Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
Beschimpft & geschlagen: Opfer von häuslicher Gewalt berichten

Selbstmordversuch, Flucht & Neuanfang

   

37 Prozent der betroffenen Frauen vertrauen sich niemandem an. © pa/ Bildagentur-online - Selbstmordversuch, Flucht & Neuanfang
37 Prozent der betroffenen Frauen vertrauen sich niemandem an. © pa/ Bildagentur-online
Vanessas Leben in Deutschland ist beherrscht von Gewalt und Lügen. Raj betrügt sie mit anderen Frauen, geht in den Puff und erklärt ihr, dass er nur wegen eines Freundes dort war. „Er lügt eigentlich immer“, sagt Vanessa.

Eines Tages eskaliert die Situation. Ihr jüngster Sohn ist gerade vier Jahre alt, als er ihr erzählt, er hätte den Papa schmusend mit einer anderen Frau in der Wohnung gesehen. Vanessa glaubt ihrem Kind, stellt ihren Mann zur Rede. Er explodiert. Der Junge lügt. In der Küche zerschlägt Raj vor Wut eine Glasflasche, ein Splitter trifft den kleinen Jungen am Kopf. Vanessa bettelt darum, mit ihm ins Krankenhaus fahren zu dürfen. Am Ende willigt Raj ein. Unter der Bedingung, anzugeben, dass der Junge hingefallen ist. Auf Nachfragen der Krankenschwester lügt Vanessa tatsächlich. Wird ihr Sohn danach gefragt, woher die Narbe stammt, sagt er die Wahrheit. Er will seinen Vater nicht decken.

Selbstmordversuch, Flucht & ein Neuanfang

Vanessa erträgt den Terror ihres Mannes nicht mehr. 2009 schneidet sie sich die Pulsadern auf und vertraut sich zum ersten Mal weinend am Telefon ihrer Mutter an. „Meine Mutter sagte: ‚Du musst leben. Für deine Kinder.‘“ Die junge Frau schnappt sich ihre Kinder und fliegt zu ihrer Familie nach Indien. Nach drei Monaten in ihrer Heimat kehrt sie zurück nach Deutschland und kommt mit ihren drei Jungs im Frauenhaus unter. Aber warum die Rückkehr? „Ich will meinen Jungs eine Zukunft bieten. Die Schulen in Deutschland sind einfach besser.“

Nach zehn Monaten im Frauenhaus bezieht die 31-Jährige mit ihren Kindern eine eigene Wohnung. Seit 2011 ist sie von ihrem schlagenden Ex-Mann geschieden. Den Kontakt hat sie abgebrochen. Den Kindern lässt sie die Wahl. Aber sie wollen ihren Vater nicht sehen. „Meine Kinder hassen ihn.“

Die kleine Familie erholt sich langsam. Die Schulnoten der Jungs haben sich verbessert, Vanessa hat seit sechs Monaten einen neuen Partner.

Überbleibsel aus dem elf Jahre langen Leben mit einem Gewalttäter sind der Hass der Kinder auf ihren Vater und Geldsorgen. Vanessa unterschrieb alles, was ihr Mann ihr vorlegte. Der Kiosk lief auf ihren Namen. Jetzt sitzt sie auf den Schulden – um wie viel es sich handelt, sagt sie nicht.


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Veröffentlicht von Sabrina Frangos
am 25/11/2011
Die Lesernote:4.9/5 
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