Sieben Stunden im April

Susanne Preusker spricht über die Vergewaltigung & das Leben danach

  

Die Psychologin Susanne Preusker wurde von einen Straftäter im Gefängnis vergewaltigt. © Patmos Verlag - Susanne Preusker spricht über die Vergewaltigung & das Leben danach
Die Psychologin Susanne Preusker wurde von einen Straftäter im Gefängnis vergewaltigt. © Patmos Verlag
Susanne Preusker arbeitete als Leiterin der Sozialtherapeutischen Abteilung im Hochsicherheitsgefängnis Straubing (Bayern) mit Sexualstraftätern zusammen. Bis zum 7. April 2009, als sie selbst Opfer dieser Verbrecher wurde. Gefangen gehalten und vergewaltigt. Nun hat Susanne Preusker ein Buch geschrieben: 'Sieben Stunden im April'. Über die Tat, die sieben längsten Stunden ihres Lebens, und über die Zeit danach - die Zeit, in der sie versucht, mit den Folgen der Grausamkeiten klarzukommen.

Vor dem 7. April 2009 war Susanne Preusker (damals 49) eine berufstätige Mutter. Immer ein voller Terminkalender, Fernbeziehung. Ständiges Pendeln. Kind und Garten. Susanne Preusker: „Es war immer was los. Ich habe das sehr gemocht – das Leben.“

Sie ist lebensfroh, humorvoll, unbeschwert. Auf Balkonpartys und beim Essen mit Freunden gibt Susanne Preusker Anekdoten aus der Arbeitswelt zum Besten: „Der Bereich, in dem ich gearbeitet habe, war sehr ungewöhnlich. Das geht ja vielen Leuten so, die im Gefängnis arbeiten, die haben immer die coolsten Geschichten in petto“, sagt sie. „Sich in den Vordergrund drängeln war nie meins, aber es hat sich immer so ergeben, weil ich einfach lustig erzählen konnte.“

Der Tag, der alles veränderte
Der 7. April 2009 änderte alles. Zehn Tage vor ihrer Hochzeit. 17.15 Uhr: der Schwerverbrecher K. überwältigt Susanne Preusker mit einem Messer in ihrem Büro. Beim Angriff wehrt sie sich: „Ich habe gekämpft wie eine Löwin. Ich war nie mutig, und ich hätte es mir nie zugetraut, aber ich habe gekämpft wie eine Irre – ohne Erfolg.“  Sie greift ins offene Messer, kann es aber nicht an sich reißen, sich nicht aus dem Raum befreien. Sieben Stunden lang hält K. Susanne Preusker in ihrem Büro gefangen. Der vorbestrafte Vergewaltiger droht, ihr mit Klebstoff Mund und Augen zu verkleben und ihr Luft in die Venen zu spritzen, wenn sie sich nicht ruhig verhält. Er knebelt sie. K.s letztes Opfer ist an den Kneblungen erstickt. Und er vergewaltigt Susanne Preusker. Immer und immer wieder. Sieben Stunden lang.

Warum gerade sie? Susanne Preusker geht davon aus, dass K. die Tat lange geplant hat und sie bewusst als Opfer ausgesucht hat: „Er wollte mich am Boden sehen, mich demütigen, und er wollte mir furchtbar viel Angst machen.“ Er hätte sich auch ein anderes Opfer suchen können. Susanne Preusker war nicht die einzige Frau, die damals im Hochsicherheitsgefängnis zwischen Mördern, Totschlägern und Vergewaltigern arbeitete. „So abgedreht es jetzt klingt, ich bin froh, dass es mich getroffen hat. Ich hätte nicht damit umgehen können, wenn es eine Kollegin von mir getroffen hätte, die es dann vielleicht nicht überlebt hätte. Das wär der Supergau gewesen.“

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Veröffentlicht von Sabrina Frangos
am 02/10/2011
Die Lesernote:3.7/5 
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