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Crash-Diät: Lohnt sich das schreckliche Hungern wirklich?!

von Diane Buckstegge Erstellt am 11. September 2014
© Thinkstock

Hunger! Doch was ist das schon, wenn am Ende der zweiwöchigen Leidensstrecke die Traumfigur wartet? Eine Crash-Diät soll's möglich machen.

Crash-Diät? Was genau ist das?

Crash-Diät ist ein Sammelbegriff für Blitzdiäten aller Art. Dazu gehört beispielsweise die Kohlsuppendiät, bei der über Wochen hinweg hauptsächlich Kohlsuppe gegessen wird. Aber auch Diät-Klassiker wie die Ananas- oder Grapefruit-Diät, bei der sehr viele Ananas bzw. Grapefruit wegen der angeblich vorkommenden Schlankenzyme gegessen werden, gehören dazu.

Egal um welche Crash-Diät es sich handelt, sie hat ein konkretes Ziel: Innerhalb kürzester Zeit möglichst viel abnehmen. Dass das mit ein bisschen Hunger verbunden ist, ist klar. Und dass nach spätestens zwei Tagen beim Gedanken an Kohlsuppe oder Ananas leichter Ekel einsetzt, ist auch nicht überraschend.

Crash-Diät: So funktioniert's

Um möglichst viel in möglichst kurzer Zeit abzunehmen, gibt es bei einer Crash-Diät nicht besonders viel zu essen. Bei den meisten Diäten dieser Art kommen um die 700 kcal pro Tag auf den Tisch. Da Gemüse und Obst sehr kalorienarm sind, machen sie oft einen großen Teil aus. Daneben gibt es ein wenig mageres Fleisch und je nach Diät auch kleine Portionen kohlenhydrathaltiger Beilagen wie Nudeln, Reis oder Brot. Zwischenmahlzeiten bestehen oft nur aus Naturjoghurt oder Obst. Süßigkeiten, Alkohol oder Fast Food sind tabu.

Was bringt eine Crash-Diät wirklich?

Die Hoffnung zu Beginn einer Crash-Diät ist groß: Immerhin wird ein Gewichtsverlust von sieben Kilo in sieben Tagen oder ähnliches versprochen! Damit wären alle Gewichtsprobleme auf einen Schlag gelöst. Großartig! Leider hält eine Crash-Diät meist nicht, was sie vollmundig verspricht.

Das fängt schon damit an, dass der Körper zu Anfang kein Fettgewebe, sondern nur Wasser verliert. Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bestätigt: "Man muss etwa 7000 kcal einsparen, um ein Kilogramm Fettgewebe zu verlieren." Es dauert also eine ganze Weile, bis der Gewichtsverlust auf der Waage nicht mehr nur Wasser, sondern das gewünschte Körperfett ist.

Das sagen Ernährungswissenschaftler zur Crash-Diät

Auch sonst ist eine Crash-Diät nicht die Erfüllung der Abnehm-Gebete. Ernährungswissenschaftler wie Silke Restemeyer raten dringend davon ab, den Kilos mit solchen Diäten zu Leibe zu rücken. "Crash-Diäten wirken nur kurzfristig und sind zudem ziemlich ungesund", sagt die Expertin von der DGE. Was sie damit meint: Wird nach den zwei, drei Wochen Crash-Diät wieder normal gegessen, nimmt man im Blitztempo wieder zu.

Schuld ist der sogenannte Jo-Jo-Effekt. Während der Diät schaltet der Körper in den Sparmodus. Er verbraucht so wenig Energie wie möglich. Essen wir später wieder normal, speichert er so viel wie möglich aus der Nahrung ab.

Doch es gibt noch einen viel wichtigeren Grund, warum wir die Finger von einer Crash-Diät lassen sollten. "Bei einer Crash-Diät wird so wenig gegessen, dass der Körper nicht mit allen Nährstoffen versorgt ist", sagt Silke Restemeyer. Um möglichst mit allen Nährstoffen versorgt zu sein, müssen wir mindestens 1200 kcal am Tag aufnehmen und so vielseitig wie möglich essen.

Genau das ist auch der Abnehmtipp der Ernährungsexpertin. Sie empfiehlt, pro Woche nicht mehr als ein halbes Kilo abzunehmen. Das klappt mit einer Ernährungsumstellung, bei der zwar keine Lebensmittel verboten sind, wir uns aber trotzdem hauptsächlich an den kalorienarmen, vitamin- und mineralstoffreichen Lebensmitteln bedienen. Dazu gehören Gemüse und Obst, fettarme Milchprodukte, Vollkornlebensmittel, mageres Fleisch und Fisch. Süßes und Fast Food sind in kleinen Mengen ok, aber nur selten.

Wer sich an diesen Abnehmtipp hält, sich dazu regelmäßig bewegt, nimmt ab, trickst den Jo-Jo-Effekt aus und ist garantiert nicht dauerhungrig!

Diese Lebensmittel sind kalorienarm und machen satt!

Gemüse ist sehr kalorienarm. © Thinkstock