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Mo Asumang im Interview über Rassismus

  

Wir haben Mo Asumang in Berlin zum Interview getroffen. © Cacadoo Photography - Mo Asumang im Interview über Rassismus
Wir haben Mo Asumang in Berlin zum Interview getroffen. © Cacadoo Photography
Den meisten von uns ist sie aus der TV-Sendung 'Liebe Sünde' bekannt, für die sie von 1997 bis 2000 vor der Kamera stand. Doch das ist längst nicht alles, auf was Mo Asumang in ihrer Karriere blicken kann.

Die gebürtige Kasselerin ist nämlich nicht nur Moderatorin, sondern auch Schauspielerin, Sängerin, Synchronsprecherin und sogar Regisseurin. Ihr Regiedebüt 'Roots Germania' (2007), ein Dokumentarfilm über ihre Wurzeln und über Rassismus in Deutschland, wurde 2008 für den Grimme-Preis nominiert.

Wir haben Mo Asumang in einem Café in Berlin zum Interview getroffen und mit ihr über Rassismus, Präventionsmaßnahmen und natürlich auch über ihr persönliches Schicksal gesprochen. Ihr Leben ist seit dem Aufruf einer Neonazi-Band zum Mord an ihrer Person im Jahr 2007 gründlich auf den Kopf gestellt worden. Wie sie mit ihren Ängsten zu leben gelernt hat, verrät sie uns im Interview.

Wann hast Du das erste Mal Rassismus gespürt?
Mo Asumang: Das war eigentlich erst in der Wendezeit. Ich war damals Taxifahrerin in Berlin und bin zweimal attackiert worden. Beim ersten Mal wollte mich einer umnieten. Das war aber glaube ich eher als Scherz gemeint ... Ich wollte das Geld von ihm haben und er hat dann eine '9 Millimeter' rausgeholt. Aber er hat nichts gemacht.

Das andere Mal saß einer bei mir auf der Rückbank, der hat rassistische Sachen losgelassen, wie z.B. "ihr nehmt uns die Arbeitsplätze weg", der hatte schon Schaum vor dem Mund. Als er nicht aufgehört hat, habe ich ihn gebeten, auszusteigen. Ist er aber nicht. Dann bin ich ausgestiegen - was ein Fehler war. Der kam aus dem Auto geschossen und hat meinen Kopf aufs Taxidach geschlagen.

Was war zur Wendezeit plötzlich anders in Deutschland?
Mo Asumang: Der aufkommende starke Nationalismus. Plötzlich waren beide Seiten wieder vereint und es gab ein ganz großes neues nationales Bewusstsein.

Hattest Du keine Angst als Taxifahrerin?
Mo Asumang: Hätte ich haben müssen. Ich bin aber ein sehr offener Mensch und mag eben solche spannenden Situationen gerne.

Später hast Du als Moderatorin von 'Liebe Sünde' gearbeitet, davor 'Classic Clips' moderiert. Musstest Du in der Medienwelt gegen rassistische Vorurteile ankämpfen?
Mo Asumang: Nein, da habe ich nichts mitbekommen. 'Classic Clips' war sehr klein und lief nur einmal im Monat. Bei 'Liebe Sünde' war vielleicht für die meisten plausibler, wie das zusammenkommt - eine Schwarze und ein Erotikmagazin ...

Warum ist das plausibler?
Mo Asumang: Weil die Leute denken, das passt auf jeden Fall zusammen. Viele Sender glauben auch, dass Otto Normalverbraucher das so erwartet. Sonst gäbe es doch auch Schwarze, die die Nachrichten moderieren.

Und was glaubst Du?
Mo Asumang: Ich persönlich glaube, der Zuschauer ist da schon viel weiter.

Nachdem Du 'Liebe Sünde' drei Jahre moderiert hattest, bist Du sehr konkret bedroht worden. Was ist passiert?
Mo Asumang: Ich wurde in einem Song der Neonazi-Band 'White Aryan Rebels' namentlich mit den Zeilen "Diese Kugel ist für dich, Mo Asumang" im Refrain erwähnt.

Wie war Deine erste Reaktion?
Mo Asumang: Ich dachte erstmal nur "Oh, scheiße". Ich war schockiert. Was hören das für Leute? Stehen die bald bei mir vor der Haustür? Ich habe das sehr ernst genommen. Wenn ich abends nach Hause kam, habe ich beim Aussteigen aus dem Auto immer geguckt ...

Was hast Du dann gemacht?
Mo Asumang: Ich habe angefangen, mich mit dem Thema Rassismus und Neonazis intensiv auseinanderzusetzen. Ich war regelrecht manisch, bin in Bibliotheken gerannt, habe mir alle Filme angeschaut. Irgendwann bin ich dann aber an einen Punkt gekommen, wo ich mehr brauchte als Infos. Nämlich Erfahrung. Ich wollte mich meiner Angst stellen und mich mit einem Neonazi treffen.

Und das hast Du dann auch getan.
Mo Asumang: Ja. Per Zufall kam es so, dass ich ein Dreivierteljahr lang mit Inhaftierten der JVA gearbeitet habe, da waren auch Neonazis mit dabei. Anfangs hatte ich so einen Bammel, dass ich mir am Tag vor dem ersten Treffen erstmal 'Das Schweigen der Lämmer' angeguckt habe.

War denn eine Zusammenarbeit möglich?
Mo Asumang: Ja. Ich denke auch, dass Resozialisierungsprogramme im Gefängnis etwas bringen. Denn die ganz Sache mit den Neonazis ist schon sehr verkopft und braucht Emotion und vor allem Konfrontation.


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jw

 
  

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Veröffentlicht von
am 02/03/2012
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