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Mo Asumang: "Den Menschen beibringen, das Fremde in sich zu erkennen"

   

Mo Asumang spricht im Interview über Neonazis und Rassismus. © Cacadoo Photography
Mo Asumang spricht im Interview über Neonazis und Rassismus. © Cacadoo Photography
Was meinst Du damit?
Mo Asumang: Neonazis stellen ihre Ideologie über alles, im Zweifel sogar über die eigene Familie. Einer hat mal gesagt, er würde seine eigene Tochter aus der Familie ausstoßen, wenn sie mit einem Menschen anderer Hautfarbe etwas hätte. Er würde sein Fleisch und Blut ausstoßen. Deshalb denke ich, man muss sie, um mit ihnen wirklich reden zu können, von dieser verkopften Ebene runterholen, sonst bringt das alles nichts.

Das heißt, würden die Neonazis den Menschen begegnen, gegen die sie wettern …
Mo Asumang: … dann wäre das etwas ganz anderes. Würden sich diese zwei Menschen gegenübersitzen und sich eventuell auch noch aus irgendeinem Grund anlächeln, wäre das natürlich für die Theorie und die Ideologie fatal. Deshalb finde ich es wichtig, dass man genau an dieser Stelle ansetzt. Das Neonazi-Problem, das wir definitiv haben, kann nur über Kommunikation gelöst werden. Das ist eine – wie ich finde – sehr weibliche Sicht auf das Problem.

Du hast deinen Film 'Roots Germania' auch gedreht, um mit ihm in Schulen Aufklärungsarbeit zu leisten.
Mo Asumang: Ja, genau. Ich bin deutschlandweit an Schulen unterwegs und war auch schon in afrikanischen Ländern damit. Letztes Jahr war ich dreimal in Amerika, auch an Universitäten und vom US Außenministerium in Washington eingeladen, um über Rassismus zu referieren. Die Menschen sind immer ganz angetan von meiner persönlichen Reise nach der Morddrohung von Neonazis gegen mich. Und nach dem Film gibt es dann immer eine Diskussionsrunde, wo immer viele Fragen kommen.

Hast Du heute noch Angst vor rassistischen Angriffen?
Mo Asumang: Nein, nicht mehr so. Aber dafür habe ich eben auch viel getan. Einfach nur zu recherchieren oder zu lesen hätte da nichts gebracht. Ich musste aktiv werden.

Wie kannst Du dir erklären, dass Neonazis ausgerechnet bei uns, die wir doch aus der Vergangenheit hätten lernen müssen, wieder so auf dem Vormarsch sind?
Mo Asumang: Über Migranten lernt man hier nur, dass in den 1960er Jahren zuerst die Italiener kamen und dann die Türken. Was davor war, wird nicht thematisiert. So denken Schüler dann oft, dass Deutschland davor nur aus 'Ur'Deutschen bestand, als wären die Germanen auf Bäumen gewachsen, was natürlich Quatsch ist. Von Anfang an und in jedem Jahrhundert hat es bei uns Migration gegeben. Man muss den Menschen beibringen, das Fremde in sich zu erkennen.

Wie sollte man mit Menschen umgehen, die aus der Neonazi-Szene aussteigen möchten? Und was hälst Du von Aussteigerprogrammen?
Mo Asumang: Das finde ich sehr wichtig, da gibt es z.B. das Projekt 'EXIT!'. Die müssten stärker gefördert werden, das merken viele leider erst jetzt nach den Morden der NSU Zelle. Man muss den Leuten, die aussteigen wollen, aber auch etwas anbieten. Man muss diese Menschen auffangen, sonst rutschen sie wieder ab.

Und vor allem ist eins wichtig zu erkennen: Man darf die Ausgrenzungsmethoden der Neonazis nicht mit einer weiteren Ausgrenzung erwidern. Ein 'Nazis raus!'-Schild allein bringt einfach nichts. Ich weiß wovon ich rede.


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Veröffentlicht von
am 02/03/2012
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