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Europäerin des Jahres 2010

Frauenhandel

Gegen Frauenhandel: Iana Matei mit Fotos von geretteten Frauen. © Reader's Digest - Frauenhandel
Gegen Frauenhandel: Iana Matei mit Fotos von geretteten Frauen. © Reader's Digest
Für ihre Arbeit gegen den Frauenhandel wurde sie zur „Europäerin des Jahres 2010“ ausgezeichnet. Doch nicht nur für ihre Unermüdlichkeit ist Iana Matei für Millionen Frauen ein Vorbild. Ihr Kampf gegen Frauenhandel hat ein ungemein menschliches Gesicht. Denn im Fokus stehen für sie die Opfer. 

Ein Anruf auf dem Mobiltelefon, die Polizei war dran. „Wir haben hier drei Mädchen und wissen nicht wohin mit ihnen.“ Damit machte Iana Mateis Leben eine Kehrtwende. Ausgebildete Psychologin war sie, nach Australien wollte sie zurückkehren, in das sie zuvor ausgewandert war. Doch das war jetzt alles hinfällig. Jetzt sollte sie bleiben, hier in ihrem Geburtsland Rumänien.

Frauenhandel: Schlepper verlocken mit falschen Versprechungen  
Die jungen Frauen waren Opfer von „Frauenhandel“ geworden: Mit falschen Versprechungen waren sie aus ihren Heimatdörfern nach Bukarest gelockt worden. Einen Job in der Gastronomie würden sie annehmen. Dachten sie. Ihre Eltern hatten sie jedoch schlicht verkauft. Sie waren tatsächlich dafür gedacht, für ihre Käufer auf den Straßenstrich zu gehen. Erst in Bukarest. Dann vielleicht irgendwo in Europa.

Ihr Alter: 13 Jahre
Drei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren, „halb verhungert, unterkühlt, kaum bekleidet.“, erinnert sich Matei. Wohin mit ihnen? Sie wusste es selbst nicht. Noch. Denn in jener Nacht noch gründete sie ihre Organisation Reaching Out, ein Heim für Opfer von Frauenhandel.

Iana Matei: Seit 11 Jahren kämpft sie gegen Frauenhandel in Rumänien. © Reader's Digest
Iana Matei: Seit 11 Jahren kämpft sie gegen Frauenhandel in Rumänien. © Reader's Digest
"Frauenhandel? Ich nenne das Sklaverei"
Elf Jahre ist das her. Seitdem hat die Organisation 420 Mädchen und Frauen geholfen, die Opfer von Frauenhandel geworden oder davor geflohen sind. Oft holte sie verstörte Mädchen ab, bei der Polizei, aus dem Krankenhaus oder vom Flughafen, wenn sie ins Ausland verschleppt worden waren. Und manchmal war es auch Matei, die die Mädchen aus den Fängen von Schlepperbanden oder brutalen Zuhältern regelrecht entführen musste. „Eingesperrt, misshandelt und zum Sex gezwungen - sie sind moderne Sklaven. Oder wie würden Sie das nennen?“, fragt sie.

Viele Geschichten von Frauenhandel in Rumänien führen nach Italien und Spanien. In diese Länder, so ein Bericht des US State Departments zu Frauenhandel, werden die meisten verschleppt und dort zur Prostitution gezwungen. Kurz dahinter folgen Deutschland, Griechenland und die Tschechische Republik. Und schon bald danach Großbritannien und Frankreich.

1000 Euro am Tag
Es ist ein lukratives Geschäft für die Täter. Täglich, so eine Schätzung aus dem Jahr 2006, verdienen sie an die 1000 Euro mit nur einer Frau, die für sich prostituiert, das Verdiente aber meist zu 100 Prozent abgeben muss oder nie zu Gesicht bekommt.

Insgesamt sind jährlich 700 000 Frauen Opfer von Menschenhandel sind. Davon stamen Tausende aus Rumänien. “Sie werden zur Prostitution gezwungen nachdem sich die angeblichen Job-Angebote in reichen Ländern wie Spanien oder Deutschland als komplette Täuschung entpuppt haben.“, erklärt Matei. Die Schlepper gehen dabei systematisch vor: Sie nehmen den Mädchen die Pässe ab, angeblich zu Visa-Zwecken. Dann entführen sie sie irgendwohin. Und unter Todesdrohung halten sie sie dann in Bordellen oder abgelegenen Wohnungen gefangen.

Wenn sie durch einen gnädigen Wink des Schicksals dann irgendwie bei Matei in ihrem Zentrum gegen Frauenhandel ankommen, ist die Arbeit der Organisation dringend: Viele sind misshandelt, schwer traumatisiert, schwanger, ausgehungert. In dem Zentrum werden sie medizinisch und psychologisch behandelt, finden zum ersten Mal so etwas wie eine Familie. Und dann, irgendwann stehen sie auf eigenen Füßen, gehen zur Schule. Für Matei ist die Hilfe für die Opfer grundlegend. Denn nur, wenn die Frauen sich sicher und aufgehoben fühlen, können sie gegen die Täter vorgehen, sie anzeigen und gegen sie anzeigen. Ohne Angst.

Iana Matei ist die 15. Preisträgerin des “European of the Year Awards”, mit dem 2006 auch Menschenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali ausgezeichnet wurde. Zuvor war sie bereits zur “Heldin des Jahres 2006” durch das US State Department gekürt worden und bekam 2007 den „Abolitionist Award“ des britischen Oberhauses House of Lords.




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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 12/04/2010
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