Top 5 der am besten
bewerteten Artikel
"Doofe Kuh" & Co.: Wenn Kinder Schimpfwörter entdecken
Traummann an der Angel? Wie Sie ihn nicht mehr loslassen
Von krummen Bananen & Co.: Küchenwissen für Angeber
Sommer-Make-up: Unsere Lieblingslooks zum Nachschminken
Maniküre: Die fünf Must-haves für schöne Nägel
Gesellschaft

Frauen-Netzwerke

Frauen-Netzwerke: Es gibt kaum einen Anlass, den Frauen nicht zum Netzwerken nutzen können.  © Eva Hehemann - Frauen-Netzwerke
Frauen-Netzwerke: Es gibt kaum einen Anlass, den Frauen nicht zum Netzwerken nutzen können. © Eva Hehemann
Frauen-Netzwerke: Wer hierbei (heimlich) an vergnügte Kaffeekränzchen, feucht-fröhliche Weiber-Abende und etwas zu laute Lamentier-Nachmittage denkt, dem sei gesagt: er hat vollkommen Recht.

Frauen können laut sein. Und lustig. Und sie können jeden Mann leidenschaftlich in Grund und Boden reden. Deswegen treffen sie sich unter Ausschluss der männlichen Öffentlichkeit. Und betreiben dabei das, was die meisten Männer immer noch für ihre ureigenste Domäne halten: sie netzwerken.

Es mag den ein oder anderen überraschen, aber: wir Frauen tauschen uns schon lange nicht mehr über Diätrezepte oder die optimale Zubereitung des Sonntagsmenüs aus. Jedenfalls nicht, solange nicht die wirklich wichtigen Themen auf den Tisch gekommen sind: Gesellschaft. Karrierechancen. Und, ja: Familie. Denn Frauen denken ganzheitlich. Sie haben Pläne und Visionen, die gerade im Austausch untereinander Gestalt annehmen. Die vom Plan zur praktischen Umsetzung führen, unterstützt von jenen, die genau dieselben Themen haben: anderen Frauen.

Wie unterschiedlich und bunt, aber vor allem professionell diese Form des Frauennetzwerkens ist, hat die Kölner Autorin und Fotografin Eva Hehemann in einer einjährigen Recherche dokumentiert. Auf ihrer Reise durch Deutschland - von der privaten Geburtstagsfeier, bei Tagungen, beim Sport, bei politischen Aktionen - ist sie dem Phänomen "Frauen-Netzwerke" auf die Spur gegangen. Und hat festgestellt: Frauen gestalten Gesellschaft. Sehr aktiv, mit Stolz und Selbstbewusstsein.

"Frauen haben über ihre vielfältigen Netzwerke inzwischen einen ebenso starken solidarischen Zusammenhalt, wie ihn bisher nur die alten Männerbünde hatten", resümiert Eva Hehemann.

Hehemann ist eine Kämpferin. Sie ist unerbittlich in der Frage der Gleichberechtigung, der Frage nach dem Anteil der Frauen an der gesellschaftlichen Macht. Sie dokumentiert, hält Vorträge, setzt sich klar und unbeirrt für das ein, was uns Frauen heute das größte Anliegen ist: unsere Rolle in der Gesellschaft.

Autorin und Fotografin Eva Hehemann  © Eva Hehemann
Autorin und Fotografin Eva Hehemann © Eva Hehemann
Die Frauenquote
: Eines der am heißesten (und kontroversten) diskutierten Themen dieser Tage ist die Frauenquote. Auch und gerade unter Frauen. Hehemann hat eine klare Haltung zu Quote: "Sie muss kommen. Wir lassen uns nicht mehr mit Lippenbekenntnissen der Männer abspeisen. Wir wollen unseren Anteil an politischer und wirtschaftlicher Macht. Die Quote ist nicht beliebt, aber sie ist der einzige Ausweg."

Wie wenig beliebt das Thema Frauenquote ist, zeigt sich auf einem von Hehemanns Vorträgen. Dutzende Frauen aus Politik und Wirtschaft sind an diesem Nachmittag zusammengekommen. Als das Wort "Quote" fällt, wird es unruhig im Publikum. "Blödsinn", murmelt eine 70-jährige Juristin, "wer will schon eine Quotenfrau sein."  Angst vor der Absage an die eigenen Kompetenzen wird offenbar, auch und gerade bei jenen, die es aus eigener Kraft schaffen mussten: "Wer keine Angst vor Diskriminierung hat, erfährt sie auch nicht", stellt eine Bauunternehmerin fest. "Ladylike" solle frau auftreten, "klar, stark und selbstbewusst. Wer es wirklich schaffen will, der schafft es auch allein", sagt sie. Lächelnd. Gewiss. Fast ein wenig provozierend.

"Diese Frauen sind Teil des Systems geworden", meint Hehemann. "Sie spielen das Spiel der Männer mit. Sie erschweren es anderen Frauen - bewusst oder unbewusst - in die Führungsetagen zu kommen. Nach dem Motto: 'Ich musste kämpfen, also hast du das gefälligst auch zu tun'."

Die Realität indes scheint Hehemann Recht zu geben. Beispiel: Der Anteil der Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten der 160 deutschen DAX-Unternehmen: 3%. Die Organisation FidAR, die sich für Frauen in Aufsichtsräten einsetzt, fordert eine Quote von 25%. "Das wären für die DAX-notierten Unternehmen circa 200 fähige Frauen. Es kann mir doch keiner erzählen, das die in diesem Land nicht zu finden sind!", beschwert sich Eva Hehemann.

"Jetzt gilt es erst mal, das System zu knacken. Wir müssen da oben mitspielen, wir müssen neue Strukturen schaffen. Und dann können wir gern wieder über Kompetenzen sprechen."

Und bis dahin: Sind wir lustig. Und laut. Und pflegen - noch unauffällig, aber ganz und gar nicht harmlos - unsere Netzwerke. Viel Vergnügen!


Eva Hehemann: frauengesellschaft(en). Von der privaten Feier bis zum Berufsverband. AvivA Verlag, ISBN 978-3-932338-40-3, 39,90 € 




es

  

Video: Diese Brownies sind "spuktakulär" und dürfen an Halloween nicht fehlen!

  • Diese Brownies sind "spuktakulär" und dürfen an Halloween nicht fehlen!
  • Zuckersüß: So machst du bunte Swirl Cookies, die allen den Kopf verdrehen!

Veröffentlicht von
am 09/05/2011
Diese Seite bewerten: 

Was gibt’s Neues? 09/12/2016
News Living
Praktische Tipps
Video
Zeit für Selbstgemachtes: 5 leckere Geschenke aus dem Thermomix
Freak Shakes: So verrückt ist der neue Food-Trend mit den Monster Milkshakes
Darüber freut er sich WIRKLICH: Die besten Geschenkideen für Männer zu Weihnachten
Zauberhaft! Die schönsten Geschenke für "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"-Fans
Alle Living News sehen
Produkttests - Fragen und Antworten
Gefühle im Berufsleben: Tipps zur Selbstkontrolle
Überfischung: Darf ich Sushi überhaupt noch essen?
Sushi: Viel mehr als frischer Fisch mit Reis!
Alle Praktischen Tipps der Rubrik Living sehen
Süße Überraschung: Weihnachts-Muffins mit Schoko-Kern selber backen
Alle Videos
 

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Unser Newsletter
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter
  OK
Folgen Sie uns               ... auch mobil