"Es sollte mein tollster Tag werden"

Genitalverstümmelung

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Werkzeuge zur Genitalverstümmelung © Target - Genitalverstümmelung
Werkzeuge zur Genitalverstümmelung © Target
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben 150 Millionen Frauen mit einer Genitalverstümmelung.
Täglich werden weitere 8000 Mädchen verstümmelt. Nun gibt es  Hoffnung in Form eines Buches, dass die Tradition der  Genitalverstümmelung zu dem erklärt, was sie ist:
ein Verbrechen.

In Aishas Haushalt gibt es keine Rasierklingen. Das könnte die 43-Jährige nicht ertragen, ihr Mann benutzt einen Trockenrasierer. Aisha (Name von der Redaktion geändert) lebt heute in Europa, doch das, was ihr im Alter von fünf Jahren angetan wurde, verfolgt sie bis heute. „Mir wurde damals erzählt, es solle ein toller Tag werden“, erinnert sich die Frau aus Dschibuti, einem kleinen Wüstenstaat im Nordosten Afrikas.

Liebe empfinden? Unmöglich!
Sie werde ihren Verwandten niemals verzeihen, dass sie sie alle belogen hätten. Denn an diesem Tag wurde sie verstümmelt - mithilfe der Menschen, denen sie am meisten vertraute. Aisha wurden die gesamten äußeren Genitalien abgeschnitten, dann wurde sie zugenäht. Ein normales Liebesleben wird Aisha nie führen können.

Der Brauch der Genitalverstümmelung ist auch unter koptischen Christen, Juden und Anhängern von Naturreligionen zu finden, vor allem aber unter Muslimen. Die Hauptverbreitungsgebiete sind 28 Staaten in Afrika. Die Tradition existiert seit vielen Tausend Jahren - die brutalste Form, wie sie Aisha erlebt hat, wird auch als „pharaonisch“ bezeichnet -, dennoch berufen sich viele Verfechter auf den Islam.

Genitalverstümmelung: Vergleich mit Beschneidung unzulässig
Männliche Befürworter verweisen gern darauf, dass Männer ja auch beschnitten würden. Aus medizinischer Sicht ist dieser Vergleich aber nicht zulässig. Zwar wird mancher Frau nur die Klitorisvorhaut entfernt. Meist gehen die Verstümmlerinnen, die alles von Rasierklingen über Glasscherben bis zu Deckeln von Konservendosen benutzen, jedoch viel weiter, je nach regionaler Tradition. So werden meist die äußeren und/oder inneren Schamlippen sowie die Klitoris weggeschnitten. Die Verstümmlerinnen genießen ein hohes Ansehen und verdienen gut.

Bei der pharaonischen Variante geht es noch um etwas anderes: das Verschließen der Vagina - die totale Kontrolle der weiblichen Sexualität. Aisha erinnert sich an den schrecklichsten Tag in ihrem Leben als wäre es gestern. Ihre Tanten seien ihrer Mutter zu Hilfe gekommen.

Ein Leben lang gezeichnet

„Sie setzten sich auf meine Arme und Beine, während mir die alte Frau alles wegschnitt“, erzählt Aisha. Ohne Narkose. „Dann wurden mir die Beine zusammengebunden und ich musste vier oder sechs Wochen so liegen.“ In dieser Zeit soll sich die Wunde, die zugenäht oder mit Hilfe von Akaziendornen verschlossen wird, zuwachsen. Ein hineingesteckter Ast oder Strohhalm sorgt dafür, dass eine winzige Öffnung bleibt.




smb

 
  

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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 24/03/2010
Die Lesernote:1/5 
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