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Die Morphsys AG sorgt für seine Mitarbeiter - und den Nachwuchs.  - Morphosys
Die Morphsys AG sorgt für seine Mitarbeiter - und den Nachwuchs.
Die Biotech-Firma Morphosys hat eine Frauenquote, wie es sich andere wünschen: Ein Drittel der Führungskräfte ist weiblich, doppelt so viel wie im Durchschnitt. Aber es war nicht die Liebe zum weiblichen Geschlecht, die Morphosys AG zu dieser Unternehmenspolitik finden ließ. Nur so konnte das Unternehmen überleben.

Während die meisten hoch qualifizierten Frauen spätestens dann aus den Leitungsebenen der Firmen verschwinden, wenn sie ein Kind bekommen, ist ein Baby - oder das Risiko, eines zu bekommen - bei Morphosys kein Karrierehinderungsgrund.

Kinder kriegen und beruflich weiterkommen Im Gegenteil: Acht Jahre lang war die promovierte Chemikerin Barbara Krebs in der Morphosys AG, hatte sich von der Labormitarbeiterin zur Gruppenleiterin und zur Managerin hochgearbeitet, als sich 2006 ihr Sohn Sebastian anmeldete. Doch anders als bei den meisten Frauen, die in der Forschung Karriere machen, sollte das familiäre Glück ihrem beruflichen Fortkommen nicht im Wege stehen: Drei Monate nach der Geburt ihres Sohnes kam sie zurück, managte den Spagat zwischen Stillkind und Job meisterlich - und behielt ihren Führungsposten.

Kaum ein Jahr dauerte es, bis die gebürtige Kölnerin wieder schwanger wurde. Und wieder ging die Rechnung auf. Noch vor der Geburt ihrer Tochter Cornelia signalisierte man ihr die Aussicht auf einen neuen Abteilungsleiterposten. Und so ist die 40-Jährige heute nicht nur stolze Mutter zweier Kinder, sondern leitet zudem ein Team mit 40 Mitarbeitern. "Ohne maximale Flexibilität von mir, seitens meiner Firma, aber auch meines Partners wäre das niemals möglich", sagt sie.

Morphosys AG: Die Liebe zum weiblichen Geschlecht war es nicht
Dabei war es nicht etwa die pure Liebe zum weiblichen Geschlecht, die Morphosys zu dieser frauenfreundlichen Unternehmenspolitik finden ließ. Ausschlaggebend waren wirtschaftliche Überlegungen. Über Jahre hinweg gingen werdende Mütter in die Babypause - und kamen, mangels Aussicht auf flexible Arbeitszeiten und Teilzeitverträge, allzu oft nicht wieder zurück. "Ein unglaublicher Know-how-Verlust war das", erinnert sich Personalleiterin Silvia Dermietzel. Und das in einer Branche, die an chronischem Fachmangel leidet. "Wollten wir weiter wachsen", sagt Dermietzel heute, "mussten wir einfach neue Modelle entwickeln, um die werdenden und die frisch gebackenen Mütter an Bord zu halten". Eine Mammutaufgabe - doch, sagt Dermietzel: "Es funktioniert!"

Noch vor ein paar Jahren wären 20-Stunden-Verträge für Laborantinnen undenkbar gewesen: Halbtagskräfte galten in der Branche als schwer integrierbar, die Verantwortlichen fürchteten eine steigende Fehlerquote durch häufige Übergaben über Tag. Simon Moroney, Chef der Morphosys AG, ging das Wagnis dennoch ein: Auf mindestens 20 Stunden pro Woche müssen sich die Laborantinnen verpflichten, bestenfalls von montags bis freitags, um den Kontakt zum Alltagsgeschehen nicht zu verlieren
Die Kleinen können eigenen Morphosys-Kindergarten bleiben.
Die Kleinen können eigenen Morphosys-Kindergarten bleiben.


Was zählt, ist das Vertrauen

Wer kann, darf seine Arbeit - wenn es zu Hause mal eng wird - auch von ferne verrichten. Arbeitsstunden werden nicht erfasst, es zählt die Vertrauensbasis, für Laptops und die IT-Infrastruktur sorgt die Morphosys AG.

Wenn die Kinder krank werden, können Mütter und Väter zu Hause bleiben und müssen sich nicht an die Krankenkassen wenden, um sich ihren Verdienstausfall kompensieren zu lassen: Die Morphosys AG übernehme für die ersten drei Tage die Lohnfortzahlung, sagt Dermietzel. Doch dazu komme es oft gar nicht: "Interessanterweise nehmen die Frauen oft einen Tag Urlaub, um ihr Kind zu pflegen, statt dies auf Kosten der Firma zu tun." Ein freiwilliger Tribut an die Firma, die sie bei dem kräftezehrenden Spagat zwischen Beruf und Familie unterstützt.

Morphosys AG: Kinder werden zu Biokids
Ein besonderes Pfund ist der Kindergarten Biokids in Firmennähe, den Morphosys zusammen mit einer Handvoll benachbarter Unternehmen ins Leben gerufen hat. Während die Eltern nebenan arbeiten, dürfen sich hier derzeit fünf Kinder von Morphosys fünf Tage die Woche im Bau-, Bastel- oder Bewegungsraum vergnügen - oder auch im kitaeigenen "Labor" Kaulquappen in Petrischalen mit dem Mikroskop untersuchen, wie Mama oder Papa mit großen Forscherbrillen im Gesicht. Auch die die flexiblen Hol- und Bringzeiten des Kindergartens gehen weit über das Regelangebot staatlicher Kitas hinaus.

Dass hoher Frauenanteil, viele Babypausen und Teilzeitverträge keinen wirtschaftlichen Nachteil bedeuten müssen, zeigt nicht zuletzt die Wachstumsgeschichte der Morphosys AG: Seit Personalleiterin Dermietzel im Jahr 2000 kam, hat sich die Zahl der Mitarbeiter von damals 95 auf heute weltweit 375 fast vervierfacht, der Jahresumsatz stieg von damals 8,5 Millionen Euro auf 72 Millionen Euro 2008.

Und vielleicht auch der Fakt, dass es im Büro der Personalchefin für Kinder eine Spielzeugkiste gibt.




smb

  

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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 24/03/2010
Die Lesernote:5/5 
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