Interview
Gewalt gegen Frauen: "Das geht alle an!"
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Gewalt gegen Frauen Europa

 

Martine Levy, Lobbyistin fur Frauen in Europa  - Gewalt gegen Frauen Europa
Martine Levy, Lobbyistin fur Frauen in Europa

Insgesamt hat man den Eindruck, dass Gewalt gegen Frauen zunimmt. Stimmt das,  oder haben wir einfach mehr Informationen?

Das kann ich gar nicht eindeutig sagen. Der Menschenhandel hat natürlich zugenommen seit der EU-Erweiterung, weil die Grenzen durchlässig sind. Und es gibt bestimmte Bevölkerungsgruppen, die gewaltbereiter gegen Frauen sind und die totale Unterwerfung und Abhängigkeit wollen.
Nehmen Sie fundamentalistische Praktiken wie Zwangsheirat zum Beispiel. Ein ganz neuer Typ von Gewalt gegen Frauen und heute eine europäische Realität.

Oder die Genitalverstümmelung …
Ja, das ist ein großes Thema. Jährlich werden etwa 10 000 Frauen in Europa  beschnitten. Diese Praktik findet vor allem in Migrantenfamilien statt, im Namen der Kultur oder der Tradition oder Religion werden kleine Mädchen brutal verstümmelt. Das ist in Europa überall gleich und überall gibt es Probleme, wie damit umgegangen werden soll!

Das macht Sie richtig wütend …
Natürlich, die Zahlen sind doch auch wuterregend. Denn dahinter steht eine riesengroße Heuchelei: Es ist einfach absurd, sich einerseits auf die fundamentalen Werte der EU zu einigen - dazu zählt nun einmal die Gleichstellung der Frau -  und dann solche Gewalt gegen Frauen zuzulassen.

Wo leben Frauen heute am sichersten?
Das wäre vermutlich in Schweden und Spanien. Diese Länder haben als einzige Staaten ihren Worten Taten folgen lassen.

Und welche Länder sind für Frauen am gefährlichsten?
Das ist sehr schwer zu sagen. Denn die Staaten, die Statistiken erheben und vielleicht auch schlechte Zahlen offenlegen, zeigen damit zumindest einen Willen. Denn es gibt auch Länder wie Griechenland, von denen es keinerlei Information gibt. Aber das heißt nicht, dass es dort keine Gewalt gibt. Wir haben Indikatoren entwickelt, um Diskriminierung und Benachteiligung in Europa zu bemessen - warum nicht auch Gewalt gegen Frauen?

Ja, warum eigentlich nicht?
Weil es noch keine gemeinsame Grundlage gibt. Dafür muss der Rechtsstaat Gewalt gegen Frauen anerkennen – in all ihrer Bandbreite. Und dann einen Rahmen setzen, eine Definition. Sie ist einfach die Basis. Ohne sie kann es kein rechtliches Gerüst geben.




  
  

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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 24/03/2010
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