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Jamila Hassoune

  

Jamila Hassoune vor ihrer Buchhandlung in Marrakesch - Jamila Hassoune
Jamila Hassoune vor ihrer Buchhandlung in Marrakesch
Jamila Hassoune ist die Herrin über Tausende von Büchern. Romane, Gedichtbände und wissenschaftliche Literatur - bis unter die Decke ist die kleine Buchhandlung im Herzen von Marrakesch mit Büchern vollgestopft. Der Laden ist der ganze Stolz der 46-Jährigen, die in Jeans und mit modernem Kurzhaarschnitt an ihrem übervollen Schreibtisch sitzt. Resolut schiebt sie einen Stapel Dokumente beiseite, um ein wenig Platz für ihren Besuch zu schaffen.

Wenn Jamila spricht - über ihre Bücher, über die Jugendlichen, die zu ihr kommen, über die Frauen, denen sie im Laufe der Jahre geholfen hat - dann scheint es, als rede ihr ganzer Körper. Ihr Blick ist offen und direkt, der Körper leicht vorgebeugt, die Hände gestikulieren so wild, als wolle sie sicher gehen, dass das, was sie sagt, auch wirklich verstanden wird.

"Manche Menschen hatten Angst vor mir"
Seit 1994 führt Jamila die Buchhandlung in Marrakeschs Universitätsviertel. Sie hat das Geschäft von ihrem Vater übernommen, heute ist die "Librairie Hassoune" ein stadtbekanntes Zentrum für kulturellen Austausch: Bei Jamila treffen marrokkanische Autoren und Journalisten regelmässig mit jungen, kulturinteressierten Leuten zusammen. Mittlerweile sind diese Treffen eine feste Größe in der intellektuellen Szene Marrakeschs. "Das war nicht immer so. Als ich anfing, trauten sich viele Leute gar nicht her. Sie hatten Angst vor mir, Angst vor den Büchern - manche hatten schlicht kein Geld für sowas. Viele hatten noch nie zuvor ein Buch besessen."

Bücher sind für viele in Marokko auch heute noch ein Luxus. Der Laden wirft nicht viel ab, ebenso oft, wie sie ein Buch tatsächlich verkauft, verleiht Jamila ein Exemplar - vor allem an die Jugendlichen der umliegenden Schulen oder aus den Dörfern. "Ich will, dass die jungen Leute lesen. Bücher erschließen die Welt, sie schaffen einen freien Geist. Was gibt es Wichtigeres, als dass die Menschen Bücher lesen?" Also vergisst sie die Geschäftsfrau und drückt hin und wieder ein Auge zu.

Jamila wächst in einer traditionellen marokkanischen Familie auf. Als Mädchen wird sie von den Eltern zwar intellektuell gefördert, aber dennoch streng muslimisch erzogen. In dieser Zeit sind die Bücher ihres Vaters Jamilas Fenster hinaus ins Leben. Als sie Jahre später das Familiengeschäft übernimmt, ist klar: Sie will mehr als bloß Bücher verkaufen. Sie will etwas verändern, will ihre Bücher zu denen bringen, die den Weg nicht von selbst in ihren Buchladen finden können.

"Wir haben 50 Prozent ländlichen Raum in Marrokko. Draußen auf den Dörfern gibt es keine Büchereien, viele Menschen können nicht einmal lesen. Ich wollte wissen, was die Menschen da draußen interessieren könnte. Also bin ich eines Tages einfach losgefahren. Ein bisschen naiv, aber voller Tatendrang."

Gegen ein Leben ohne Bildung
1995 unternimmt Jamila ihre erste Reise in die Dörfer des Atlas-Gebirges. Die damals 30-Jährige erlebt zum ersten Mal, was ein Leben ohne Bücher praktisch bedeutet: "Die Leute, die ich traf, waren politisch völlig unmündig. Keine Schulbildung, eine unglaubliche Analphabetenrate. Bei den Mädchen und Frauen war es besonders schlimm."

Jamila erkennt: Solange es keine Bildung gibt, wird sich die Situation gerade für die Frauen auf dem Land nicht ändern. Deren Lebensweg ist durch ein streng konservatives Rollenverständnis geprägt - ein Rollenverständnis, das mit der realen juristischen Situation der Frau in Marokko wenig zu tun hat.

"In Bezug auf Frauenrechte ist Marokko das fortschrittlichste arabische Land überhaupt. Aber was nutzt das, wenn die Frauen ihre Rechte gar nicht kennen? Kein Mädchen wird sich gegen eine Zwangsehe wehren oder sich vom prügelnden Ehemann trennen, wenn es nicht einmal weiß, dass man ihm Unrecht tut. Niemand kann für seine Freiheit kämpfen, wenn er nicht weiß, was das überhaupt bedeutet."

> Weiterlesen: Jamila Hassounes "Karavane der Bücher"




Eva Spundflasche

 
  

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Veröffentlicht von
am 27/05/2011
Die Lesernote:5/5 
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