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Gefühle im Berufsleben: Tipps zur Selbstkontrolle

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 26. Juli 2011

Wut, Angst, Freude oder Trauer... Die Arbeitswelt provoziert viele Gefühle: sowohl positive als auch negative. Manchmal ist es schwierig, Haltung zu bewahren, wenn es im Haifischbecken brodelt. Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps zur Selbstkontrolle.

Jede Menge Emotionen
Ihr Chef hat eine dringende Bitte und Sie haben große Lust, diesmal Nein zu sagen? Manchmal würden Sie vor einem entscheidenden Meeting am liebsten davon- laufen, bei einer Beförderung vor Freude platzen oder in Tränen ausbrechen wenn Sie sich die Resultate Ihrer Jahrsbilanz durchlesen?

Das Berufsleben besteht aus vielen Emotionen und natürlichen Stresssymptomen. Gefühle sind ein fester Bestandteil jeder Organisationswelt. Wichtig ist, dass Sie lernen, Ihre Emotionen zu beherrschen um besser kommunizieren zu können und sich gelassen an unterschiedliche Situationen anzupassen.

Die Psychologen gehen von folgendem Grundprinzip aus: Man muss die Gefühle erst kennen, um sie beherrschen zu können. Wissen Sie zum Beispiel, welche Situation dazu beitragen könnte, Ihren Gemütszustand zu verändern? Eine bewusste Selbstbeobachtung (psychologisch: Introspektion) ist nötig um vorbeugende Maßnahmen ergreifen zu können und sich selbst anschließend zu beherrschen. Es ist sehr wichtig, dabei auch den emotionalen Zustand der Mitmenschen zu berücksichtigen. Ein wütender Kollege, ein gestresster Teamleiter... Jetzt ist nicht der richtige Moment für einen Dialog, sonst könnte es zum Konflikt kommen.

Die richtige Verhaltensweise für jeden Kontext
Es ist in manchen Situationen und Gefühlslagen oft schwierig, Ruhe zu bewahren und Contenance zu beweisen. Welches Verhalten ist Ihren Kollegen und Ihren Vorgesetzen gegenüber angemessen?

Wut: Sie diskutieren mit Ihren Kollegen während einer Besprechung und ein Kollege greift Sie plötzlich vor versammelter Runde an und stellt die Qualität Ihrer Arbeit in Frage oder versetzt Ihnen mit einem sehr persönlichen Kommentar einen Schlag unter die Gürtellinie. Sie finden das absolut nicht fair. Fazit: Es kommt zu einem aggressiven Verhalten, Tränen und unangenehmen Äußerungen. Der Kampf ist eröffnet!

  • Die optimale Verhaltensweise: Lassen Sie sich nicht auf sein Spiel ein, denn es geht um Ihren guten Ruf. Die beste Möglichkeit effizient zu kontern besteht darin ruhig und selbstsicher zu bleiben: „Warum reagierst Du so? Ist das nicht ein wenig übertrieben?“.


Panik: Ihr Chef verkürzt plötzlich die Deadline für einen Bericht, den Sie abgeben müssen. Fazit: Sie brechen in Panik aus und stehen der Notsituation völlig machtlos gegenüber. Noch schlimmer: Sie geben sich schon im Vorfeld geschlagen und rechnen bereits mit dem Schlimmsten...

  • Die optimale Verhaltensweise: Resignieren Sie nicht von vornherein! Bleiben Sie ruhig und vor allem: Geben Sie nicht auf (wenn die neue Deadline realistisch bleibt). Wie Ihnen das gelingt? Betrachten Sie Ihre Aufgaben mit etwas Abstand und setzen Sie Prioritäten! Wenn Sie im Team arbeiten können Sie Ihre Kollegen bei kleinen Angelegenheiten um Unterstützung bitten um Zeit zu gewinnen. Sie können aber auch Ihren Vorgesetzten um Aufschub bitten. In dieser Situation gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren um zu beweisen, dass Sie auch im Krisenfall belastbar sind.

Schamgefühl: Sie sind normalerweise sehr zurückhaltend, haben aber die unangenehme Neigung, bei der geringsten Gelegenheit rot zu werden und sich vor Publikum buchstäblich in alle Einzelteile aufzulösen. Heute müssen Sie das neue Projekt vorstellen, auf das Sie so stolz sind. Der Vortrag beginnt, alle Augen sind auf Sie gerichtet... Sie verlieren den Faden und Ihre Stimme entgleist. Es ist einfach demütigend!

