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Sieben Stunden im April
Vergewaltigungs­opfer Susanne Preusker: "Gekämpft wie eine Irre"

Angst & Verwandlung

   

Sogar vor ihrem Mann und ihrem Sohn hatte Susanne Preusker Angst. © Patmos Verlag - Angst & Verwandlung
Sogar vor ihrem Mann und ihrem Sohn hatte Susanne Preusker Angst. © Patmos Verlag
Susanne Preuskers Mann kennt alle Einzelheiten: „Ich hab zaghaft angefangen. Am Anfang habe ich viel weggelassen. Mein Mann hatte den schwierigen Job, diese sieben Stunden Wahrheit bröckchenweise serviert zu bekommen“, sagt sie. "Ich musste auch im Umgang mit ihm lernen, mich dafür nicht schämen zu müssen. Beim Zuhören ist er durch alle Höllen dieser Welt gegangen.“

Momente, in denen Susanne Preusker dachte, ihre Beziehung würde zerbrechen, gab es auch: „Mein Mann hatte die alte Suse kennengelernt und plötzlich war sie weg. Er hatte eine völlig andere Frau vor sich. Da dachte ich: Wie soll das jetzt funktionieren?“

Und dann war da noch dieser Neid: „Er ging zur Arbeit und ich saß zu Hause und wusste nicht, was ich machen soll mit mir und der Welt.“ Streit gab es oft. Anschreien und Anschweigen.

Der Sohn war das größere Problem. Susanne Preusker wollte nie, dass David (damals 17) alles von der Tat erfährt. Nach großen Panikattacken folgten Erklärungsversuche: „Das war eine Mischung aus Rumgestammel und psychologischem Fachvortrag. Völlig daneben“, sagt die 51-Jährige heute. „Aber ich dachte, er darf nie erfahren, was mir in diesen sieben Stunden passiert ist.“ Er erfuhr es doch. Während des Prozesses gegen K., in dem Susanne Preusker als Nebenklägerin auftrat. Als der Täter K. einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit stellt, entschließt sich die Familie gemeinsam, dass Susanne Preusker aussagt. Öffentlich. Auch vor ihrem Sohn. Um den Täter nicht zu schützen.

K. wird zu knapp 14 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Gibt das Genugtuung? Nein, aber als Susanne Preusker den Täter im Gerichtssaal ansieht, schaut er weg: „Da bekam ich ein Stück von meiner Würde zurück. Würde, Stärke und Kontrolle.“

Kampf gegen das Watte-Gefühl
Doch die Angst bleibt. Vor geschlossenen Räumen. Auch vor ihrem Mann und ihrem eigenen Sohn. Der Mann beim Butterbrotschmieren mit einem Messer in der Hand. Der Sohn, fast zwei Meter groß und kräftig. Susanne Preusker ist zwiegespalten: „Oh Gott, wenn er dir etwas tut - aber er ist doch dein Sohn. Warum sollte er? Aber auch Söhne greifen ihre Mütter an. Sei nicht dumm, warum sollte er das tun?“, beschreibt sie ihre Gedanken. Absurd. Schmerzhaft. Susanne Preusker ist ein Opfer und muss mit den Nachwirkungen des Verbrechens jeden Tag aufs Neue kämpfen.

Auch heute noch. Da sind zum Beispiel Dissoziationen: Momente, in denen Susanne Preusker psychisch abwesend ist. Das Watte-Gefühl, wie sie es im Buch nennt. Das taucht immer dann auf, wenn Susanne Preusker droht, den Überblick zu verlieren und mehrere Dinge gleichzeitig auf sie einprasseln. Sie meidet geschlossene Räume. Heftige Panikattacken hatte sie aber schon lange nicht mehr.

Es sind die kleinen Fortschritte, die zählen. Einkaufssituationen sind besser geworden. Auch wenn im Laden immer noch als erstes die Notausgänge gesucht werden. Autofahren und im Stau stehen klappt. Aber Tunnel stellen noch ein Problem dar. Die allgemeine Wachheit, das Auf-der-Hut-Sein hat etwas abgenommen. Gibt es denn mittlerweile mehr gute als schlechte Tage? Susanne Preusker: „Fünfzig, fünfzig.“

Susanne Preusker:
Sieben Stunden im April
Patmos Verlag, 160 Seiten, 17,90 €


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Veröffentlicht von Sabrina Frangos
am 02/10/2011
Die Lesernote:4.5/5 
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