Die EU-Kommissarin für Wettbewerb

Neelie Kroes Banken

Wettbewerbskommissarin Neelie Kress greift durch! © EU Kommission - Neelie Kroes Banken
Wettbewerbskommissarin Neelie Kress greift durch! © EU Kommission
Banken fürchten diese Frau: Die scheidende EU-Kommissarin Neelie Kroes genehmigt nur gegen strenge Auflagen Hilfen. Ihr Stil und ihre Methoden waren immer umstritten - und sind es noch.

Schon das Ambiente verrät viel darüber, wer hier das Sagen hat. So mancher Banken-Manager, der ansonsten an edelholzvertäfelte Konferenzräume mit Ledersesseln gewöhnt ist, bekommt in Brüssel auf subtile Art Demut beigebracht. Dort werden Vertreter von Banken, so schildern es Teilnehmer, in einen schmucklosen Hinterhof bestellt, setzen sich in einem schnöden Bürocontainer auf einen der zufällig zusammengewürfelten Stühle an einem billigen Kunststofftisch und bekommen einen Plastikbecher Mineralwasser.

Banken-Schreck Neelie Kroes
Doch nicht nur wegen der teils harten Stühle sind die Termine in Brüssel für die Manager höchst unbequem: Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes pflegt ihre marktwirtschaftlichen Prinzipien auch in der Krise - und ist daher nicht gewillt, staatliche Stützen einfach durchzuwinken.

Die schneidige Ex-Unternehmerin aus den Niederlanden schwingt sich zur schöpferischen Zerstörerin der Banken Welt auf. Wettbewerbshüterin Neelie Kroes kann Auflagen verordnen, ohne die übrigen EU-Kommissare fragen zu müssen, und sie ist es gewohnt, sich durchzusetzen. Das bekamen etwa Konzerne wie Microsoft zu spüren, die sie mit Bußgeldern in dreistelliger Millionenhöhe gestraft hat.

Neelie
Neelie Kroes entscheidet auch über staatliche Zuschüsse © EU Kommission
Neelie Kroes entscheidet auch über staatliche Zuschüsse © EU Kommission
Kroes: Banken aus ganz Europa hoffen auf ihr Zeichen

Längst haben die Banken aufgehört, Neelie Kroes zu unterschätzen. "Man muss sich darauf einlassen, wie diese Kommission tickt, sonst geht man da hoffnungslos unter", sagt ein Landesbankenstratege.

Es sind Geldhäuser aus ganz Europa, deren Vertreter nervös in den Brüsseler Containern saßen und auf ein Zeichen Kroes‘ hofften. So wartet etwa die niederländische ING Wochen auf die Genehmigung für zehn Milliarden Euro Staatskapital. Als ein Minister Kroes deswegen im holländischen Fernsehen angriff, keifte die Kommissarin vor laufenden Kameras zurück: "Schick Du mir erst mal alle nötigen Unterlagen."

Banken-Insider: "Sie hat vor nichts und niemandem Angst"
Bevor sie 2004 nach Brüssel wechselte, galt die langjährige Ministerin mit zahlreichen Aufsichtsratsmandaten in den Niederlanden als Ikone karrierebewusster Frauen. Mit 67 Jahren nähert sich Kroes dem Ende ihrer Laufbahn, die Regierung in Den Haag hat sie nicht mehr als EU-Kommissarin vorgeschlagen - vermutlich wegen eines falschen Parteibuchs.

Zurück in die Wirtschaft will sie dem Vernehmen nach auch nicht. "Deshalb hat sie vor nichts und niemandem Angst", heißt es in Brüssel. Weder vor Banken-Managern noch vor Politikern, die diese stützen wollen.




Stefanie Bolzen und Sebastian Jost

  

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Veröffentlicht von Shila Meyer Behjat
am 24/03/2010
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