  • Die optimale Verhaltensweise: Ruhe bewahren ist einfacher gesagt als getan! Wenn Sie merken, dass Sie den Boden unter den Füßen verlieren ist es am besten, dem Publikum Ihre Unsicherheit mitzuteilen. Ihre Zuhörer reagieren mit Sicherheit verständnisvoll auf Ihre Ehrlichkeit. Versuchen Sie daher während einer Präsentation möglichst viel Dialog mit den Anwesenden herzustellen. Lassen Sie Fragen zu, das entspannt die Atmosphäre und gibt Ihnen die nötige Zeit, um Ihre Gedanken wieder zu sammeln. Übung macht den Meister: Studieren Sie die Rede vorher ein, lesen Sie sich Ihre Stichpunkte durch, lernen Sie manche Übergangsfloskeln auswendig und machen Sie Stimmübungen.

Traurigkeit: Sie haben die Jahresbilanz Ihrer Arbeit vorgelegt bekommen - und sind wahrlich nicht verschont worden! Sie waren eigentlich bisher immer fest davon überzeugt, dass Ihr Chef mit Ihnen zufrieden ist... Doch Ihr Vorgesetzter nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt Ihnen klipp und klar, wo Ihre Schwächen liegen. Sie reagieren auf diese Bemerkungen zutiefst beleidigt.

  • Die optimale Verhaltensweise: Sie sind enttäuscht und frustriert, das ist normal. Brechen Sie nicht gleich vor Ihrem Chef oder Ihren Kollegen in Tränen aus (oder wenn Sie zur Tür hinaus sind). Ziehen Sie sich eventuell einen Moment zurück. Die Situation darf nicht noch zusätzlich verschärft werden: Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzen, teilen Sie ihm Ihren Standpunkt mit (ohne aggressiv zu werden) und nehmen Sie sich vor, die Dinge zu ändern und ihm zu zeigen, dass er sich geirrt hat.

Große Freude: Sie haben so lange darauf gewartet und jetzt werden Sie endlich befördert! Sie sind unheimlich glücklich und würden am liebsten die ganze Welt umarmen, lachen, singen und Ihr Glücksgefühl mit Ihren Kollegen teilen.

  • Die optimale Verhaltensweise: Versuchen Sie sich so gut wie möglich unter Kontrolle zu behalten, selbst wenn Sie innerlich vor Freude explodieren. Erstens Ihrem Chef gegenüber, denn wenn jemand völlig ausflippt weil sein innigster Wunsch endlich wahr wird, könnte das als mangelndes Selbstbewusstsein und als Anzeichen dafür interpretiert werden, dass Sie nie ernsthaft daran geglaubt haben. Halten Sie sich auch Ihren Kollegen gegenüber zurück. Denn die Begeisterung wird schnell als Arroganz oder Überheblichkeit empfunden. Außerdem finden es manche Kollegen sicher nicht so toll, wenn Sie Ihr Glück öffentlich ausbreiten, weil nicht alle so reichlich belohnt wurden.

Tipps für Manager
Die Situation ist sicherlich etwas anders wenn Sie ein Team leiten. Denn als Manager müssen Sie auch mit den Gefühlen Ihrer Mitarbeiter umgehen: Wut, Beschwerden, Angst... oft handelt es sich um negative Emotionen. Wie reagiert man darauf? Das hängt in erster Linie davon ab, welche Beziehungen Sie einführen möchten. Manche Manager treiben es mit der Spontaneität zu weit und drücken ihre Gefühle klar und deutlich aus, andere entscheiden sich dafür, Haltung zu bewahren. In beiden Fällen neigen die Mitarbeiter dazu, sich genauso zu verhalten. Ein Manager muss dagegen immer über die Reaktionen seines Teams nachdenken. Warum ist Herr oder Frau X so aggressiv, verbittert oder teilnahmslos? Es ist besser, diese Gefühle nicht zu ignorieren und umgekehrt sogar gezielt nachzufragen um herauszufinden, was los ist.

Andere Möglichkeiten zur Selbstkontrolle
Es gibt auch noch andere Methoden, die Ihnen dabei helfen können, Ihre Gefühle im Job besser in den Griff zu bekommen. Wenn Sie zu impulsivem Verhalten, Stress oder Aggressionen neigen, eignen sich Entspannungsübungen. In der Einzel- oder Gruppensitzung werden Spannungen abgebaut und eine ruhige Atmung trainiert. Falls Ihnen manche Situationen wirklich unüberbrückbar erscheinen sollten Sie sich einen Termin bei einem Spezialisten geben lassen oder eine Psychotherapie in Anspruch nehmen.

von Linda Chevreuil
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