue Unternehmenskultur. Und letzten Endes sind wir Industrieunternehmen, die Gewinn machen müssen und nicht willkürlich Quoten erfüllen. Es ist dennoch gut, dass die Bundesregierung dieses Thema nun anpackt und aus der Tabuisierung in die Mitte der gesellschaftlichen Debatte holt.

Keine Angst vor einer Quote: Ursula Schwarzenbart © Daimler AG
Keine Angst vor einer Quote: Ursula Schwarzenbart © Daimler AG
Bei Daimler würde man eine gesetzliche Frauenquote also befürworten? 
Was ich gut finden würde, wäre eine Quotierung von Aufsichtsräten, weil Aufsichtsräte mit Menschen aus Top-Positionen besetzt werden sollen und nicht als eine Art vererbtes Recht nach einem langen Arbeitsleben. Ohne einen Push wie ihn eine gesetzliche Quote bringen würde, brauchen wir noch mindestens 15 oder 20 Jahre, bis Frauen einen echten Anteil haben.

Was bringen Frauen so besonderes ein, gerade in die Arbeit eines Aufsichtsrats?
Es ist oft eine andere Perspektive, die sie mitbringen, die wichtige Impulse geben kann. In unserem Aufsichtsrat etwa, sorgt eine Frau wie Sari Baldauf dafür, dass bei der Vorführung von neuen Fahrzeugen auch nach der Familienfreundlichkeit gefragt wird.

Peter Müller, Leiter der Corporate-Governance-Kodex-Kommission nennt da weniger pauschale Eigenschaften, die er schätzt.
Natürlich. Eine der Lehren, die Wirtschaft und Politik aus der Vergangenheit gezogen haben, ist, dass Aufsichtsräte strenger werden müssen. Und da stimme ich Herrn Müller zu: Frauen stellen andere Fragen, sie kontrollieren präziser und sprechen die Dinge direkter an. Das liegt natürlich auch daran, dass die Männer meist schon Jahre lang zusammengearbeitet haben und es diese Distanz nicht gibt.

Sind Frauen dann womöglich die besseren Manager?
Grundsätzlich geht es mir sehr stark darum, dass es hier kein Gegeneinander gibt. Männer haben ja nicht schlechte Arbeit geleistet und sollen nun ausgewechselt werden. Und Frauen sind auch nicht per se die besseren Manager. Die Teilhabe von Frauen ist vor dem Hintergrund der Internationalisierung und des demographischen Wandels einfach eine Notwendigkeit. Und hinzukommt, dass Frauen noch nie so hervorragend ausgebildet waren, wie heute. Deshalb spricht man von der „female decade“.

Welche Maßnahmen hat Daimler ergriffen, um die 20 Prozent bis 2020 zu erreichen?
Zunächst einmal spielt diese Quote bei allen Besetzungsprozesseneine Rolle, wir achten darauf, möglichst 2 Bewerberinnen in den Endphasen eines Besetzungsprozesses zu haben. Ein weiterer Aspekt ist die Kinderbetreuung, die wir ausbauen und Familien unterstützen. Kürzere Kinderauszeiten bedeuten nun einmal bessere Karrierechancen. Und dann führen wir Workshopsfür alle unsereFührungskräfte, Männer und Frauen, durch, damit diese ein stärkeres Bewusstsein für Diversity bekommen. Wichtig ist natürlich auch, ein spezielles Mentoringprogramm für die Führungsfrauen im Unternehmen anzubieten.

Was haben Frauen eigentlich mit Multikulti gemeinsam oder: Warum werden Frauen unter "Diversity" geführt?
Nicht jeder, der Diversity sagt, meint natürlich Dasselbe. In den USA etwa hat es viel mit der ethnischen Herkunft zu tun. Aber in den meisten Ländern geht es bei Diversity um Frauen, weil die gleiche Teilhabe für sie noch nicht erreicht wurde.




Shila Meyer-Behjat

  

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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 04/07/2010
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