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Ein Opfer will Gerechtigkeit

Kindersoldaten, Gewalt

Ehemalige Kindersoldatin Madeleine mit 15 Jahren vor der Generalversammlung ©Unicef - Kindersoldaten, Gewalt
Ehemalige Kindersoldatin Madeleine mit 15 Jahren vor der Generalversammlung ©Unicef
„Kindersoldaten“ nennt man sie in der grausamen Sprache des Krieges. Doch die heute 18-jährige Madeleine konnte dem Trainingscamp, in dem man sie mit Gewalt festgehalten, missbraucht und ausgebeutet hatte, entfliehen. Heute kämpft sie für die Opfer dieser Praktiken um Gerechtigkeit - und appelliert an das Gewissen der Staatengemeinschaft. Damit diese Verbrechen nicht ungestraft bleiben. Und damit Kinder Kinder bleiben können.

Madeleine war elf als 2003 mit Tüchern maskierte Bewaffnete ihr Zuhause im Osten der Demokratischen Republik Kongo stürmten. Sie hielten den Eltern die schweren Gewehre an die Stirn, zwangen sie auf die Knie zu gehen. Von den vier weinenden Kindern nahmen sie die älteste mit: Das war Madeleine. Sie verbanden ihr die Augen und setzten ihr die erste Spritze mit dem Rauschmittel Kokain, Opium, andere Drogen.

Der Beginn eines Albtraums
Als Madeleine wieder die Augen öffnete und zu sich kam, blickte sie auf die Decke einer Bretterbude - sie war in ein Traingslager der „Mai Mai“ verschleppt worden, Milizen im Osten der kriegsgeschüttelten Republik Kongo. Hier wurde sie nun zur Kämpferin ausgebildet und damit zu einer der 30 0000 Kindersoldaten in einem Krieg, der zwischen vier und fünf Millionen Todesopfer gefordert hat.

Die Rebellen bildeten sie aus, an den schweren Waffen, an Sprengstoff und als Spitzel. Oberstes Ziel: Die Kinder sollen zu Killermaschinen gemacht werden, berauscht durch Drogen, immun gegen Schmerzen. Dafür wurden sie schwer misshandelt, mussten schwere Arbeiten verrichten, tagelang ohne Essen marschieren.

„Niemand hier kann den Schmerz verstehen, den ich ertragen habe“, sagt sie. Denn für Mädchen ist die Situation noch schrecklicher: Sie werden von den Anführern sexuell missbraucht und vergewaltigt. „Ich war ihre Kämpferin an vorderster Front - und ihre Sexsklavin“, sagt Madeleine über ihre Peiniger. Dabei spricht sie mit sanfter Stimme, vernünftig, ganz ohne Wut. Nur ihre beiden Daumen presst sie fest gegeneinander. Will sie keine Rache nehmen? „Ich bin dankbar, dass ich hier sein kann. Dankbar, dass ich gerettet wurde und jetzt anderen Mädchen helfen kann.“

Die Befreiung aus dem Trainingscamp
Im Oktober 2006 kommt sie durch die Verhandlungen der Hilfsorganisation „Ajedka“ frei. Ihre Retter versuchen sie sofort aufzupäppeln: „Sie war krank, heroinabhängig und verstört. Aber sie hatte Glück: Anders als die meisten Mädchen hatte sie weder Aids, noch war sie schwanger.“

Jetzt erfährt Madeleine, dass sie nur wenige Stunden von ihren Eltern entfernt festgehalten worden war. Doch die besucht sie erst einen Monat nach ihrer Befreiung. Ein trauriges Zusammentreffen: Madeleine mußte weinen, Mutter und Vater liefen die Tränen über die Wangen - aber sprechen über das, was ihr passiert war, konnten sie nicht. Madeleine ging zurück zu „Adjeka“ und begann mit der Schule. Dann arbeitete sie selbst für die Organisation und betreute dort „demobilisierte“ Kindersoldaten. Doch dass die Verbrechen ihrer Peiniger ungestraft blieben, ließ ihr keine Ruhe.

Madeleine in ihrer heutigen Heimat New York ©Bukeni Waruzi
Madeleine in ihrer heutigen Heimat New York ©Bukeni Waruzi
Kindersoldaten: Ihre Peiniger bleiben ungestraft

Im März 2007 tritt sie als Fünfzehnjährige vor die Vollversammlung der UN-Frauenrechtskommission in New York. Sie bricht in Tränen aus: „Warum müssen wir so leiden, wenn hier die Kinder in die Schule gehen und den ganzen Tag mit ihren Handys spielen können?“, fragte sie.

Sie fordert die anwesenden Regierungsvertreter auf, endlich tätig zu werden: Die Verantwortlichen müssen vor ein internationales Strafgericht kommen, Sexualverbrechen an Kindersoldaten müssen bestraft werden und die Kinder brauchen Geld, um in die Schule gehen zu können. Einen besonderen Appell richtete sie damals an Europa: „Die europäischen Länder haben viel Einfluss bei der UNO. Wenn ihr euch für uns einsetzt, dann bekommen wir endlich unsere Gerechtigkeit.“


"Ich will alles tun, um zu helfen"

Heute ist sie sich sicherer denn je zuvor: In Zukunft will sie selbst dafür sorgen, dass diese Forderungen Wirklichkeit werden. Deshalb will sie Jura studieren.

Im Januar 2009 begann der Prozess gegen Thomas Lubanga, Ex-Milizenführer im Kongo vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Ein Anfang. Aber seine Generäle blieben bisher verschont.

Sie weiß, dass sie ganz nach oben will, zu den Entscheidern. „Ich hatte großes Glück und lebe bereits heute sehr privilegiert. Aber ich will mehr als das erreichen."

"Ich will die beste Ausbildung bekommen, die besten Kontakte knüpfen.“, sagt sie. „Und dann eines Tages selbst dort im Plenum sitzen. Wenn dann ein kleines Mädchen um Hilfe bittet, will ich alles tun, um ihr zu helfen.“

Lesen Sie weiter zum Thema Kindersoldaten:
>
Der Prozess gegen Thomas Lubanga vor dem Internationalen Strafgerichtshof
> Informationen zu Kindern in bewaffneten Konflikten von Unicef
> Madeleines Auftritt vor der UNO




smb

  

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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 24/03/2010
Die Lesernote:5/5 
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