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Demonstration

Frauenproteste in Italien

'Wenn nicht jetzt, wann dann?' Fraueproteste in Rom. - Frauenproteste in Italien
'Wenn nicht jetzt, wann dann?' Fraueproteste in Rom.
"Ora basta!" rufen sie, "jetzt reicht es!" Den Frauen in Italien platzt der Kragen - und genau das tun sie jetzt öffentlich kund. Am vergangenen Sonntag, 13. Februar, versammelten sich Zehntausende auf der Piazza del Popolo in Rom, um gemeinsam zu demonstrieren.

Im Zentrum ihres Protestes steht jener Mann, der seit Jahren nicht nur das politische Ansehen Italiens in Verruf bringt: Premierminister Silvio Berlusconi. Zuletzt war dieser aufgrund seiner Affären mit blutjungen Frauen international in die Kritik geraten - ganz zu schweigen von seinen 'Bunga Bunga' -Partys und dem ohnehin schon jämmerlichen Ansehen, mit dem Italien aufgrund hoher Arbeitslosigkeit und grassierender Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen zu kämpfen hat.

Hier geht es längst nicht mehr nur um Berlusconi
"Berlusconi muss weg!", skandiert die Menschenmenge und fragt "se non ora, quando?" - "wenn nicht jetzt, wann dann?" Schnell wird klar, dass es hier nicht nur um einen Protest gegen Berlusconi geht, sondern um viel mehr. Die Frauen protestieren gegen ihr Bild in der italienischen Gesellschaft, das mehr dem eines Sexobjekts als dem einer selbstständigen, emanzipierten Frau gleicht. Um das zu verstehen, reicht es mitunter schon, sich einen Abend lang das italienische Fernsehen anzuschauen. Egal, ob politische Talkrunde oder Quiz-Show: Kurz vor Beginn eines Werbeblocks schwenkt die Kamera zu einer Nebenbühne oder einem unter der Decke baumelnden Käfig, in dem Frauen aufreizend tanzen und dabei so gut wie nichts anhaben. Das ganze Spektakel wird angekündigt von eben noch seriösen Talkmastern und Moderatoren, die sich plötzlich in geifernde Männer verwandeln und die Vorzüge der Tänzerinnen anpreisen.

'Nennt mich nicht Püppchen', zeigt diese Frau mit ihrem Shirt.©
'Nennt mich nicht Püppchen', zeigt diese Frau mit ihrem Shirt.©
Was uns in Deutschland durch und durch schräg vorkommt - stellen Sie sich zum Beispiel mal Günther Jauch vor, wie er in 'Wer wird Millionär' einer blondgesträhnten Tänzerin den Hintern tätschelt - ist in Italien alltäglich und völlig normal. Die Frau wird als reines Objekt männlicher Wünsche und Begierde wahrgenommen. Nicht von allen, aber doch von den allermeisten. Und genau damit wollen die Demonstrantinnen Schluss machen.

Proteste in vielen italienischen Städten - und im Ausland
Die Römerinnen stehen dabei nicht alleine da. Zeitgleich gehen in Mailand, Neapel, Venedig und Florenz und in vielen weiteren italienischen Städten Tausende von Frauen auf die Straße, um ihrem Ärger über ihr Ansehen in der italienischen Gesellschaft Luft zu machen. Und nicht nur in Italien, sondern auch international wird protestiert: Auch in Paris, Tokio, Brüssel und London gehen Frauen auf die Straße.

Berlusconi zeigt sich indessen von den Protesten der Frauen unbeeindruckt und spricht wieder einmal davon, dass die Italiener einfach keinen Spaß verstünden. Dass 90 Prozent der Italienerinnen einen Uniabschluss haben, aber nicht einmal die Hälfte von ihnen einen Job - das interessiert den Premier nicht. Seiner Ansicht nach sollte eine Frau sich so früh wie möglich einen Mann suchen, der sie versorgen kann.

Jetzt ist die Frage: Können die Frauen in Italien mit ihren Protesten tatsächlich etwas bewirken, und wird sich ihr Ansehen und ihre Rolle in der Gesellschaft tatsächlich - wenn auch langsam - wandeln? Das scheint leider fraglich. Denn man darf nicht vergessen: Jener Mann, der im Zentrum ihrer Proteste steht, ist - so erstaunlich uns das auch vorkommen mag - ein demokratisch gewählter Politiker, der insgesamt seit nunmehr 16 Jahren im Amt ist. Wenn es also
Zehntausende gingen in Italien auf die Straße.
Zehntausende gingen in Italien auf die Straße.
einen Wandel in der italienischen Gesellschaft geben sollte, dann geht dieser nur sehr schleppend voran.

Die Proteste der Frauen sind gut und längst überfällig
Dennoch ist es gut und wichtig, dass das italienische Volk und die Frauen auf die Straße gehen und sich nicht kampflos einer scheinbar übermächtigen politischen Macht ergeben, die Gesetze zu ihrem Vorteil ändert und sich international immer mehr zur Lachnummer entwickelt. Es wird Zeit, dass die Opposition in Italien eine ernstzunehmende Gegenfigur zu Berlusconi präsentiert, die den Italienern Mut macht und ihnen glaubwürdig und mit legalen Mitteln einen Weg aus der Krise zeigt. Wer das sein soll, bleibt fraglich. Aber Anwärter gibt es in den Reihen der Opposition genug. Und diese sollten den Frauen in den nächsten Tagen gut zuhören.




jw

  

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Veröffentlicht von
am 15/02/2011
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